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pachtübernahme in plau : „Geliftet“ in die neue Badesaison

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Man darf gespannt sein: Nach fünfmonatigem Umbau eröffnet neues Pächter-Gespann am kommenden Samstag das Plauer Freibad

Gut kann sich Tom Kaßler erinnern, dass er als Stift mit Freunden oft zum Freibad in Plötzenhöhe fuhr. Seine Sommer gehörten dem Plauer See. Heute, Jahrzehnte später, hat er seine Liebe wiederentdeckt. Nur kämpft er viel weniger Wasserschlachten als damals in den 70ern und 80ern. Heute ist Tom Kaßler neuer Pächter des städtischen Freibades. Und statt der Kumpels von einst ist Tochter Jessica an seiner Seite.

Als die Stadt entschieden hatte, sich vom alten Bad-Betreiber zu trennen und die Pacht neu auszuschreiben (wir berichteten), ergriffen Vater und Tochter die Chance und bekamen im Dezember 2015 den Zuschlag. „Ich konnte es kaum glauben. Das Freibad zu übernehmen, hatte mich immer schon gereizt“, gesteht der Plauer. Natürlich habe er damit gerechnet, dass einiges an Objekt und Grundstück zu machen sein würde. „Der tatsächliche Zustand hat mich dann aber doch überrascht“, sagt Kaßler, inzwischen froh darüber, dass der Vorgänger so ziemlich alles aus- und abgebaut und selbst die Terrasse mitgenommen hat.

Als Vater und Tochter vor ca. fünf Monaten den Umbau starteten, hatten sie Baufreiheit. „Wir mussten uns nicht mit altem Zeug rumärgern, sondern konnten gleich loslegen“, sagt Tom Kaßler. Estrichboden, Wasser, Abwasser, Heizung, Wände, Decken, teilweise auch die Elektrik, Sanitär, Küche – inzwischen ist (fast) alles erneuert. Was ging, hat der Plauer selbst gemacht; nur manchmal mussten Fachleute ran. „Als Maurer bin ich das Anpacken gewohnt und kann so einiges. Und auch Jessica hat viel geholfen“, ist Kaßler stolz auf seine Große.

Kommenden Samstag, 11.30 Uhr, wird Saison-Eröffnung im Stadtbad sein und bis dahin hat das Vater-Tochter-Gespann noch drei Groß-Kampf-Tage. „Dann soll für den Betrieb alles bereit sein. Nur ein paar Restarbeiten bleiben, und die können wir im Herbst angehen“, sagt Jessica Hameister.

Zurzeit wird ein Raum für die DRK-Rettungswacht hergerichtet. Der Raum ist Part der Stadt. Genau wie die inzwischen erneuerte Steganlage. „Die alte ging gar nicht mehr, das Unfallrisiko war zu groß“, sagt Tom Kaßler und fügt an: „Wenn keine neue gekommen wäre, hätte ich die alte abschneiden müssen.“

Spielplatz, Wasserrutsche, Sprungturm? Für das Vater-Tochter-Gespann, das mit der Pacht des städtischen Freibades ganz neue und erstmals auch selbstständige Wege geht, ist vorerst nichts davon finanziell drin. „Natürlich wäre das schön, doch wir müssen erstmal schauen, wie es läuft, wie wir als neue Pächter angenommen werden, nachdem unser Vorgänger zuletzt sehr in der Kritik stand“, sagt Kaßler.

Abzuwarten bleibt auch anderes: Weil das Freibad in schlechtem Zustand war, hatte die Stadt vor ca. zwei Jahren bereits über einen Neubau nachgedacht. Klar war, dass die Investition groß und ohne Förderung nicht möglich gewesen wäre. „Um den Betrieb in diesem Jahr zu garantieren, hat der neue Pächter inzwischen natürlich schon sehr viel eigene Mittel investiert“, so Bürgermeister Norbert Reier. Im nächsten Jahr abzureißen und neuzubauen, wäre also kontraproduktiv. Wenn der Betrieb läuft, wolle die Stadt die angedachte Investition zumindest mittelfristig zurückstellen – auch wegen anderer städtischer Projekte, die Priorität hätte (Burg, Bahnhofsvorplatz, Parkplatz Alte Wäscherei). „Dennoch wollen wir gemeinsam mit dem Pächter sehen, wie wir unser Bad noch attraktiver machen können“, so Reier. Dabei denkt er an Spielgeräte, Schattenbäume, Trennhecken…

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erstellt am 24.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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