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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 13:55 Uhr

vernissage : Gerhard Strombergs erstes Solo

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Zum ersten Mal präsentiert der Goldberger seit seiner Rückkehr nach Deutschland seine Fotografien in einer Einzelausstellung

von
erstellt am 12.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Normalerweise steht Gerhard Stromberg vorn bei einer Ausstellungseröffnung und erzählt etwas zum Leben und Wirken des Künstlers – er fungiert als Kurator. Normalerweise. Jetzt steht er selbst im Fokus einer Ausstellung. Von Goldberg geht’s für den Fotografen nach Hagenow. Bewusst hat sich Gerhard Stromberg für die Alte Synagoge für seine erste Einzelausstellung seit seiner Rückkehr nach Deutschland entschieden – „Von Äckern, Flüssen und Städten“ heißt der Ausstellungstitel. Am kommenden Sonntag, 16. Juli, findet in der Alten Synagoge in Hagenow um 15 Uhr die Vernissage statt.

Seit 2011 lebt der Kosmopolit in Goldberg, hat sich dort etwas aufgebaut. Als Gründer und Kurator von Goldbergkunst e.V. entstehen derzeit neue Ausstellungsräume in der Langen Straße der Mildenitzstadt. Das eigene Arbeiten rückte mit der Vereinsgründung ein wenig in den Hintergrund. Das soll sich wieder ändern; schließlich schlummert in Gerhard Stromberg seit jeher der Fotograf. Gemeinsam mit Thomas Ruff und Andreas Gursky studierte der gebürtige Pfälzer Fotografie bei Bernd Becher und Videokunst bei Nam June Paik an der Kunstakademie Düsseldorf. Viele Jahre lebte Gerhard Stromberg mit seiner Familie in England; 2001 erhielt er eine Professur im norwegischen Trondheim. Sozusagen ins „Kreuzverhör“ wird Gerhard Stromberg am kommenden Sonntag bei der Vernissage von Museumsdirektor Henry Gawlick genommen. Gemeinsam führen die beiden Männer in die Ausstellung ein.

Vor allem großformatige Landschaftsbilder fotografiert Gerhard Stromberg – Menschen sind selten bis gar nicht zu finden. Dennoch „sind sie in ihrer Abwesenheit präsent“. Der Ausstellungstitel ist nicht irgendwie gewählt – Äcker, Flüsse, Städte finden sich immer wieder, seit Jahrzehnten, in den Bildern von Gerhard Stromberg. Sie sind sein roter Faden. Konzeptionell wolle Gerhard Stromberg mit seinen Aufnahmen eines erreichen, die traditionell „romantischen“ Sehweisen zu demokratisieren. „Wo die Romantiker uns an die Hand genommen und durch das Bild geführt haben, arbeite ich an einer Ästhetik, die dem Betrachter an jedem Punkt des Bildes einen Einstieg erlaubt“, erklärt der Fotograf selbst. Schließlich sei es „eine der Grundqualitäten der Fotografie als technisches Medium, dass sie alles mit gleicher Wichtigkeit zeichnet“. Für die Kunstwissenschaftlerin Felicity Lunn hat Gerhard Stromberg und die Romantiker eines gemein: Das Spannungsfeld zwischen Mensch und Umwelt. „Es gehe um den Willen des Menschen, seine natürliche Umgebung zu erobern und gleichzeitig ein Teil von ihr zu sein.“

Musikalisch wird die Vernissage vom Akkordeonisten und Komponisten Ulrich Kodjo Wendt begleitet.

 

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