zur Navigation springen

Produkte aus der Region : Ganzlin-Pulver macht die Welt bunt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Beschichtungspulver GmbH beliefert heute 750 aktive Kunden in ganz Deutschland. Auch Kleinstmengen sind kein Problem

von
erstellt am 18.Jan.2015 | 22:00 Uhr

1993 gegründet setzten 24 Mitarbeiter der „Ganzlin Beschichtungspulver GmbH“ ihren Ehrgeiz daran, den Markt der Oberflächenbeschichtung zu erobern. Gut 20 Jahre später hat die Mitarbeiterzahl 75 erreicht und die sind technisch in der Lage, täglich 20  000 Kilogramm und dabei rund 40 verschiedene Pulverlacke hinsichtlich Glanz, Farbe und Struktur herzustellen. Beliefert werden aus dem kleinen Dörfchen nahe Plau inzwischen 750 aktive Kunden aus mehr als 20 Branchen. Optisch ganz nach Wunsch. Wahlweise kommen Korrosions- und/oder Chemikalien- bzw. Beständigkeit gegenüber mechanischen Einflüssen hinzu. Pulverlacke aus Ganzlin finden sich heute u.  a. im Schiffsinnenausbau, sie ummanteln Zapfsäulen an Shell-Tankstellen, sie sind an Brückenbauwerken zu finden, in der Fahrrad- und Landmaschinenindustrie, an Fassaden, Waschanlagen, Freizeitmöbeln…

Absatztechnisch haben sich die Ganzliner ganz Deutschland erschlossen. Doch noch mehr als der Westen ordert der Osten seine Pulverlacke hier. Was offenbar am Solidaritätsgedanken liegt. Bei gleicher Qualität und gleichem Preis haben die Ganzliner bei Ausschreibungen ihre Nase oft vor der Konkurrenz. Das schlägt sich letztlich auch im Umsatz nieder, der bei ca. 13 Millionen Euro jährlich liegt.

Der Erfolg steht und fällt mit den Kunden. Tatsächlich hat das Unternehmen seit Jahren keine Probleme, neue zu gewinnen. Die Akquise liegt bei konstanten acht bis zehn Prozent pro Jahr. Hier kann das Beschichtungswerk als vergleichsweise kleines Unternehmen ganz klar seine Vorteile gegenüber den Großen der Branche ausspielen. Von Anfang an sei es Ziel gewesen, eine Nische zu bedienen. „Anders als große Unternehmen können wir unseren Kunden auch Kleinstmengen liefern“, erklärt Geschäftsführer André Beckerman. Mehr noch, nach Jahren intensiver Entwicklungsarbeit haben die Ganzliner ein Beschichtungsverfahren entwickelt, das mit deutlich niedrigeren Temperaturen auskommt als herkömmliche. Das Pulver wird mittels elektrostatischer Aufladung aufgebracht und dann bei 160 bis 200 Grad im Ofen erhitzt. Je niedriger die Temperatur, desto besser.

Herzstück des Unternehmens ist (neben dem neuen Paternoster) das Labor. Gleichzeitig dient es der Produktentwicklung und -prüfung. „Allein hier beschäftigen wir 15 Mitarbeiter“, räumt Beckerman ein. Die Ganzliner setzen Prioritäten. „Einer unserer wichtigsten Erfolgsfaktoren sind die Qualität und schnelle Reaktionszeit unseres Labors.“ Natürlich hat das Unternehmen Pulverlacke in allen 208 RAL-Farbtönen am Lager und kann sie dem Kunden am nächsten Tag bis 12 Uhr zustellen. Doch bei Farbtönen aus anderen (viel breiter aufgestellten) Farbsystemen wie RAL-Design, NCS, Pantone oder Sikkens gibt es auch nach 20 Jahren noch weiße Flecken in der Ganzliner Rezepturenliste. Doch der Kunde ist König. Und genau deshalb setzen Projektleiterin Jana Schulz und ihre Kollegen alles daran, die Farbe innerhalb von fünf Arbeitstagen auszuarbeiten. Mischen, extrudieren, brechen, mahlen, sichten, prüfen – in kleinen Mengen wird das mit Bindemittel, Pigment und Füllstoff solange wiederholt, bis alles stimmig ist. Die Fertigung des gewünschten Produktes erfolgt nach Freigabe dann innerhalb weiterer fünf Arbeitstage. Alles in allem zehn Tage. „Meist sind wir sogar schneller“, strahlt Jana Schulz.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen