Wir in Granzin : Tradition erhalten - Kultur bereichern

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Karte: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0

Spieleverein Granzin trifft sich jeden zweiten Freitag von Oktober bis April

svz.de von
25. Januar 2016, 08:00 Uhr

Jeden zweiten Freitag von Oktober bis April packt Willi Gamlin seinen Spielekoffer und fährt zum Granziner Gemeindezentrum. Dort warten dann um 19 Uhr schon im Schnitt dreißig Teilnehmer, „um in lockerer Runde zusammenzukommen, sich wiederzusehen und zu quatschen“, sagt Willi Gamlin. Er ist einer der Initiatoren der regelmäßig stattfindenden Spieleabende und seit 2014 Vereinsvorsitzender. Zur Vereinsleitung gehören außerdem der stellvertretende Vorsitzende Peter Hahn und die Kassenwartin Anita Reichenberg, die sich um die Finanzen kümmert. Pro Abend zahlen die Spieler einen Einsatz von drei Euro, der am Ende als Preisgeld für die Gewinner winkt. Am Saisonende werden Sachpreise an die besten Spieler verliehen. „Sie müssen aber an fünf Terminen teilgenommen haben“, erklärt Willi Gamlin die Voraussetzung.

Acht Spieleabende bilden eine Saison. Im Oktober letzten Jahres ist der Verein in das 13. Spielejahr gestartet. Ein Unglücksjahr? „Wir hatten eine sehr gute Beteiligung beim ersten Termin. Ein gutes Omen“, hofft Willi Gamlin.

In seinem Koffer befinden sich Würfel sowie Skat-, Rommé- und Doppelkopfkarten. Zudem hat Willi Gamlin protokolliert, wie viele Teilnehmer pro Abend gespielt haben. „Anfangs waren wir noch gut 20, mittlerweile sind wir 30. Eine wunderbare Entwicklung“, freut er sich, bedauert allerdings, dass junge Leute fehlen. „Die ziehen wegen der Lehre weg“, weiß er.

Nach einer kurzen Begrüßung geht es dann an den Tischen im Gemeindezentrum los. „Die Würfler sind immer die lautesten und sorgen für Stimmung“, beschreibt Willi Gamlin die Atmosphäre. „Bei den Skat- und Romméspielern ist es etwas ruhiger. Die müssen mehr überlegen.“ An jedem Tisch sitzt ein Verantwortlicher, der Listen mit den Teilnehmern und deren erspielter Punktezahl führt. „Das ist wichtig für die Endauswertung“, ist Willi Gamlin froh über jede helfende Hand.

Die Spieleszene ist in der Gemeinde traditionell verwurzelt. Schon zu DDR-Zeiten wurde am Vorabend der Gemeindefeste „Granziner Pfingstmarkt“ und „Grevener Parkfest“ durch den Festausschuss ein Spieleabend organisiert, erinnert sich Willi Gamlin. In den 1990er Jahren fanden dann monatliche Treffen in der damaligen Gaststätte „Granziner Lindenhof“ statt. „Da kamen um die 50 Teilnehmer aus der Region zusammen, auch aus Lübz“, sagt Willi Gamlin. Doch wegen zu wenig Umsatz musste die Gaststätte 1998/99 schließen.

Um aber die Tradition in der Gemeinde aufrechtzuerhalten und das kulturelle Leben dort zu bereichern, nahmen sich Willi Gamlin und seine Mitstreiter 2003 der Organisation an. „Anfangs haben wir zwischen Granzin und Greven gewechselt, doch die Masse der Teilnehmer kam aus Granzin und wir haben entschieden, die Räume im Gemeindezentrum zu nutzen“, sagt Willi Gamlin. Hier kann die Verpflegung gelagert werden. Denn die Konzentration beim Spielen macht hungrig und durstig.

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