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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

16. Dezember 2017 | 11:53 Uhr

Landschaftsweiten : Geheimnisvolle Weiten in Öl

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Gemeinde Dobbertin um ein kulturelles Zentrum reicher: Neue Galerie befindet sich im Gemeindepark des Klosterdorfs

von
erstellt am 25.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Er schaut nachdenklich, hat eine Hand ans Gesicht gelegt. Das Porträt trägt den Namen Gustavo, das Modell ist ebenfalls da, als in der neuen Dobbertiner Galerie im Park die Ausstellung „Landschaftsweiten“ eröffnet wird. Dr. Brigitte Thierfelder, Schweriner Hautärztin, stellt dem Kultur- und Heimatverein Dobbertin e.V. insgesamt 27 Arbeiten – darunter vier Porträts – zur Verfügung. „Eine Stunde lang so sitzen. Das war anstrengend“, gesteht Gustavo. Doch er freut sich über das gelungene Bild.

Medizinerin und Malerin. Mal mehr das eine, mal mehr das andere. Dr. Brigitte Thierfelder hat früh geheiratet – mit 20 Jahren. „Mit 22 hatte ich schon zwei Söhne.“ Ws folgen zwei weitere. Und: „Mit 40 Jahren wartete ich noch immer auf Godot.“ Dann aber erkennt die Medizinerin, dass sie selbst tätig werden muss. Endlich platzt der Knoten und sie widmen sich frei der Malerei. Öl und Gouache – das sind ihre Techniken. Farbenfroh sind sie alle Mal. Brigitte Thierfelder schreibt auch. „Eine Ausstellungsbesucherin sagte einmal über meine Bilder, dass sie etwas Geheimnisvolles in sich tragen. Ich werde das Geheimnis nicht lüften.“ Die Besucher der Dobbertiner Vernissage dürfen bzw. sollen sich sogar selbst ein Bild machen, was die Künstlerin vielleicht gemeint haben könnte.

Horst Tober, Vorsitzender des Heimatvereins, freut sich außerordentlich, dass er für die erste Ausstellung in der neuen Dobbertiner Galerie eine Malerin gewinnen konnte. Und noch einen weiteren Grund zum Freuen hat der Vereinsvorsitzende: „Entgegen aller Vermutungen sind die Räume schneller fertig geworden. Dank geht da an unseren Bürgermeister Dirk Mittelstädt und alle fleißigen Helfer.“ Mit der neuen Galerie im Dobbertiner Gemeindepark – direkt neben dem Gemeindezentrum – erschließt sich für das Klosterdorf ein neuer kultureller Bereich. Dem Heimatverein ist es wichtig, kulturelle Angebot vorzuhalten. „Wir haben uns dazu entschieden, die Vernissage in den Ferien zu eröffnen, damit auch Schüler vorbeischauen können“, so Horst Tober.

Eines darf in Dobbertin nicht fehlen – neben Kunst und Kultur ist es die Musik. „Johnny“ Mehner – spontan wie er ist – „haute“ fröhlich in die Klaviertasten. „Singen kann ich das Mecklenburger Lied nicht, ich bin ja nicht von hier. Aber spielen kann ich es“, sagt er und lächelt. Mit Verstärkung durch Mitglieder des Heimatchores wurde dann zur Vernissage die erste Strophe gesungen – „wo die grünen Wiesen leuchten weit und breit, ... da ist meine Heimat, Mecklenburger Land.“ Das Lied passt perfekt zur Ausstellung. „Landschaftsweiten“ das ist unter anderem auch der Schweriner See in Öl, gemalt 2014 oder Birken auf Hiddensee. Doch es ist auch die große weite Welt – mitunter eine Tabakplantage auf Kuba. Weit entfernt von der Mecklenburger Heimat.

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