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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

25. November 2017 | 05:11 Uhr

Alternative Energie : Ganz dicht am Wind gebaut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Der Rostocker Windanlagenbauer errichtet weitere Türme bei Plauerhagen. Ein neues Layout macht den Park effektiver.

von
erstellt am 27.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Die Ende letzten Jahres an die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW 21) veräußerten Windenergieanlagen im Windpark Plauerhagen befinden sich derzeit im Bau. Sechs „eno  114“ sollen hier im zweiten Quartal 2016 fertiggestellt werden.

Im bestehenden Windpark hatte die eno energy GmbH * bereits 2009/2010 acht Windenergieanlagen des Typs eno 82 errichtet. Der jetzt neu hinzukommende Maschinentyp eno 114 verfügt über eine Nennleistung von je 3,5 MW und wird in Plauerhagen auf einer Nabenhöhe von 127,5 Metern errichtet. Die Stahlrohrtürme für die Anlagen liefert erneut das KGW. 1948 gegründet, sind die Schweriner ein geschichtsträchtiges Unternehmen mit langer Tradition als Zulieferer für den Schiffbau im gesamten Ostseeraum. Doch bereits vor Jahren hat KGW die energetische Schiene eingeschlagen und beschäftigt heute 260 Mitarbeiter fest.

„Der Bau des Windparks für den Betreiber DEW 21 geht kontinuierlich voran, die erste Windenergieanlage wurde bereits in Betrieb genommen“, so Stefan Bockholt, der technische Leiter von eno energy. Die im Januar 2016 fertiggestellte Vermessung der Leistungskurve des neuen Maschinentyps habe einen beinahe vier Prozent höheren Ertrag als berechnet ergeben. Die Entwicklung der leistungsstarken und vor allem turbulenzresistenten 3,5 MW-Plattform machte es möglich. Die Rostocker sprechen diesbezüglich von einem kompakteren Windparklayout nach dem (eno)up.site-Prinzip. Für Plauerhagen, wo es angewendet wird, bedeutet das: Die in zwei Reihen gestellten Anlagen werden dichter stehen als üblich. Die spezielle Rotorblatt-Aerodynamik und ihre turbulenz-unempfindliche Auslegung in Bezug auf Nachlaufströmungen dicht stehender Windturbinen würden dies möglich machen, erklärt Jacqueline Wünsch. Und, schickt die Leiterin der Projektentwicklung hinterher, die erste Schallmessung für den jetzt in Plauerhagen verwendeten Maschinentyp betrug nur 104,3 db(A), was deutlich niedriger sei als in der Entwicklung berechnet und nah am Bestwert der Windturbinen dieser Leistungsklasse.

Die Rostocker Windparkentwickler haben gute Erfahrungen gemacht, wenn sie bei Projekten die Gemeinden mit im Boot haben. Wie auch Barkhagen. Zwar ist die Gemeinde nicht Eigentümer der Flächen, gibt jedoch die Baulast. Dafür, dass die eno Gemeindewege und -straßen und bereits bestehende Kabeltrassen nutzen kann, erhält die Gemeinde momentan als Äquivalent Einmalzahlungen. Bürgermeister Steffen Steinhäuser, der bei der Windenergie das Erbe seines Amtsvorgängers und Vorreiters Fred Hamann angetreten hat, betont in diesem Zusammenhang gern die gute Zusammenarbeit mit der eno. Vor allem vor dem Hintergrund der immer schlechter werdenden finanziellen Ausstattung der Gemeinden. Zuletzt nämlich hatte der Windanlagenbauer die Gemeinde bei der Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens für die Feuerwehr Barkow unterstützt. Steinhäuser weiß, dass andere Windkraftanlagen -Bauer durchaus nicht so sensibel für kommunale Belange sind. Allerdings, auch das sagt Steinhäuser, sollte nach dieser Erweiterung in Plauerhagen auch Schluss sein.

Als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für die jetzige Erweiterung des Windparks Plauerhagen ist der weitere Rückbau des Gebäudebestandes im ehemaligen Munitionslager Bossow geplant. Hier werden sowohl Flächen entsiegelt als auch anschließende Maßnahmen zur Naturwaldentwicklung auf dem Areal in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Naturparks Nossentiner-Schwinzer Heide durchgeführt.




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