Kritzow : Gelungener Neuanfang

Gegen weitere Schritte zur Errichtung von Windkraftanlagen in der Gemeinde stimmten vier Gemeindevertreter.
Gegen weitere Schritte zur Errichtung von Windkraftanlagen in der Gemeinde stimmten vier Gemeindevertreter.

Gemeindevertretung stimmt gegen weitere Schritte zur Errichtung von Windkraftanlagen: Einigung bei Zuwegung zum Bootssteg in Sicht

svz.de von
10. Juli 2019, 05:00 Uhr

Die neu gewählte Gemeindevertretung Kritzow hat auf ihrer 1. Sitzung gegen weitere Schritte zur Errichtung von Windkraftanlagen gestimmt. Sie folgte damit dem Ergebnis der Bürgerbefragung, bei der sich mehr als 60 Prozent dagegen ausgesprochen hatten. Der Entscheidung ging eine Diskussion über einen nicht ganz unbedeutenden Absatz in der Beschlussvorlage voraus.

Bevor es zur Abstimmung zur weiteren Ausrichtung der Gemeinde beim Thema Windkraft kommen sollte, las die neue Bürgermeisterin Angela Treu den Text zur Beschlussvorlage und dieselbige für die anwesenden Anwohner vor. Anschließend sagte Treu: „Wir werden alle Rechtsmittel einlegen, wenn sich etwas ändert. Wir wollen dafür kämpfen, dass das nicht passiert.“ Als die Bürgermeisterin dann abstimmen lassen wollte, hatte Gemeindevertreter Torsten Jarchow noch einen Einwand. Er erklärte, dass er es nicht in Ordnung findet, dass der 2. Absatz, der nicht Teil der Bürgerbefragung war, Teil der Beschlussvorlage ist. Der 2. Absatz besagt, dass sich die Gemeinde „allen Maßnahmen zur Ausweisung solcher Gebiete (für Windkraft) in der Gemeinde durch Dritte entgegenstellen und alle zulässigen Rechtsmittel einsetzen wird, um den Bau weiterer Anlagen in der Gemeinde Kritzow zu verhindern“. Ein Beschluss würde bedeuten, dass finanzielle Mittel der Gemeinde eingesetzt werden könnten. Treu erwiderte: „Ich möchte, dass das trotzdem drinbleibt, damit wir auf der sicheren Seite sind.“ Gemeindevertreter Clemens Russell versuchte zu vermitteln: „Ich würde nicht davon ausgehen, dass das eine eventuelle juristische Auseinandersetzung zu Ungunsten der Gemeinde ist.“ Damit war Jarchow nicht zufrieden: „Das ist eine Annahme. Der Zusatz wurde nicht in der Befragung abgefragt“ und sollte deshalb nicht in der Beschlussvorlage stehen. Bei der anschließenden Abstimmung stimmten vier der sechs anwesenden Vertreter für den Beschluss.

Auch bei der Zuwegung zum Bootssteg könnte es demnächst zu einer Einigung kommen. Ein Anwohner fragte bei Grundstückseigentümer Rolf Schröder nach, wie denn der aktuelle Stand sei. Schröder antwortete: „Ich bin dazu bereit eine Lösung zu finden.“ Er habe mit der Bürgermeisterin und dem Bauausschuss gesprochen und ihnen mitgeteilt, dass er definitiv einen Zaun setzen werde, weil sein Grundstück als Hundewiese benutzt werde. Treu sagte, dass intensiv an einer Lösung gearbeitet wird und beendete das Thema. Auf SVZ-Nachfrage erklärte Schröder, dass er schon jahrelang zu einem Kompromiss bereit sei. Die Gemeinde müsse grundsätzlich entscheiden, „ob sie als Ausgleich für die Wegverbreiterung von zirka einem Meter auf 2,50 Meter eine Baufelderweiterung anbietet. Das sei seine generelle Bedingung.


 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen