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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

11. Dezember 2017 | 18:24 Uhr

Gehlsbach/Kreien : Geister scheiden sich am Windpark

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

14 Windenergieanlagen sollen im Bereich Gehlsbach und Kreien entstehen, so der Plan von UKA. Gemeinden sind strikt dagegen

von
erstellt am 01.Jul.2016 | 20:45 Uhr

Auf einem Firmengelände am Ortsausgang von Kreien in der Rosenstraße in Richtung Wilsen  hat die „Umweltgerechte Kraftanlagen GmbH & Co. KG“ – kurz UKA – Informationsstände aufgebaut. Es geht um das neue Wind-Eignungsgebiet 35/16 „Vietlübbe-Kreien“, das sich derzeit in der ersten Stufe des Beteiligungsverfahrens des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg (RREP WM) befindet. „Wir schauen derzeit noch in eine Glaskugel“, sagt Martin Müller, verantwortlicher Projektleiter bei der UKA.

Zwischen Wilsen im Südwesten, Kreien im Norden sowie Vietlübbe und Hof Karbow im Nordosten sollen auf einer Fläche von zirka 160 Hektar  14 Windenergieanlagen entstehen – mit einer Nabenhöhe von 149 Metern, zirka viermal so hoch wie der Alte Wasserturm in Lübz. Wie der Windpark aussehen könnte, das zeigt Matthias Lehmann, ebenfalls Projektentwickler, an einem Computer. Schließlich könnten die Windenergieanlagen (WEA) mit  Rotorlängen von 61,66 Metern die höchsten Bauwerke in der Region sein.

Mit den Gemeinden, mit Unternehmen – vorrangig aus der Tourismusbranche –  will das Meißener Unternehmen beim Windparkprojekt „Vietlübbe-Kreien“ zusammenarbeiten. „Wir wollen zeigen, dass Windenergie und Tourismus möglich sind, sie schließen sich nicht aus“, erläutert Projektleiter Martin Müller. Mit den neuesten Medien – Smartphones und Tablets – solle der Windpark erlebbar gemacht werden. „Wir stellen uns Geo-Caching-Touren durch den Windpark vor.“ Auch um weitere Ideen zu sammeln, sind die UKA-Mitarbeiter nach Kreien gekommen.

Für Thomas Weißkirchen, Bürgermeister aus Kreien, ist die Info-Messe eine reine Werbeveranstaltung. Nicht nur er, sondern auch seine Amtskollegin aus der Gemeinde Gehlsbach, Hanni Stolper, ist gegen den Windpark. „Unsere Gemeindevertretung hat Beschlüsse dagegen gefasst“, sagt die Bürgermeisterin. Mehrere Einwohnerversammlungen hat es bereits gegeben: Die Mehrheit der Einwohner aus Gehlsbach und Kreien sind gegen den Windpark. Auch Uwe Leetz aus Kreien. Er unterstützt die Gegner, wo er nur kann. „Wir haben hier mehrere Naturschutzgebiete. Hier gibt es den Gehlsbach und Moore“, erklärt der Kreiener.  Doch es gibt auch Befürworter des Windparks. „Grundsätzlich sind wir keine Gegner. Wir fahren überall hin und dort stehen auch  immer mehr Windräder“, erklärt Ehepaar Hackbusch.

Für Hanni Stolper, Bürgermeisterin von Gehlsbach sind die Windpark-Tourismus-Pläne von UKA diametral zu den eigenen.  „Wir haben andere Pläne für die Region. Auch wenn UKA sagt, es gehe zusammen.“ Langfristige Planungen laufen bereits. „Wir wollen  – in Zusammenarbeit mit Ganzlin, Lübz und Plau – unsere Region touristisch erlebbar machen, das Quaßliner Moor zum Beispiel“, erzählt Hanni Stolper. Weitere Ideen sind, die fünf, sechs Naturschutzgebiete zu einem FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) zusammenzuführen. Unterstützt werden die Gemeinden dabei von mehreren Privatleuten und Gerd Holger Golisz, Leiter Zentrale Dienste im Amt Eldenburg Lübz. „Es soll schon vorgekommen sein, dass Horste von geschützten Vögeln zerstört wurden, um wesentliche naturschutzrechtliche Aspekte zu beseitigen“, sagt der Amtsleiter. 

Mit qualifizierten Gutachtern von KK Regioplan wird zusammengearbeitet. „Unser derzeitiger Untersuchungsstand würde mindestens eine erhebliche Reduzierung des Eignungsebietes erforderlich machen. Doch wir sind mit unseren Untersuchungen noch nicht am Ende“, so Gerd Holger Golisz.  Es geht um wichtige Vogelarten, die in dem Gebiet brüten und nisten – Rotmilan, Fischadler, Turmfalke, Wiesenweiher, Großer Abendsegler... „Wir werden alles daran setzen, die gemeindlichen Positionen auch rechtlich durchzusetzen“, geben sich Gerd Holger Golisz und Hanni Stolper kämpferisch.

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