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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 03:08 Uhr

Wirtschaft : Generationswechsel in Karow

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Staffelstabübergabe bei Fertig & Massiv Haustechnik GmbH: Dieter Lübbert tritt nach über 20 Jahren in den Ruhestand. Christian Schulz wird sein Nachfolger.

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erstellt am 17.Dez.2014 | 22:00 Uhr

In der Chefetage der Fertig & Massiv Haustechnik GmbH in Karow (FMB) hat der „alte Hase“ den Staffelstab gerade an den „jungen Fuchs“ übergeben: Dieter Lübbert, jahrelanger Chef der Firma verabschiedet sich zum 1. Januar in den Ruhestand. Lübberts Platz an der Spitze des Unternehmens wird Christian Schulz einnehmen. Der 39-Jährige lebt mit seiner jungen Familie im nahen Meyenburg, ist gelernter Heizung- und Sanitärinstallationsmeister, seit einem halben Jahr in der Firma und freut sich auf die neue Herausforderung.

„Wir haben uns Christian gezielt gesucht“, erzählt Dieter Lübbert und weiß seine Firma bei seinem Nachfolger in guten Händen. „Er ist fachlich kompetent, menschlich passt es und in alles andere muss er halt reinwachsen.“ Altbewährte Mitarbeiter, quasi die Urgesteine des Unternehmens, werden ihm zur Seite stehen. Da ist sich Dieter Lübbert sicher. „Sabine Kohtz, Petra Kuller, Heike Margenfeld und Holger Richter“, zählt er dankbar Kollegen auf, die ihm in all den Jahren immer rechte Hand und zuverlässige Stütze waren.

Die Wurzeln des Karower Unternehmens reichen weit zurück. Im Grunde bis ins Jahr 1991, als in Karow die Firma „Heizungsbau Schäfer“ gegründet wurde. Damlas ein „Ableger“ der Stammfirma in Minden (Westfalen). Als das Unternehmen im Sommer 1998 alle Mitarbeiter in Karow entließ, entschloss sich Dieter Lübbert gemeinsam mit seinen Partnern Hanlo und BMH ein neues, eigenständiges Unternehmen zu gründen – die Firma FMB, eine Fertighausgesellschaft. 13 Mitarbeiter hatten wieder einen Job und – was die Motivation befeuerte – beruflich wieder eine Perspektive. „Natürlich wollten wir nicht einfach so untergehen“, erinnert sich Lübbert, „außerdem hatten wir auch noch Aufträge von Hanlo und BMH für unsere Kunden abzuarbeiten.“

An den Schritt in die Selbstständigkeit, der ein Neuanfang war, kann sich Sabine Kohtz seht gut erinnern: „Mit viel Engagement haben wir einen Raum im Gut Karow bezogen und darin das Lager eingerichtet. Dieser Raum war unsere Zentrale, in der sich anfangs alles abspielte. Hier war das Chefbüro, das Sekretariat, der Treffpunkt für die Monteure, wenn sie von den Baustellen kamen und wenn es am Montag losging.“ Die Auftragslage sei durch den Firmenverbund mit Hanlo und BMH gut gewesen, die Aufgabengebiete vergrößerten sich. Zur H/S-Installation kam bald der Elektrobereich hinzu. Zeitweise sogar der gesamte Innenausbau mit Fliesen, Türen und Maler. Das Einsatzgebiet wurde größer und kontinuierlich stieg die Zahl der Mitarbeiter. Heute sind bei Fertig & Massiv 40 Mitarbeiter beschäftigt.

Immer wurde viel Wert auf Ausbildung gelegt. Manchmal waren zeitgleich sechs Azubis in der Firma, die erfolgreich auslernten und danach noch einige Zeit blieben.

Obwohl es gut lief, war die Selbstständigkeit nicht von Ewigkeit: 2012 wurde FMB zu 100-Prozent Tochter der Green Building Group, ein deutschland- und sogar europaweit agierendes Unternehmen. „Wir Karower übernahmen die Haustechnikabteilung“, so Dieter Lübbert. „Von der Beratung, Bemusterung, Planung bis hin zur Ausführung, alles haben wir gemacht.“ Dennoch lag der Schwerpunkt auf der Montage von Heizungen und Sanitär. „Unsere Trupps sind bundesweit unterwegs. Bis zu 12 bis 15 Ein- und Zweifamilienhäuser realisieren wir monatlich.“

Den Radius deutschlandweit zu ziehen hat Vorteile. Territoriale Engpässe sind so besser auszugleichen. „Dennoch wird Karow unter meinem Nachfolger den Schwerpunkt künftig wieder mehr auf das territoriale Geschäft legen“, kündigt Dieter Lübbert an. Und meint damit nichts anderes, als dass die Karower den Fokus verstärkt auf die Wartung stehender Heizungs- und Sanitäranlagen in der Region legen wollen. Mit Marco Luchs, der seit ca. fünf Jahren im Unternehmen und hier für die Kalkulation und Planung zuständig ist, und Holger Richter, seit 1991 dabei und Meister, weiß Lübbert auch hier gute Leute an der Seite des neuen Chefs.

Gestern fand eine kleine Abschiedsfeier für Dieter Lübbert statt. Die Ouvertüre zum Schlussgesang, die die Frage aufwirft, was macht Dieter Lübbert, wenn er am 1. Januar 2015 Rentner ist? „Och“, sagt der und lächelt vielsagend, „all das, wofür über die Jahre wohl doch immer zu wenig Zeit war. Ich werde mich um meine Familie und mein Zuhause kümmern, ich werde mehr Zeit für meine Enkelkinder haben, und ja ich freue mich auf ausgiebiges Angeln.“

Haimo Schlutius, Enkel des früheren Gutsverwalters und Vemieter, verabschiedete sich übrigens per Brief von Dieter Lübbert: „So harmonisch laufen Mietverhältnisse leider nur ganz selten. Wir haben uns immer gefreut, Sie zu sehen und werden Sie deshalb sicher vermissen.“

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