Wir in Blankenberg : „Es zieht einen in die Heimat zurück“

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Hans-Jürgen Thoß und Lothar Ruhmich leben gern in Penzin

svz.de von
21. März 2016, 09:56 Uhr

„Ich bin nur mal kurz weg gewesen, für acht Jahre im Ruhrgebiet und in Stuttgart. Da habe ich im Stahlbetrieb gearbeitet. Doch es zeiht einen immer wieder in die Heimat zurück“, sagt Hans-Jürgen Thoß. Mit 85 Jahren ist der Penziner der älteste Einwohner im Dorf. 1930 wurde er hier geboren, so wie 1906 auch sein Vater, erzählt er. „Ich kenne die ganze Geschichte von Penzin.“

Seine Frau Irmgard, die aus den Mauren stammt, hat er 1958 kennengelernt – beim Tanz im Jagdschloss Friedrichswalde im Nachbarort.

Hans-Jürgen Thoß ist gelernter Stellmacher. Er hat auf der Wismarer Werft gearbeitet und ab 1958, nach seinem „Ausflug“ in den Westen, in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), zuerst in Penzin, dann in Wipersdorf und zuletzt bis 1990 in Zahrensdorf als Stellmacher in der dortigen Schrotmühle.

Seine Frau (81) und er fühlen sich wohl in ihrem Dorf. Und sie packen mit an. Irmgard Thoß pflegt und gießt die Blumenkübel in Penzin. Fast jeden Montag geht’s zum Friedhof, wo sich beide um die Soldaten- und weitere Gräber kümmern. Und ebenso, dass der Weg bis zum Friedhof in Ordnung ist.

Für ihr Engagement wurde das Ehepaar jüngst von Bürgermeister Uwe Schulz mit einem Präsent geehrt und ob ihres Alters in den Ruhestand verabschiedet.

„Warten wir ab“, bleibt Hans-Jürgen Thoß da doch ein bisschen skeptisch, ob seine Frau wirklich loslassen kann.

„Es ist ja schön, wenn einer etwas macht“, sagt denn auch Nachbar Lothar Ruhmich. Und bekommt Zustimmung von dem 85-Jährigen. „Wenn meine Frau und Lothar es nicht mehr machen, dann macht es wohl kein anderer hier“.

Thoß und Ruhmich sind gute Nachbarn. Geburtstage werden zusammen gefeiert.
Lothar Ruhmich (71) ist 1990 nach Penzin gezogen. In Nordböhmen geboren, ist er in Mecklenburg groß geworden. Seine Frau Beate (68) hat er 1963 in Brüel kennengelernt. Lothar Ruhmich hat als GST-Fahrschullehrer gearbeitet, seine Frau, die aus Penzin stammt, war Fahrschülerin.

Der Arbeit wegen verließ er – zuerst allein, später kam seine Frau nach – für einige Jahre Mecklenburg und zog in den Spreewald, um als Obermeister im Kraftwerk Lübbenau zu arbeiten. „Ich wollte zurück nach Mecklenburg. Meine Eltern lebten hier, die Verwandtschaft und nicht zuletzt ist es die schöne Landschaft, die zieht“, sagt der 71-Jährige. Arbeit fand er ebenfalls in der LPG Zahrensdorf.

Auch Lothar Ruhmich will nicht nur zusehen, sondern bringt sich aktiv in der Gemeinde ein. Von 1998 bis 2014 war er Mitglied im Bauausschuss, dann auch in der Gemeindevertretung. Als jemand gesucht wurde, der sich darum kümmert, dass die Kirche in seinem Wohnort nicht weiter zerfällt, übernimmt er auch hier Verantwortung. Den Vorsitz im 2002 gegründeten Kirchenbauverein „Dorfkirche Penzin“ hat er bis heute inne.

Roswitha Spöhr




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