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18. November 2017 | 15:14 Uhr

Sanierungsbedarf : Goldberg kämpft um Bauförderung

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Goldberg ist eine schöne Stadt. Ruhige Lage, unberührte Natur, ein idyllischer See. Ein Ort auch mit viel alter Bausubstanz. Doch mit der Städtebauförderung ist man nicht sonderlich zufrieden.

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erstellt am 02.Mär.2012 | 10:06 Uhr

Goldberg | Goldberg ist eine schöne Stadt. Ruhige Lage, unberührte Natur, ein idyllischer See. Ein Ort auch mit viel alter Bausubstanz. Das sieht Frank Claus, Ingenieur bei BIG Städtebau, genauso. Das Unternehmen betreut die Städtebauförderung in Goldberg. Doch mit deren Entwicklung ist Frank Claus nicht sonderlich zufrieden.

Das hat mehrere Gründe, vor allem aber den, dass die Taschen vieler Goldberger leer sind. "Wir haben es hier oft mit finanzschwachen Partnern zu tun", sagt Claus. Soll heißen: Um Fördermittel zu bekommen braucht es Eigenkapital, das viele Hausbesitzer im Sanierungsgebiet nicht haben. Doch noch eine Tendenz beobachtet der Bauexperte. In der Stadt herrsche oft eine kritische Stimmung. "Wenn jemand Geld in die Hand nimmt und deswegen Fördergelder bekommt, dann wird der Vorwurf erhoben, er pfusche und wolle sich bereichern", kritisiert Claus. Verstehen kann er den Fördermittelneid nicht. "Immerhin verbessert jedes Bauprojekt die Optik", sagt Claus. Kritische Stimmen wurden am Donnerstagabend wieder auf der Stadtvertretersitzung laut.

Auch das Wirtschaftsministerium, in dem die Städtebauförderung seit der neuen Legislaturperiode beheimatet ist, schaut mit scharfem Blick Richtung Goldberg. Auch ist man nicht zufrieden mit der Umsetzung. Kein Wunder: Wer durch Goldbergs Lange Straße fährt, der hat nicht zwingend den Eindruck, dass diese Stadt seit 20 Jahren in der Städtebauförderung ist und bereits mehr als zehn Millionen Euro an Fördermitteln in ihre Bausubstanz gesteckt hat.

Doch es gibt auch Hoffnung. Seit 2007 habe sich die Situation deutlich verbessert, sagt Claus. Einige Häuser wurden saniert, die Einwohnerzahl im Altstadtbereich stieg. "Die Einwohnerzahl im Sanierungsgebiet steigt leicht an", freut sich Bürgermeister Peer Grützmacher. Auch der Leerstand ist zurückgegangen. 15 Prozent - das ist viel, längst aber nicht mehr so viel, wie vor einigen Jahren.

Der Nachfrage des Stadtvertreters Dieter Langer, ob nicht das Sanierungsgebiet auf größere Teile der Stadt ausgeweitet werden könne, erteilte Frank Claus eine klare Absage. "In der Vergangenheit gab es ähnliche Bestrebungen in Röbel, die ganz eindeutig abgelehnt wurden", sagte Claus. Im vergangenen Jahr wurden Goldberger Fördermittel nicht genutzt, mussten nach Plau weitervermittelt werden. "Das sind keine guten Signale nach Schwerin", sagte Claus. Genau so klingt es auch aus dem Wirtschaftsministerium. Goldberg müsse mehr für die Städtebauförderung tun, heißt es. "Sonst ist die Gefahr, dass Goldberg aus der Förderung herausfallen könnte, sehr realistisch", sagt Ministeriumssprecher Gerd Lange.

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