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Wir in Gischow : Auch in schwieriger Lage nie aufgegeben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bäckerei Hillmann bei Kunden heute beliebt. Täglich körperliche Höchstleistung

von
erstellt am 12.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Um 2 Uhr ist die Nacht für Maik Hillmann an sechs Tagen in der Woche zuende. Runter in die Backstube, Mischungen für die jeweils geplanten Produkte ansetzen, sie verarbeiten und dann backen, backen, backen. Bis 11 Uhr. Vor der zweiten Schicht, die gegen 13 Uhr beginnt, gönnt sich der 48-Jährige eineinhalb Stunden Mittagsschlaf. Anschließend setzt er sich ins Verkaufsfahrzeug, um mit den nachts von ihm hergestellten Waren die Tour zu absolvieren, wo er viele Stammkunden hat: Von Gischow nach Lutheran, Rom und Klein Niendorf über Paarsch wieder zurück. Dann ist es etwa 18 Uhr. Wie fühlt man sich nach einem  (fast ununterbrochenen) 16-Stunden-Tag? „Ziemlich platt, aber es macht auch Spaß, wenn man gut verkauft.“ Um spätestens 21.30 Uhr ruft das Bett.

Maik Hillmann, der sich trotz der großen körperlichen Belastung  bereits seit 1989 durchgängig in der Gemeindevertretung engagiert, hat die 1937 durch den Großvater gegründete Bäckerei 2001 von seinem Vater übernommen. Unmittelbar nach der Wende sei der Umsatz erst einmal mächtig eingebrochen. „Aber wir gaben nicht auf und irgendwann kamen die Leute wieder“, berichtet der heutige Inhaber. Gerade Brot etwa sei aber unabhängig davon zu einer Massenware geworden, die es mittlerweile an fast jeder Tankstelle gebe – zu Preisen, die er wie auch seine handwerklich arbeitenden Kollegen nicht bieten könnten, denn die Qualität sei unterschiedlich: „Für die andere Ware kommen unter anderem auch zu günstigsten Löhnen vorgefertigte Rohlinge aus Osteuropa oder sogar China nach Deutschland. Natürlich macht uns das zu schaffen, aber ändern kann ich es nicht. Ich muss versuchen, die Kunden von meinen Waren zu überzeugen, damit sie wiederkommen. Letztlich entscheiden sie.“

Über die Dörfer gefahren ist übrigens bereits der Großvater – mit einem Pferdewagen. „Das habe auch ich noch getan, bevor wir einen F8 mit Pritsche bekamen“, sagt Hillmanns Vater Klaus-Peter. „Dann gab es einen P70, einen Trabant, einen Framo und bis zum Mauerfall einen polnischen Zuk – immer ein Stückchen größer.“

Bei Hillmanns ist die gesamte Familie in die Bäckerei eingebunden. Neben dem schon erwähnten Inhaber gibt es Mutter Waldtraud, die den Laden unter sich hat, Vater hilft in der Backstube und fährt Ware zu einem langjährigen Kunden nach Lübz, sein Bruder macht alles, wenn es sein muss. Im Angebot hat das kleine Unternehmen allein 15 Sorten Brot, wechselnd 25 Sorten Kuchen, wobei Maik Hillmann den Bienenstich wie auch seine Kekse als bei den Kunden besonders beliebt nennt. Ein regelmäßiger Tanztee in Rom etwa schwöre auf die Produkte. Spezielle Wünsche werden auch erfüllt, müssen nur rechtzeitig angemeldet werden. Jetzt kommen auch wieder Pfeffernüsse in die Auslage – natürlich die nach Rezept des Großvaters hergestellten.

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