Lübz : Giftiges Erbe im Gebälk des Pfarrhauses

<fettakgl>Vermutlich  um  1840 </fettakgl>ist das Lübzer Pfarrhaus    gebaut   worden und  inzwischen sichtbar in die Jahre gekommen.  IDemnächst  soll der erste  von drei Sanierungsabschnitten    realisiert werden.<fotos> Herbst</fotos>
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Vermutlich um 1840 ist das Lübzer Pfarrhaus gebaut worden und inzwischen sichtbar in die Jahre gekommen. IDemnächst soll der erste von drei Sanierungsabschnitten realisiert werden. Herbst

Eine Untersuchung ergab schon Anfang 2012 eine hohe Belastung mit dem Holzschutzmittel Hylotox. Und schon seit Jahren will die Kirche das Pfarrhaus in Lübz sanieren. Jetzt kommt der erste Sanierungsabschnitt.

svz.de von
29. Januar 2013, 05:46 Uhr

Lübz | Schon seit Jahren will die Kirche das Pfarrhaus in Lübz sanieren. Allein, es fehlte immer an den nötigen Mitteln. Jetzt werden 350 000 Euro für den ersten von insgesamt drei Bauabschnitten bereitgestellt. Noch im Frühjahr soll es losgehen.

Warum nach Jahren vergeblichen Bemühens um eine gesicherte Finanzierung jetzt diese Eile? Pastor Enrico Koch weiß die Antwort: "Anfang vergangenen Jahres war festgestellt worden, dass das Holz mit Hylotox belastet ist. Vor allem im oberen Stockwerk." Hylotox ist DDT-haltig und ein Mittel zur Holzkonservierung. Seit den 1950er Jahren war es im Osten Deutschlands eingesetzt worden, um Moderfäule, Klopfkäfer oder auch den gemeinen Hausbock zu bekämpfen. Kirchenbauten waren wegen des hohen Holzanteils natürlich prädestiniert. "Leider auch unser Pfarrhaus", sagt Pastor Koch. Nach Holzschutzgutachten, Blutuntersuchungen bei ihm und seiner Frau - die Werte im Grenzbereich ergaben - stimmte der Kirchenkreis dem Auszug der Familie zu. Und er bewilligte 350 000 Euro für den ersten Sanierungsabschnitt.

Pastor Koch, der momentan zwar noch sein Büro, ansonsten das Haus aber gar nicht mehr nutzt, hofft auf Baubeginn im Frühjahr. "Ich gehe von April/Mai aus", sagt er. Geplant ist die Sanierung des Daches, des abgesenkten Fachwerks und auch eine Dämmung soll das ca. 170 Jahre alte Haus bekommen. "Nutzen werden wir später aber nur den unteren Bereich", sagt Enrico Koch. Denn wegen der hohen Hylotoxbelastung sollen die Balken hermetisch abgeschlossen und das Dachgeschoss versiegelt werden.

Im Zuge der Maßnahme, für die die Stadtvertreter auf ihrer jüngsten Sitzung einen Zuschuss in Höhe von 140 600 Euro aus Städtebaufördermitteln bewilligt haben, soll auch das Stall- und Wirtschaftsgebäude zum Gemeinderaum umgebaut werden. Koch, dem diese 54 Quadratmeter momentan als Abstellraum dienen, freut sich: "Als Gemeinderaum nutzen wir die Sakristei. Gemeindeglieder, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, erreichen die nur schlecht oder eigentlich gar nicht." Der neue Gemeinderaum, für den eine moderne, behindertengerechte Rampe vorgesehen ist, sei dies Problem gelöst.

Insgesamt sind für die Sanierung des Lübzer Pfarrhauses ca. 800 000 Euro veranschlagt. Wann die Abschnitte zwei und drei kommen sollen, weiß Pastor Koch nicht, aber er hat eine Hoffnung: "Im nächsten Jahr möchte ich mit meiner Familie hier ganz gern wieder Weihnachten feiern."

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