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Dirk Meyn sucht im Winter Nähe seiner Kunden : Gärtner bringt Frühling nach Sachsen

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Nach der großen grünen Woche ist vor der kleinen grünen Woche. Für Gärtnermeister Dirk Meyn, der in Rom seit fast zwei Jahrzehnten sein Familienunternehmen betreibt, gilt dies schon seit mehreren Jahren.

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erstellt am 10.Feb.2013 | 05:34 Uhr

Rom/Leipzig | Nach der großen grünen Woche ist vor der kleinen grünen Woche. Für Gärtnermeister Dirk Meyn, der in Rom vor den Toren der Kreisstadt seit fast zwei Jahrzehnten sein Familienunternehmen betreibt, gilt dies schon seit mehreren Jahren. "In den Wintermonaten ist naturgemäß in einer Gärtnerei weniger zu tun. Da bietet es sich förmlich an, nicht auf die Kunden zu warten, sondern sich zu ihnen auf den Weg zu machen", meint der Gartenprofi. Bereits zum zehnten Mal war er kürzlich als einer von zehn Ausstellern aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim auf der weltgrößten Nahrungsgütermesse unterm Berliner Funkturm vertreten. "Da gibt es natürlich schon viele Kunden, die den Stand zielgerichtet aufsuchen. Die bekommen bei mir rechtzeitig vor dem neuen Gartenjahr hochwertige Sämereien, die ersten Frühblüher für den Wintergarten und natürlich jede Menge Tipps gratis dazu", berichtet Dirk Meyn. Am Ende war er auch in diesem Jahr wie die meisten Aussteller mit dem Erlös auf der grünen Woche zufrieden. Schließlich wurden in Berlin wieder rund 400 000 Besucher gezählt.

Dirk Meyn blieb nicht viel Zeit, um sich auf seinen nächsten Messeauftritt vorzubereiten. Seit Sonnabend ist er in der Halle 1 am Stand 106 mit dem Namen "Meyn-Pflanzen, Bundesrepublik Deutschland" auf der "Haus-Garten-Freizeit" in den Leipziger Messehallen präsent. Unter dem Motto "Informieren, Testen, Kaufen" locken mehr als 800 Aussteller aus dem In- und Ausland mit Produkten rund um Garten und Freizeit bis Wohnen und Bauen. Ergänzt wird das Messeangebot mit vielfältigen Sonderschauen und Unterhaltungsprogrammen. Die Mischung gefällt offensichtlich dem Publikum und im Vorjahr zählte diese beliebte Veranstaltung im Sachsenland fast 180000 Besucher. "Ich bin bereits zum dritten Mal in Leipzig dabei. Die Atmosphäre spricht für sich und es ist eine gute Möglichkeit, die Gäste auf den Frühling einzustimmen. Die Sachsen sind bekanntlich sehr aufgeschlossen und da ist auch der Rat des Gärtners gefragt", freut sich Meyn. Besondere Aufmerksamkeit bekommt er als Aussteller auch deshalb, weil es schon etwas Besonderes ist, wenn ein Gärtner aus Rom farbenprächtige Primeln, Knollen und Sämereien anbietet. "Da bin ich auch gerne ein Botschafter für meinen Ort und die Parchimer Region. Viele Kunden waren bereits in Mecklenburg-Vorpommern, verleben hier seit Jahren ihren Urlaub und schwärmen für den Norden", erzählt der Gärtnermeister. Die Strapazen, die so ein achttägiger Messeauftritt mitbringt, nimmt er gerne auf sich. Im März gehört Dirk Meyn dann auch noch zu den Teilnehmern auf der Hanseschau in Wismar, die vom 7. Bis 10. März ihre Tore öffnet. Auch dort zählt er längst zu dem Stammausstellern. "Die Teilnahme an der regionalen Verbrauchermesse ist fast ein Muss. Dort bekomme ich mit Kunden Kontakt, die später in Rom in der Gärtnerei vorbeischauen, um qualitativ hochwertige Pflanzen und Blumen zu kaufen", weiß Meyn aus Erfahrung.

Auch während der Messereisen muss der Gärtnereibetrieb im heimischen Rom weiter laufen. Dafür garantieren Ehefrau Katrin Meyn und Mitarbeiterin Silvia Ziems. Unter dem schützenden Glasdach wachsen bereits tausende Frühblüher, darunter Primeln, Stiefmütterchen, Hornveilchen und auch Osterglocken heran. Die lieben zunächst Temperaturen von rund acht Grad Celsius. Nun wird die Heizung schrittweise weiter aufgedreht und zu mindestens in Meyns Glashäusern erwacht bei knapp 18 Grad der Frühling.

Ebenso energieaufwändig ist das zweite Standbein der Gärtnerei, die Anzucht von Gemüsepflanzen. Kleingärtner aus nah und fern kommen nach Rom, um sich hier kräftige Tomaten- , Gurken-, Salat-, Paprika-, Kohlrabi- und Porreepflanzen zu holen. "Gemüse von der eigenen Parzelle liegt im Trend. Da sind erfreulicherweise auch die Pflanzen aus der heimischen Gärtnerei stärker nachgefragt", freut sich der Geschäftsmann. Seine Kunden dürfen sich neben bewährten Sorten auch immer wieder auf Neuheiten freuen. Dazu gehören beispielsweise Herztomaten.

Dirk Meyn hofft, dass spätestens nach Ende der Hanseschau der Frühling hierzuland erwacht. "Ein erneuter oder langer Winter bringt uns immer Probleme." Hohe Energiekosten und das nicht voraussehbare Kaufverhalten sind für eine kleine Gärtnerei ein hohes Risiko.

Für den Gartenbaumeister aus Rom steht schon fest, auch im nächsten Winter geht er auf Messereise. "Ich hoffe sehr, dass es dafür weiterhin Unterstützung gibt. Für die Region zwischen Boizenburg und Plauer See ist eine gute Chance, sich überregional vorzustellen. Da gibt es sicher noch Reserven wie auf der grünen Woche deutlich wurde", meint Dirk Meyn.

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