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Wut von Angehörigen gegen Friedhofsverwaltung in Lübz : Geschmückte Gräber verschmutzt

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Katrin Weber ist wütend. "Ich bin entsetzt! Da wollen Menschen Tote ehren und fallen in Ohnmacht, wenn sie an die Gräber ihrer Angehörigen kommen. Meine Mutter fing an zu weinen, als sie den ganzen Dreck hier sah."

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erstellt am 21.Nov.2011 | 10:13 Uhr

lübz | "Unmöglich so etwas, ich bin entsetzt! Da wollen Menschen Tote ehren und fallen in Ohnmacht, wenn sie an die Gräber ihrer Angehörigen kommen. Meine Mutter fing jedenfalls an zu weinen, als sie den ganzen Dreck hier sah." Katrin Weber ist wütend. Grund dafür sei nicht die Tatsache, dass auf dem Lübzer Friedhof nach ihrer Aussage seit Wochen Nadelbäume gefällt werden, weil dies vermutlich einen guten Grund habe, sondern vielmehr die Vorgehensweise: "Man hat die Stubben gefräst und der ganze Mist ist auf die Gräber gefallen."

Seit einigen Wochen werden auf dem Friedhof Fichten beseitigt, um Wege erneuern zu können. Die Wurzeln der Bäume hätten dabei gestört. Katrin Weber ist mit ihrer Meinung nicht allein. "Einige standen am Wochenende bei mir vor der Tür, um sich zu beschweren", sagt Friedhofsverwalter Reinhard Buß. "Wir haben die Maßnahme an eine Firma vergeben, die freie Hand hatte, die sich ihre Termine so gelegt hat, wie es ihr am besten passt. Aber ich will gar nicht alles auf sie schieben. Vielleicht hätten wir sagen können, dass der Freitag vorm Totensonntag nicht besonders glücklich gewählt ist und man das Vorhaben lieber erst danach fortsetzen sollte."

Buß habe schon am Freitag gesehen, dass mehrere Grabstellen verschmutzt sind. Einige hätten Mitarbeiter des Unternehmens sofort gesäubert, doch als der Verwalter erneut nach ihnen sah, seien sie schon verschwunden gewesen: "Eine auch zum Wochenende gültige Rufnummer von der Firma hatte ich nicht. Deshalb habe ich gleich heute Morgen mit ihr gesprochen, die umgehend damit begann, Flächen zu reinigen, bei denen es Beschwerden gab. Und wo gehobelt wird, fallen Späne. Das ist auch hier so." Individuell sehr verschieden sei zudem, wie schlimm eine Beschädigung eingeschätzt wird.

Katrin Weber und Buß haben sich gestern zufällig auf dem Friedhof getroffen. Nachdem er bemerkt hatte, dass "so etwas nicht ganz ohne Schmutz geht", entgegnete sie, dass dies so nicht stimme. "Mehrere Steine waren nicht mehr zu erkennen, auf mehreren schon abgedeckten, oft für viel Geld hergerichteten Gräbern lag oder liegt noch schaufelweise neuer Dreck", sagt sie. "Das wäre nicht passiert, wenn man die Stellen vernünftig abgedeckt hätte!"

Nach Aussage des Friedhofsverwalters seien die Gräber beim Wegfräsen der Baumstubben geschützt gewesen - durch seitlich aufgestellte Planen, die ein Teil der Späne habe überwinden können. Katrin Weber - als Leiterin des ebenfalls öfter auch mit Fräsarbeiten beschäftigten Plauer Bauhofes kennt sie sich mit dem Thema aus - lässt dies nicht gelten: "Die Schutzwände sind lediglich ein grober Fang. In diesem sensiblen Bereich kann nur eine komplette Abdeckung helfen."

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