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Photovoltaik wird kräftig ausgebaut : Gaarzer Solarpark sorgt für Zündstoff in Plau

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Der Solarpark Gaarz wird auf 50 Hektar vergrößert. Darum gab es bei den Plauer Stadtvertretern Diskussionen, doch mit 13 Ja-Stimmen und vier Ablehnungen wurde die Vorlage angenommen.

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erstellt am 26.Okt.2012 | 10:48 Uhr

PLAU AM SEE | Bei der jüngsten Stadtvertretersitzung in Plau am See hat eine Beschlussvorlage auf der Tagesordnung gestanden, die für einige Diskussionen sorgte. Es ging um den Aufstellungsbeschluss zur 1. Ergänzung des Plauer Bebauungsplanes Nr. 6 "Photovoltaikanlage Gaarz". Ziel des Bebauungsplanes ist es, mit der Festsetzung eines sonstigen Sondergebietes "Photovoltaik" die Erzeugung von umweltfreundlichem Solarstrom planungsrechtlich zu ermöglichen und zu sichern. Die Anlagen sollen so konzipiert werden, dass sich die Baukörper ins Landschaftsbild einfügen und keine erheblichen negativen Umweltauswirkungen erzeugen. Durch die geplante Eingrünung des Standortes wird die Wahrnehmbarkeit der Freiflächen-Photovoltaikanlage minimiert. Das Plangebiet, das westlich von der B 103 in etwa zwischen der Tankstelle und Dresenow bis Gaarz liegt, wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. Mit dem Solarpark werden diese Flächen weitestgehend einer extensiven Grünlandnutzung zugeführt. Die Planer von Baukonzept Neubrandenburg wollen eine natur- und siedlungsvertragliche Nutzungsmischung aus Grünlandbewirtschaftung, der Erzeugung erneuerbarer Energien und der Schaffung von Rückzugslebensräumen erreichen.

Zur Begründung der Ergänzung erläuterte Bürgermeister Norbert Reier: "Die Projektumsetzung erfolgte bisher nicht, weil die Einbindung in das Stromnetz zur Einspeisung des Solarstroms enorme wirtschaftliche Aufwendungen erfordert. Für die derzeit überplante Fläche von etwa 9,3 Hektar lassen sich diese Aufwendungen nicht rechtfertigen, so dass durch die Einbeziehung von bisher unbeplanten Flächen in einem Umfang zwischen 40 bis 90 ha die Wirtschaftlichkeit des Projektes erreicht wird." Beabsichtigt ist nun, auf einer Gesamtfläche von mindestens 50 ha Solarstrom zu erzeugen. Reier führte an, dass die Pachteinnahmen der im Besitz der Stadt befindlichen Flächen beim Solarpark höher als bei der landwirtschaftlichen Nutzung sind.

Rüdiger Hoppenhöft (CDU) wies drauf hin, dass in diesem Bereich die südliche Ortsumgebung geplant ist: "Das muss berücksichtigt werden, damit die Trasse nicht überbaut wird." Mirko Leddermann von Baukonzept sicherte zu, diesen Hinwies in die Planung einzubauen. Rotraud Schnarrer (CDU-Fraktion) verweigerte dem Projekt ihre Zustimmung: "Es ist eine schwierige Gradwanderung - auf der einen Seite wollen wir alternative Energie, auf der anderen Seite den Erhalt von landwirtschaftlichen Flächen. Der Sprung von ursprünglich 9,3 Hektar auf mindestens 50 Hektar ist extrem."

Die Einspeisung des Solarstroms kann nur in der der Nähe von Lübz erfolgen, es muss also eine etliche Kilometer lange 110-kV-Trasse gebaut werden, hinzu kommt ein Umspannwerk, das Zusatzkosten von drei Millionen Euro bedeutet, deshalb die Vergrößerung des Arals. Michael Kremp (Die Linke) ließ das nicht gelten: "Wenn ich so ein Projekt anfange, dann schaue ich mir die Möglichkeiten der Einspeisung an, sonst fange ich erst gar nicht an. Ich kann dieser Argumentation nicht folgen und sehe keinen ökologischen Nutzen." Hoppenhöft verwies auf die notwendige Verbesserung der Einnahmesituation der Stadt. Der Bürgermeister antwortete auf Nachfrage, dass pro Hektar 150 bis 180 Euro Ackerpacht erzielt werden, beim Solarpark aber 800 Euro. Er forderte aber auch, dass der Solarpark von einem Plauer Unternehmen betrieben wird: "Das muss wegen der irgendwann fließenden Gewerbesteuer vertraglich festgezurrt werden." Auch Dirk Tast (CDU-Fraktion) betonte: "Die Gewinne müssen in Plau bleiben! Das muss im Durchführungsvertrag eindeutig geregelt werden." Mit 13 Ja-Stimmen und vier Ablehnungen wurde die Vorlage angenommen.

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