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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. Oktober 2017 | 02:46 Uhr

dankeschön : Goldene Hochzeit mit Mietern gefeiert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Wohnungsgesellschaft Goldberg (WoGeGo) hat sich bei 70 langjährigen Mietern für ihre Treue und Geduld in 50 Jahren bedankt

von
erstellt am 25.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Um die 35 Goldpaare sitzen im Restaurant Larisch in Goldberg. Schnacken über früher und auch heute. Sie sind nicht ohne Grund hier zusammen gekommen. Die Wohnungsgesellschaft Goldberg (WoGeGo) hat eingeladen. Denn sie alle sind treue Mieter – und das seit 50 Jahren. Sie feiern also Goldene Hochzeit mit ihrer Wohnung. „Sie sind unsere goldenen Bräute und Bräutigame“, sagt Annette Lackmann, Geschäftsführerin der WoGeGo. „Sie alle sind 1964/65 eingezogen und wohnen seitdem in einer der Wohnungen in der John-Brinckman-Straße 11 bis 21, 25 bis 35, 50 bis 58 oder in der Fritz-Reuter-Straße 16 bis 24. Ich freue mich so, dass Sie alle gekommen sind.“

Geschirr klappert, Gläser klirren. Gemeinsam wird auf die vergangenen 50 Jahre angestoßen. Vieles hat sich in einem halben Jahrhundert verändert. So auch die Miete. Annette Lackmann rechnet es vor: „Für eine Drei-Zimmer-Wohnung haben Sie damals zu DDR-Zeiten 46,55 Mark der DDR bezahlt. Rund 37 Mark kamen an Nebenkosten hinzu. Insgesamt haben Sie in 25 Jahren 14 810 Mark der DDR bezahlt. In den 25 Jahren nach der Wende sind es schon 56 300 Euro Miete und 36 000 Euro Nebenkosten.“ Ein Raunen geht durch’s Restaurant.

Eine der ersten Mieterinnen ist auch Dora Domdey. Allerdings feiert die Goldbergerin in diesem Jahr schon 55 Jahre mit ein- und derselben Wohnung. „Wir haben damals alles mit aufgebaut. Meine Wohnung ist eine ehemalige AWG-Wohnung“, erklärt die Rentnerin. In all den Jahren ist Dora Domdey nie auf die Idee gekommen, auszuziehen. „Ein Umzug kostet immer Geld. Und warum? Wir haben doch alles selbst aufgebaut.“

So geht es auch dem Ehepaar Krönes. Seit dem 1. Dezember 1964 wohnen sie in der John-Brinckman-Straße. Sind dort heimisch, haben zwei Söhne großgezogen. „Als wir hier eingezogen sind, gab es nur die Durchgangsstraße. Vor diesem Block war nur Lehm, Schlamm und Dreck“, erinnert sich Erich Krönes. „Mit Gummistiefeln sind wir damals zur Schule gegangen“, wirft seine Frau Ruth ein. Beide sind viele Jahre Lehrer in der Mildenitzstadt gewesen. Haben nach der Arbeit weiter am Wohnblock gearbeitet – einen Gehweg gepflastert und Bäume gepflanzt. „Einige Bäume stehen schon gar nicht mehr.“

Viel erlebt haben die langjährigen Mieter, die „goldenen Bräute und Bräutigame“ in den vergangenen 50 Jahren. Die WoGeGo hat die Wohnblöcke übernommen, saniert und modernisiert. Auch das Ehepaar Krönes erinnert sich. „Das war eine Zeit, als wir neue Fenster, eine neue Heizung bekommen haben“, erzählt Ruth Krönes. „Der Staub kroch überall hin“, wirft Erich Krönes ein. Genau dafür, für die Engelsgeduld, die die Mieter in all den Jahren gezeigt haben, bedankt sich Annette Lackmann in der kleinen Feierstunde ebenfalls. „Ich hoffe, Sie ertragen uns noch viele weitere Jahre“, so die WoGeGo-Geschäftsführerin. Denn eine weitere Hürde kommt schon bald auf die Mieter der John-Brinckman-Straße zu. Eine neue Wasser- und Abwasserleitung soll gebaut werden. „Es wird ein paar Einschränkungen geben“, verrät Annette Lackmann schon jetzt. Doch nach der Baumaßnahme gibt’s eine neue Straße und einen neuen Bürgersteig. Wenn das Wetter mitspielt, geht es wohl schon im März mit der Sanierung los.  

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