Gallin-Kuppentin : Gallin möchte keine Windkraft

Rund 50 Interessierte waren ins Galliner Gemeindezentrum gekommen, um den neuesten Stand zu erfahren.  Fotos: Ilja Baatz
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Rund 50 Interessierte waren ins Galliner Gemeindezentrum gekommen, um den neuesten Stand zu erfahren. Fotos: Ilja Baatz

Einwohner aller Ortsteile auf Versammlung über eventuellen Neubau informiert / Appell: Argumente sammeln, sonst wenig Chance

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24. Juni 2015, 08:00 Uhr

Nach der Entscheidung der Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg am 24. Februar, das sich zentral mit Windenergie beschäftigende Raumentwicklungsprogramm auszuweiten, stand fest: Auch für die Gemeinde Gallin-Kuppentin ist ein 52 Hektar großes Eignungsgebiet vorgesehen. Es wäre dort das erste und würde sich laut Bürgermeister Holger Klukas an der Straße zwischen Daschow und Penzlin befinden. „Nach Besprechen des Themas im Bauausschuss und in der Gemeindevertretung haben wir schon vor zwei Jahren beschlossen, keine Anlage für Windenergie bei uns zu errichten“, sagt Klukas. „Bei uns wird zum Beispiel Biogas produziert und tausende Hühner wachsen auf – die Belastung reicht.“

Die Ablehnung durch einen Beschluss auf lokaler Ebene in dieser Form reiche jedoch allein nicht aus, den eventuellen Bau des neu ins Spiel gebrachten Eignungsgebietes zu verhindern. Um zu erfahren, wie sich die Gemeindevertretung am besten verhält, und die Einwohner über die Problematik zu informieren,  kam am Montagabend Gerd Holger Golisz vom Amt Eldenburg Lübz nach Gallin. „Diese Sache ist von großer Bedeutung für Sie und die Gemeinde. Öffentlichkeit und Transparenz ist jetzt mehr denn je gefragt“, sagte er.

Golisz sei sowohl Vertreter der Gemeinden als auch Mitglied des Regionalen Planungsverbandes, dessen Versammlung letztlich entscheide, wo ein Windkraftgebiet gebaut wird: „Ich unterstütze weder die Windenergie-Lobby noch die andere Seite, sage aber klar, dass ich mich über diese Versammlung freue, um von den Einwohnern Resonanz zu erfahren.“

Die Absicht, mehr regenerative Energien einzusetzen, komme politisch betrachtet „von oben“, so dass die Entscheidung weder in den Händen von Landkreis, des Amtes und erst recht nicht einer Gemeinde lägen. Wenn darüber befunden werde, ein neues Windkraftgebiet anzusiedeln, habe sich Golisz als Vorsitzender des Kreisverbandes des Städte- und Gemeindetages stets „massiv dafür eingesetzt“, dass dem gemeindlichen Willen entscheidende Bedeutung beigemessen werde. „Denn wer kennt die Region, um die es geht, schließlich besser als die örtliche Gemeindevertretung, deren Mitglieder auch dort wohnen?“, so der Referent. Leider sei diese Position als unzulässig beurteilt worden, weil nicht nur Gemeinden beteiligt seien. Ausgehandelt wurde der Kompromiss, die Kommunen vorab einzubeziehen: „Es bringt ja auch nichts, miteinander zu sprechen, wenn alles erledigt ist. Und an dieser Stelle möchte ich erneut betonen, dass noch nichts feststeht!“

Parallel zum beschriebenen Weg seien Vertreter der Windenergie-Branche auf der Suche nach möglichen Räumen – Privatrecht, das mit dem offiziellen Weg nichts zu tun habe. Hauptziel sei, Geld zu verdienen: „Da geht es hart zur Sache.“

In touristischer Hinsicht sei Gallin-Kuppentin kein Schwerpunktraum wie etwa Plau am See, zeige jedoch in diese Richtung gehende Tendenzen, was ebenfalls als Argument dienen könne. „Sie können Informationen zur Verfügung stellen, die uns gar nicht bekannt sind“, sagt Golisz. „Es geht darum, sachliche Argumente zu liefern. Wir sind ganz am Anfang und jeder Betroffene hat die Möglichkeit, sich zu äußern – besonders die Gemeindevertretung.“

Im vorliegenden Fall hat der Bürgermeister eigener Aussage zufolge Kontakt mit dem Eigentümer des Landes aufgenommen, auf der die Windräder unter Umständen entstehen könnten. Ihm gehörten laut Klukas weit über 40 der 52 Hektar: „Er sieht gegenwärtig keine Veranlassung, die Räume zur Verfügung zu stellen.“

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