Saisonstart : „Frühlingsluft in Stangen“: Der Spargel aus Quetzin

Spargel aus Quetzin
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Spargel aus Quetzin

Auf dem Bauernhof der Familie Reichelt in Quetzin wird Freitag von 10 Uhr an Hoffest gefeiert

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29. April 2015, 22:00 Uhr

Die Hühner flitzen zwischen den Stühlen umher, der Hahn springt auf den Zaun und kräht. Ein neuer Tag ist auf dem Bauernhof Reichelt in Quetzin am Heidensee angebrochen. Nach dem „Winterschlaf“ herrscht wieder geschäftiges Treiben auf dem Bauernhof. Vor dem Hofladen mit Café steht ein großer Sonnenschirm, bereits aufgespannt. Die Sonne scheint, aber die Wärme fehlt. Auf den Feldern direkt an der B 103 wächst ein königliches Gemüse heran. Unter der schwarzen Folie schiebt es sich durch die Erde nach oben: Asparagus lautet sein lateinischer Name, besser bekannt als Spargel.

Das Wetter spielt leider nicht mit – in diesem Spargeljahr. „Wir brauchen Sonne und Wärme“, sagt Tino Reichelt und schaut gen Himmel. Die Sonne ist da, aber die Wärme fehlt. „Wir hatten heute Morgen wieder null Grad“, wirft Mutter Manuela Reichelt ein. „Die Dämme kühlen einfach immer noch zu stark aus in der Nacht“, erklärt sie weiter. Deshalb gibt’s den Quetziner Spargel bislang nur im Hofladen und für Hotels. „Leider haben wir noch nicht genug, um unsere Verkaufsstände zu öffnen“, sagt Manuela Reichelt. Vor allem nach Kühlungsborn liefern die Reichelts in diesem Jahr ihren Spargel. Frisch gestochen und bereits geschält. Denn neuerdings gibt’s auf dem Hof eine Spargelschälmaschine, der ganze Stolz von Sohn Tino.

Auf gut zehn Hektar wächst Spargel. In diesem Jahr wurde neuer angepflanzt. Spargelstecherin Cornelia aus Rumänien ist auch wieder da. Schaut genau hin, wo der Spargel durchkommt. Nimmt ihren Spargelstecher und sticht zu. Direkt vom Feld geht er ins neue Häuschen auf dem Hof und wird gewogen: Rund 13,2 Kilogramm kommen in einer Kiste zusammen. Dann geht’s in die Spargelschälmaschine. Tino Reichelt freut sich, denn auch er spart damit Zeit. Innerhalb weniger Sekunden werden die Stangen geschält ausgespuckt. „Viele unserer Kunden, vor allem Hoteliers und Gastronomen fragen nach geschältem Spargel. Aber auch Kunden aus dem Hofladen.“ Ein Euro mehr kostet das Kilo „Elfenbein“ dann. Doch die meisten Kunden bezahlen es gern.

Tino Reichelt steht hinter der Maschine und schiebt nach und nach die Stangen in die Maschine. Hinten wird die Stange herausgeworfen, frisch gestochen, frisch geschält und frisch gewaschen geht’s dann in die Hotels, Küchen und Supermärkte der Region.

Doch Spargel gibt’s auch am morgigen Freitag, dem 1. Maifeiertag. Dann nämlich wird Hoffest gefeiert. Von 10 Uhr an können Kinder bei einer Bauernhofrallye mitmachen, Damen sowie Herren sich im Spargelschälen testen und sich um den Titel des besten Tortenbäckers bewerben. „Wir bieten Spargelessen an und gegrilltes Wildschwein. Unser Erlös wird auch in diesem Jahr wieder gespendet“, erzählt Manuela Reichelt. An wen? Das wird noch nicht verraten.

Vor allem auf den Spargelschälwettbewerb freuen sich die Reichelts. Auch Sohn Tino. „Ich mache dieses Jahr mit. Hab doch jetzt meine Maschine“, sagt er und lächelt verschmitzt. „Doch leider wurde ich schon disqualifiziert.“ Nur wer traditionell den Spargel schält, darf mitmachen. Einige Teilnehmer bringen sich sogar den eigenen Sparschäler mit.

Manuela Reichelt hofft jetzt auf gutes Wetter, nicht nur für morgen. Sondern vor allem für den Spargel, der unter der schwarzen Folie auf Feldern direkt an der B 103 heranwächst. Denn auch sie will in diesem Jahr noch Spargel essen, die „Frühlingsluft in Stangen“ genießen.  

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