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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 19:12 Uhr

Neuer Anlaufpunkt : Für mehr Gemeinsamkeit investiert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Neues Gemeindehaus der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde Lübz fertig / Jetzt alles auf einer Ebene / Altes Pfarrhaus verschwindet

von
erstellt am 15.Jan.2015 | 21:00 Uhr

Noch brennt das Licht und auch die Türklingel – eine Glocke aus Metall selbstverständlich, kein Plastikgehäuse für Elektronik – zeigt durch ihren bellenden Ton, dass Leben in ihnen steckt. Doch die Tage von beidem sind gezählt. Ende des Monats soll das ehemalige, schon lange leerstehende Pfarrhaus der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde Lübz, zu der auch Plau am See und Goldberg gehören, in der Kreiener Straße abgerissen werden. Hier entstehen dann unter anderem Parkplätze für das nebenan gleich hinter der Kirche in nur einem halben Jahr gebaute und erst kürzlich eingeweihte Gemeindehaus. „Für gemeinsame Veranstaltungen aller Gemeinden etwa gibt es jetzt einen rund 100 Quadratmeter großen Saal, der sich durch eine Schiebewand in 40 und 60 Quadratmeter aufteilen lässt“, sagt Pfarrer Hans-Theodor Purbst. „Früher hatten wir im Keller des alten Pfarrhauses vielleicht insgesamt 40.“

Als besonders prekär bezeichnet der Geistliche die einstige sanitäre Situation. Hinter der schon abgerissenen Garage war eine einzige Toilette angebaut. „Dort hinschicken mochte man niemanden mehr. Außerdem die lange Treppe aus dem Keller hinaufsteigen – alles zusammen war nicht mehr zumutbar. Dabei läuft die Diskussion schon mindestens seit 20 Jahren“, so Purbst.

Nach mehreren Beratungen mit Fachleuten habe festgestanden, dass eine Sanierung des schätzungsweise kurz nach dem Krieg errichteten Hauses so teuer wie der Neubau geworden wäre, der jedoch ungleich mehr Vorteile biete. Vor allem beim Umzug habe es viel Unterstützung durch Gemeindemitglieder gegeben. Aus dem alten Haus wurde alles Brauchbare mitgenommen, bis auf die Küche gab es nur sehr wenige Neuanschaffungen.

Die veranschlagten Baukosten in Höhe von 500 000 Euro werde man einhalten. In dem neuen Gebäude gibt es neben dem Saal eine Küche, ein Büro, eine Garderobe, getrennte Toiletten für Männer, Frauen und Behinderte sowie einen Abstellraum. Verbaut wurde in der Fassade viel Glas. Gedacht ist daran, dass man im Sommer durch die geöffneten Fenster mühelos auf die Terrasse gehen kann. Alles liegt jetzt ebenerdig und das Gemeindehaus lässt sich von der Kirche aus unter einer Überdachung erreichen.

Fast jeden Tag sei ein Mitglied des Kirchenvorstandes auf der Baustelle gewesen, um sich vom Fortschritt der Arbeiten zu überzeugen. Baubesprechung war an jedem Montag. Bevor das Projekt in Angriff genommen wurde, habe es von einigen vor allem in die Richtung gehende Kritik gegeben, dass der Neubau gar nicht nötig sei und alles wie früher bleiben könne. „Dies hat sich meiner Erkenntnis zufolge gewandelt. Und gut ist, wenn allen klar wird, dass nicht der Pfarrer gebaut hat, sondern dies für die Gemeinde geschehen ist“, sagt Purbst. Wichtig sei jetzt, die neue Anlage mit Leben zu erfüllen (erste Familienfeste gab es schon) und zu klären, wer hier künftig Ordnung hält. Über die noch ausstehende, im Frühjahr erfolgende Außenbepflanzung gebe es noch Gespräche.

Purbst leitet die Gemeinde seit fünf Jahren. Er zeigte sich von Anfang an auch im baulichen Bereich aktiv. Schon 2010 wurde zum Beispiel die 1922 geweihte Kirche von Grund auf saniert.

 

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