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Wir in Mustin : Ein-Mann-Betrieb in Jahren gewachsen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Baugeschäft Michael Kunst hat heute 30 Beschäftigte. Von Großstadt aufs Dorf

Bei der Altstadtsanierung in Sternberg war Michael Kunst an „mindestens 20 Häusern“ beteiligt. Zur Zeit arbeitet die Firma aus Mustin u.a. im Schloss der Landeshauptstadt mit drei, vier Firmen gemeinsam, baut vier Wohnungen in der Schweriner Schelfstraße und ein Eigenheim in Warin. Eine neue Sporthalle in Rostock hat der Betrieb fast fertig. Es seien meist acht, neun Baustellen gleichzeitig, sagt Kunst. Bis auf die Wassertechnik hat er auch den Brunnen auf dem Sternberger Markt gebaut. So was Kleines, dazu zählt er ebenso das Storchennest auf dem Pferdestall in Rothen, habe einen besonderen Wert, findet der Mustiner. Andere Aufträge gingen bis zu einer Million Euro.

Und dann gibt es noch gewisse Schmeckerchen wie die Gummiwegbrücke über die Warnow in Bützow. „Ich habe selbst mitgearbeitet, das hat richtig Spaß gemacht“, erzählt der Firmenchef. Es wurde ein 100-Tonnen-Kran gebraucht, um vier schwere Leimholzbögen zu montieren. „Wir hatten viel Publikum, das manchmal den Atem angehalten hat.“

Oder in Bützow sei ein knapp 300 Jahre altes Fachwerkhaus komplett um einen halben Meter angehoben und auf neue Ständer gestellt worden. „Ich wüsste keine Firma aus der Region, die so was mal gemacht hat“, meint Kunst. Sichtbeton könnten auch nicht viele Betriebe herstellen. Weil der nicht verputzt werde, dürften keine Löcher bleiben. Entscheidend sei das Einschalen. Im Phantechnikum Wismar haben die Mustiner einen Giebel von 130 Quadratmetern so gegossen.

Michael Kunst, Jahrgang 1965, kam 1991 für eine Firma bei Schleswig als Bauleiter nach MV und 1995 nach Mustin. Im Mai 2001 machte er sich selbstständig. Die Firma, in der er Teilhaber war, bestand nicht mehr. Der Stahlbetonbauer und Maurermeister, der nach der Ausbildung drei Jahre auf Wanderschaft war, in Dänemark, Österreich, der Schweiz, Nordafrika, Thailand, Singapur, Malaysia und Australien, begann als Ein-Mann-Betrieb. Der wuchs von Jahr zu Jahr. „Geplant war das nicht so“, wirft er ein. „Seit 2010 liegen wir bei Mitte 20 Beschäftigten.“ Aktuell arbeiten in der Baugeschäft Michael Kunst GmbH 25 Gesellen, ein Auszubildender im dritten Lehrjahr sowie mit dem Chef „vier Leute im Büro“. Er würde gern mehr ausbilden, finde aber keine Bewerber. Langsam sei hier aber wieder Land in Sicht.

Michael Kunst, Vater von drei Kindern, „die alle aus dem Haus sind“, ist ehrenamtlich Gemeindevertreter und seit diesem Jahr Wehrführer. „Er wolle nicht „sieben Tage am Stück in der Firma arbeiten“, sondern sich einbringen, wo er lebt. In Husum geboren, mit den Eltern nach Hamburg gezogen und dort aufgewachsen, kenne er die Großstadt, doch „auf dem Dorf fühle ich mich wohler“, selbst wenn es noch so klein sei.

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erstellt am 02.Mai.2016 | 11:28 Uhr

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