Wir in Ganzlin : In Retzow ist ihre Liebe jetzt zuhause

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Ilse und Heinz Loesch fanden sich vor 35 Jahren und sind ein Herz und eine Seele

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16. November 2015, 07:55 Uhr

„Hallo, wir  sind Heinz und  Ilse Loesch.“ Ilse Loesch braucht nur Sekunden, um den angekündigten  Besuch ins Herz zu schließen, ihr Mann Heinz nicht viel länger. „Kaffee? Tee?“ Im Nu zieht  der Duft frischgemahlener Bohnen  durch die  Stube. 

Noch nicht lang  sind Ilse und  Heinz Loesch hier zu Hause. Angekommen sind sie längst.  Nach 35 Jahren hatten sich  Beide schweren Herzens entschlossen, Haus und Grundstück in Hof Retzow aufzugeben und hinunter ins Dorf zu ziehen. In ein  Haus der Gemeinde, das wie gemacht  ist für die Zwei. Denn wie es der Zufall will, wohnt  der Sohn  nebenan, ein Enkel oben. Und Familie ist  den beiden Senioren  wichtig. Um beieinander sein zu können, scheuen sie selbst den weiten Weg  nach Rostock und den noch viel weiteren nach Österreich nicht.

„Es ging  wirklich nicht mehr. Mein Mann hatte Nierenversagen, ich  mir einen Wirbel gebrochen“, erzählt Ilse Loesch und drückt  instinktiv das schmerzgebeugte Kreuz  ein wenig durch. Den heimischen Hof verlassen zu haben, tut indes schon nicht mehr so weh. „Wir  fühlen uns richtig wohl hier. Herr Tiemer, unser Bürgermeister, hat alles neu herrichten lassen, Fußböden, E-Anlage, auch sämtliche Anschlüsse in der Küche“, freut  sich die 81-Jährige. „Bevor wir im Mai herzogen, waren wir mit ihm alles durchgegangen. Alle unsere Wünsche wurden  erfüllt.“  Was die Gemeinde  übrigens sehr gern tat. Nicht nur, weil die Haushälfte sechs Jahre leer gestanden  hatte. Die Loeschs  sind einfach nette Leute  und ihre Wünsche waren  alles andere  als maßlos.

5000 Quadratmeter Land, um das sie sich kümmern  müssen, haben Ilse und Heinz Loesch nicht mehr. Wollen sie auch nicht. Sie würden nicht in die Stadt ziehen, selbst nach Plau nicht.  Sie  sind froh über  das Grün hinterm Haus, das ebenfalls  die  Gemeinde  urbar gemacht hatte. „Und wir haben uns von Hof Retzow   Knollen und Zwiebel mitgebracht  und  vorm Haus ein schönes Blumenbeet angelegt. Vorher standen da so fürchterliche Tannen. Heute blüht  da immer was“, sagt Heinz Loesch und  schaut stolz aufs Beet: „Nun, die  Dahlien muss ich jetzt wohl doch  endlich mal abnehmen…“

Kennen gelernt  haben  sich der gebürtige Bützower und  die Retzowerin übrigens  vor etwas mehr als 35 Jahren über  eine Kontaktanzeige in der  Volkszeitung.  Als beide  ihre ersten Ehepartner verloren hatten, waren es seine Kinder  und die Verwandten ihres ersten Mannes, die  sie  dazu  überredet hatten. Und obwohl  es nur eine ganz kleine Anzeige war, hatte  es zwischen ihnen  sofort gefunkt. „Im Januar haben wir uns das erste Mal  gesehen und schon  im August haben wir  geheiratet“,  erzählt Heinz Loesch und nimmt seine Ilse in den Arm.

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