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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

13. Dezember 2017 | 16:09 Uhr

Klare Linie : Gehlsbach weiter gegen Windkraft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bürgermeisterin Hanni Stolper möchte jetzt Kontakt zu Amtskollegen angrenzender Gemeinden aufnehmen. Anbieter von Windenergieanlagen machen Druck.

svz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 21:15 Uhr

Bereits vor vier Jahren hatte sich die Gemeindevertretung von Karbow-Vietlübbe (mittlerweile mit Wahlstorf zur Gemeinde Gehlsbach fusioniert) deutlich gegen den ins Auge gefassten Bau eines Windkraftparks auf ihrem Gebiet ausgesprochen. „Wir konnten ihn damals als noch einzelne Kommune mit dem fundierten Hinweis auf Naturschutzbelange verhindern“, sagt Bürgermeisterin Hanni Stolper. „Mittlerweile ist es allerdings so, dass nicht nur bei uns, sondern auch im Bereich Wahlstorf viele Gerüchte über eine neue Anlage die Runde machen. In der Tat weiß auch ich, dass uns Anlagenbauer gegenwärtig mit Angeboten und Vorschlägen überfallen und es wird schon versucht, Vorverträge mit Landeigentümern zu schließen – unglaublich! Wir werden umgehend damit beginnen, Argumente dagegen zu sammeln.“

Unabhängig davon, ständig wachsam sein zu müssen, habe man ungleich mehr in der Hand, wenn sich der Regionale Planungsverband mit den Kriterien beschäftigt hat, die für den Bau einer Anlage erfüllt werden müssen, und die Vorgaben beschließt. Dies geschehe nach jetzigem Stand am 17. Dezember. Dabei gehe es zum Beispiel um den Abstand zu Wohnbebauung und um den Fakt, dass Windräder durchaus Lärm verursachten und durch ihren massenhaften Bau dem immer wieder propagierten Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern schweren Schaden zufügten.

Auf einer sehr gut besuchten Einwohnerversammlung im zweiten Halbjahr 2013 hätten sich rund 95 Prozent der Anwesenden gegen das Vorhaben ausgesprochen. Wenn erforderlich, werde man auch ein in diesem Bereich bewandertes Ingenieurbüro einschalten. „Außerdem plane ich, Kontakt zu unseren Nachbargemeinden – Kreien im Westen und Ganzlin im Osten – aufzunehmen“, sagt Hanni Stolper. Das jetzt in der Luft stehende Vorhaben betreffe zum Beispiel auch Kreiener Gebiet, weil sich seine Fläche noch unbestätigten Angaben zufolge deutlich vergrößert haben solle. Wichtig sei, die grundsätzliche Einstellung der Nachbarn zu Windenergie und so zu erfahren, ob man mit ihnen einen Partner gegen die Baupläne habe oder nicht. „Ideal wäre, wenn wir geschlossen etwas abwenden können“, so die Bürgermeisterin. „Wir bekräftigen weiter die nicht vertretbaren Eingriffe in die Natur und vor allem in die Lebensumstände der Einwohner.“

Hanni Stolper habe die zuverlässige Information erhalten, dass in ihrer Gemeinde mittlerweile 12 verschiedene Firmen Werbung für Windenergie machen. An Pacht beispielsweise fließen an die Grundstückseigentümer ihrer Aussage zufolge zwischen 30 000 und 80 000 Euro – pro Anlage und Jahr: „Einmal davon abgesehen, dass die Beträge nach meinem Empfinden utopisch hoch sind, ist dies im Sinne aller auch deshalb nicht in Ordnung, weil sich die Kosten auf jeden umgelegt im Strompreis wiederfinden.“ Zwar äußerten die Konzerne in ihrer Werbung, dass die von ihnen produzierte Energie billiger als alles andere sei, doch in der Gesamtheit werde er letztlich teurer. „Wir müssen uns zwischen Landschaftspflege oder ihrer Verschandelung, zwischen begeisterten Touristen oder Ansiedlungsregion für moderne Großtechnik entscheiden“, so die Bürgermeisterin. „Immer daran denken sollte man bei einer wichtigen Entscheidung wie dieser, dass wir hier vor allem auch den Strom für Süddeutschland mit stengelloser Landschaft sind. Lohnt sich das? Gehen Sie doch zum Beispiel mal in die Ruhner Berge – an manchen Stellen gucken Sie nur auf Windräder! Da wollen wir nicht mitmachen.“

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