Wir in Riederfelde/Bobzin : Ein Hauch von Afrika in Mecklenburg

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Landwirt Frank Löhr ist Straußenzüchter mit Leib und Seele

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29. März 2016, 09:24 Uhr

Fährt man die Bundesstraße 191 von Lübz nach Plau am See kann man sie von weitem sehen: Strauße. Das Zuhause dieser Laufvögel ist die Straußenfarm Riederfelde. Sie verleiht dem Land Mecklenburg-Vorpommern einen Hauch von Afrika.

Auf einem 18 Hektar großen Gelände, einer ehemaligen Kieskuhle, betreiben Straußenzüchter Frank Löhr und Monika Helfrich, zuständig für den kaufmännischen Bereich, den kleinen Familienbetrieb im Nebenerwerb. Frank Löhr arbeitet hauptberuflich als Melker in einem Milchviehbetrieb. Doch seine gefiederten Sprinter, die es auf sportliche 50 bis 70 Stundenkilometer bringen, seien ihm lieber als träge Kühe, gibt er zu. „2004 haben wir mit drei Küken angefangen, mittlerweile sind es gut 120 Tiere“, sagt Frank Löhr.

Sieben Tage die Woche ist der Landwirt Straußenzüchter mit Leib und Seele. Neben dem Füttern müssen die Flächen und die Anlage aufgebaut und gepflegt werden. Aber auch Arbeiten wie Zäune flicken, Bäume pflanzen und Wiesen mähen müssen vor Saisonbeginn getan werden. Große Unterstützung bekommt Frank Löhr von Mitarbeiter Norbert Paschke.

Das gefährlichste ist aber das Einsammeln der Eier im Gehege. Da passt der Hahn so auf, dass Frank Löhr manchmal nur die Flucht vor den angriffslustigen Großvögeln über den 1,80 Meter hohen Zaun bleibe. „Straußenzucht ist ein Abenteuer“, sagt er.

Am Anfang ist das Straußenei – nach 42 Tagen schlüpft ein Küken im Brutapparat. Nach drei Tagen ist es dann bereits putzmunter und fängt an zu fressen. Die ersten sechs bis acht Wochen benötigen die Küken sehr viel Pflege und Betreuung, sie sind sehr empfindlich. Später wird es einfacher. Sie werden dann einmal täglich gefüttert, den Rest müssen sie sich selbst auf der Weide suchen. Mit etwa zwölf bis 16 Monaten werden sie dann geschlachtet.

Die Züchter ziehen die afrikanischen Laufvögel eigentlich wegen ihrer muskulösen Keulen groß. Denn das tief rote, wildartige Straußenfleisch gilt als fett und cholesterinarme Delikatesse, wie der Landwirt berichtet.

Die Mecklenburger „Straußen-Savanne“ besteht aus zwei Teilen, den Jungtiergehegen und einem naturbelassenem Außengelände. Der Rundgang dauert zirka eine halbe Stunde und ist ausgeschildert. Sitzbänke laden zum Beobachten und Verweilen ein. Die Strauße sind das ganze Jahr über im Freien.

Das Herzstück der Farm ist der Hofladen. „Die Gäste sind immer beeindruckt, was man alles aus dem Strauß und seinen Produkten machen kann“, sagt Frank Löhr. So befinden sich in den Regalen diverse Fleischwaren, Eier in allen Varianten, Staubwedel aus Straußenfedern, Eierlikör aus Straußeneigelb, Kosmetik, Schmuck und Lederwaren.

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