Verkehr : Gemeinden wollen Südbahn zurück

Schon seit mehreren Jahren ringen Menschen jeden Alters um die durchgängige Erhaltung der Südbahnstrecke. 2015 trafen sich einige sogar zu einer Demonstration in Schwerin. Fotos: Ilja Baatz
Schon seit mehreren Jahren ringen Menschen jeden Alters um die durchgängige Erhaltung der Südbahnstrecke. 2015 trafen sich einige sogar zu einer Demonstration in Schwerin. Fotos: Ilja Baatz

Kreisvorstand des Städtetages fällt eindeutige Entscheidung: Erneut einstimmiges Votum für durchgängigen Streckenerhalt

23-11367808_23-66109656_1416396395.JPG von
23. Februar 2018, 21:00 Uhr

„Wenn man gegenwärtig auf Bundesebene sogar über kostenfreien Nahverkehr in den Großstädten diskutiert, muss es doch wohl möglich sein, zumindest eine vernünftige Kombination zwischen Bus und Bahn für unsere Region hinzubekommen!“, sagt Gerd Holger Golisz, Kreisvorsitzender des Städte- und Gemeindetages. „Wir fordern jedenfalls den durchgängigen Erhalt der Südbahn.“ Golisz hatte dieses Thema auf die Tagesordnung der letzten Vorstandssitzung gesetzt, bei der man das Votum für die nahtlose Reaktivierung der Bahnstrecke erneuert habe – einstimmig.

„Auch die nicht unmittelbar betroffenen Städte und Gemeinden stehen mit vielen Partnern für die Wiederbelebung des Streckenabschnittes zwischen Parchim und Malchow“, sagt Golisz. Die Südbahn werde zur Absicherung der Anschlüsse nach Osten wie Westen über Schwerin, Hamburg und Waren nach Neustrelitz und von hier aus nach Rostock benötigt. Gen Süden fährt der ICE ab Hamburg auch in Richtung Süden.

Der Vorsitzende sehe den berechtigten Anspruch der Einwohner auf gleiche Lebensverhältnisse auch in unserer ländlich geprägten Region. Wo sie nicht abgesichert werden könnten, sei der Staat – beim Personennahverkehr ist es das Land – dazu verpflichtet, die notwendigen finanziellen Mittel zu ergänzen. Der Kreisvorstand des Städte- und Gemeindetages habe sein Bekenntnis zur Südbahn und die Forderung zur Reaktivierung des Abschnittes Parchim – Lübz – Malchow auch im Hinblick auf die Metropolregion Hamburg deutlich untersetzt: „Wir versprechen uns durch Zusammenarbeit und Vernetzung, dass alle Beteiligten in wirtschaftlicher, öffentlicher und touristischer Hinsicht Vorteile haben. Alle unsere Städte und Gemeinden sollen dabei sein, niemand darf abgehängt werden.“ Darüber sei man sich auch mit dem Landkreis einig. In einem persönlichen Gespräch mit Landrat Rolf Christiansen habe man den Stand der Dinge besprochen.

Von besonderer Bedeutung sei in diesem Zusammenhang die von jeder Kommune zu zahlende Kreisumlage. Leider bestehe bei vielen kleinen Flächengemeinden kein freier Finanzspielraum. Deshalb könne man zum Ausgleich des Defizites der Südbahn keine kommunalen Finanzmittel einsetzen oder die Kreisumlage zusätzlich belasten.


„Arbeitskreis Südbahn“ in Vorbereitung

„Hier ist klar und deutlich das Land gefordert!“, meint Golisz. Nicht hinzunehmen sei, dass auf Landesebene Rücklagen in Millionenhöhe angehäuft werden und gleichzeitig die kommunale Ebene für das Land eintrete.

Eine Facharbeitsgruppe mit Beteiligung des Landkreises, der Bürgerinitiative ProSchiene, des Fahrgastverbandes Pro Bahn und des Landes beschäftigt sich mit technischen, finanziellen und rechtlichen Anforderungen bezüglich einer möglichen Wiederaufnahme des Betriebes der Bahn. Ziel ist zunächst, die Grundlagen dafür zu schaffen, dass sich der Kreistag erneut mit dem Thema Südbahn befasst.

Parallel dazu strebten die Gesprächspartner Golisz zufolge an, einen „Arbeitskreis Südbahn“ zu bilden, in den zusätzlich Fachleute unter anderem aus den Bereichen Wirtschaftsförderung, Touristik und Öffentlicher Personennahverkehr (kurz ÖPNV) einbezogen werden sollen. Eine seiner ersten Aufgaben werde sein, den touristischen Saisonverkehr auf der Schiene zwischen Parchim und Malchow auch in diesem Jahr zu organisieren. Bereits 2017 war dieser mit sehr großem Erfolg angeboten worden (wir berichteten).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen