zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

17. August 2017 | 11:45 Uhr

20 FRagen zum Samstag : Gestrandet am Bermudadreieck

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Achim Oeck tauschte das Bergische Land gegen das wasserreiche Mecklenburg ein /Warum, beantwortet er in unseren 20 Fragen

Vor sechs Jahren kaufte Achim Oeck den idyllischen Ort zwischen den Schleusen Barkow und Bobzin an der Müritz-Elde-Wasserstraße. Hier ist er, wie er selbst sagt, gestrandet. „Ich kam mit meinem Boot hier vorbei und da stand dieser Platz gerade zum Verkauf“, erzählt der 55-Jährige. „Ich war wohl zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.“ Denn kurze Zeit später konnte sich Oeck als neuer Besitzer des Wasserwanderrastplatzes „Bermudadreieck“ bezeichnen. Der Ingenieur für Maschinenbau lernte hier seine Frau Irina kennen und gemeinsam bekamen sie Sohn Max. „Anfangs arbeitete ich weiter im Außendienst neben meinem Hobby“, so der gebürtige Remscheider. Doch schnell tauschte er seinen Beruf gegen ein Leben im „Bermudadreieck“ ein. Von Ostern bis Oktober herrscht Hochsaison am Platz, dann legen bis zu 700 Boote an. Heute nimmt sich Achim Oeck die Zeit, Volontärin Nadja Hoffmann die 20 Fragen zum Wochenende zu beantworten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?
Natürlich auf meinem Platz. Es ist ein kleines Paradies mitten im Wald umgeben vom Vogelgesang.
Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort ändern?
Etwas sofort ändern geht nicht. Aber, wenn ich es könnte, würde ich mich für einen gerechten Lohn einsetzen. Ich bin der Meinung, wenn die Bevölkerung mehr Geld hätte, wären die Leute auch zufriedener und könnten mehr für ihre Freizeit ausgeben.
Wo kann man Sie in der Region am ehesten antreffen ?
Wenn ich die Zeit habe, gehe ich mit meiner Dobermann-Hündin Bella spazieren.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit Kartoffeln auflesen. Ich war damals um die 13 Jahre alt und es war die einzige Möglichkeit, bei den Bauern in der Nebensaison Geld zu verdienen. Es gab 5 Mark die Stunde, das vergesse ich nie.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für Schallplatten und natürlich Süßigkeiten.
Was würden Sie gerne können?
Ich bin eigentlich mit dem zufrieden, was ich bis jetzt alles gemacht habe. Aber Schifferklavier würde ich gern noch spielen können. Das würde auch gut hier reinpassen.
Was stört Sie an anderen?
Richtig stört mich, wenn Leute nicht richtig zuhören können und das Gespräch unterbrechen. Dann werde ich auch anders. Diese Tugend haben wir von unseren Eltern gelernt, erst wenn das Gespräch zu Ende ist, sagt man etwas.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Wir lachen eigentlich fast jeden Tag am Lagerfeuer, wenn die Gäste abends ihre Witze erzählen. Ich bin nicht so der Witze-Erzähler, aber ab und zu schieß ich auch mal rein.
Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten: Was würden Sie anders machen?
Die Zeit zurückdrehen wollen nur Menschen, die in der Vergangenheit viele Probleme hatten. Klar, ich hatte auch einige. Es ist beispielsweise sehr schade, dass meine beiden älteren Söhne aus erster Ehe 500 Kilometer weit weg wohnen. Ich hätte sie gern näher bei mir.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Helmut Schmidt und Hans Dietrich Genscher. Schmidt hat so viel Lebenserfahrung und ist selbst mit 90 Jahren noch so fit wie ein 40-jähriger Politiker. Und er hat viele Sachen erwähnt, die nun auch wirklich eingetroffen sind. Ähnlich ist es bei Genscher.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich bin nicht gerade die Leseratte. Im Herbst planen wir eine Reise in die Toskana. Dazu lese ich Reiseführer.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Auf DMax gucke ich gern Sendungen wie die Hochseefischer oder die Krabbenfischer. Und meine Frau, mein Sohn Max und ich schauen „Verbotene Liebe“. Nur schaffen wir das im Sommer nicht, da sind wir hier auf dem Platz .
Wo trifft man Sie eher – auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?
Jetzt zur Fußball-WM natürlich vor dem Fernseher. Wir schauen hier im Biergarten jedes Spiel.

Wen würden Sie gerne mal treffen?
Wenn er noch leben würde, Heinz Rühmann. Heute Helmut Schmidt.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei auf den Tisch?
Meist geräucherter Fisch von den Müritz Fischern. Ich bin aber auch Fan von Italien, dann natürlich auch italienische Küche und manchmal fahren wir auch für Max nach Lübz zum Chinesen.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönsten Erinnerungen?
Vor drei Jahren war ich mit meinen beiden älteren Söhnen in Amerika. Wir waren mit dem Wohnmobil drei Wochen unterwegs und unter anderem auch in Philadelphia. Ich bin absoluter Bruce Springsteen Fan und es liefen die gesamte Zeit „Streets of Philadelphia“ und „Dancing in the dark“.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?
Der Kauf des Wasserwanderrastplatzes vor sechs Jahren war mein größtes Geschenk. Alle, die den Platz kennen, verstehen das. Und natürlich von meiner Frau Irina unseren Sohn Max.
Welchen Traum möchten Sie sich erfüllen?
Mein größter Traum ist es, mit einem Motorsegler Ketsch das Mittelmeer zu umsegeln. Ich will von Hafen zu Hafen fahren, aber das muss alles geplant werden und drum herum muss alles stimmen. Aber ich arbeite dran.

Was würden Sie als Rentner machen?
Wasser ist mein Leben, darum bin ich auch vom Bergisch Land nach Mecklenburg gezogen. Auf dem Wasser will ich auch weiter was machen.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Meiner Frau Irina. Sie ist Logopädin im Klinikum Retzin und hat doch andere Perspektiven zu vielen Sachen, sieht Dinge ganz anders als ich.

zur Startseite

von
erstellt am 20.Jun.2014 | 22:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen