Lokale Projekte : Frühe Ebbe im Kofi-Topf befürchtet

Museumsfreund Dieter Froh (r.) führte Helmut Holter und weitere Gäste durch die erweiterte Ausstellung auf der Plauer Burg.
Museumsfreund Dieter Froh (r.) führte Helmut Holter und weitere Gäste durch die erweiterte Ausstellung auf der Plauer Burg.

Linkenfraktionschef Helmut Holter informierte sich in Plau über LEADER-Vorhaben. Lokale Akteure baten ihn, sich in den Gremien der Landespolitik dafür einzusetzen, dass die geplanten drei Mio. Euro für lokale Projekte vom Land noch aufgestockt werden.

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21. November 2014, 22:00 Uhr

Seit 1991 fördert die EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum. Schwerpunktmäßig waren dafür vor Beginn der letzten Förderperiode (2007 - 2013) die sogenannten ELER-Mittel aufgelegt worden. Fünf Prozent und damit 71,3 Mio. Euro standen dafür bereit. 6,45 Mio. Euro flossen in die Umsetzung von 76 Projekten öffentlicher Träger und privater Akteure im Bereich der lokalen Aktionsgruppe Warnow-Elde-Land. Die ist eine von insgesamt 13 LEADER-Regionen im Land. Während in den Ämtern Goldberg-Mildenitz und Banzkow die meisten Projekte angesiedelt waren, ging der höchste Anteil an Zuschüssen ins Amt Plau am See. Nämlich knapp 1,56 Mio. Euro – für insgesamt 11 Projekte.

Inzwischen ist die LEADER-Periode 2014 - 2020 angelaufen. Das ELER-Budget für diesen Zeitraum ist auf 78,97 Mio. Euro angehoben worden.

In Vorbereitung auf das Treffen von Kommunal- und Landespolitikern auf dem Parlamentarischen Tag MV bereiste Helmut Holter, Fraktionschef der Linken im Landtag, dieser Tages mehrere Landkreise. Auf der Plauer Burg war er am Donnerstag mit Sonja Burmester, Vorsitzende der Plauer Heimatvereins, Kristin Hormann, Regionalmanagement LAG Warnow-Elde-Land, Bürgermeister Norbert Reier und Dieter Froh, Mitglied bei den Museumsfreunden, verabredet. Der Landespolitiker informierte sich über LEADER, Zielsetzungen der Gemeinschaftsinitiative, bisher Erreichtes und nächste Projekte. Sein Interesse galt der Lebensqualität der Menschen in ländlichen Räumen – vor dem Hintergrund etwa von Mobilität, ärztlicher Versorgung, kultureller, touristischer oder auch Bildungsangebote und der Frage, wie sich hier gestaltet, was das Leben angenehm macht und wie mit Förderung Entwicklung vorangetrieben und Beschäftigung generiert werden kann.

Holter zeigte sich begeistert. Zum einen von der beeindruckenden Klasse des in diesem Jahr erweiterten Burgmuseums, was dem Engagement der ehrenamtlichen Burgfreunde zu danken ist. Andererseits war er beeindruckt von der erfolgreichen Sanierung der Burgscheune in drei Bauabschnitten, die den Rahmen für die sehr umfassende Reise in die Geschichte des Luftkurortes und die Technik des 19. Jahrhunderts erst möglich machte.

Bürgermeister Reier nutzte den prominenten Besuch, um seinem Parteifreund nächste Vorhaben der Stadt vorzustellen: Auf dem Gelände der ehemaligen Wäscherei ist der Bau von 135 Parkplätzen vorgesehen. Darüber hinaus plant die Stadt den Umbau des Fronthauses der Burg zum „Haus des Gastes“ (SVZ berichtete). Besucher könnten künftig am Parkplatz bequem aufgefangen, im Haus des Gastes willkommen geheißen und von dort geleitet werden, so Reier. Anders als die Burgsanierung sind diese Vorhaben nicht als LEADER-Projekt geplant, sondern warten auf beantragte Fördermittel beim Wirtschaftsministerium.

Die Runde nutzte die Gelegenheit, Helmut Holter eine Bitte mit auf den Weg zu geben und sich in den zuständigen Landesgremien stark zu machen. Kristin Hormann, die Regionalmanagerin der LAG Warnow-Elde-Land, erklärt: LEADER-Vorhaben finanzieren sich aus EU-Geldern, nationalen Kofinanzierungsmitteln und kommunalen Budgets. Es sei beileibe kein Geheimnis, dass es den Kommunen immer schwer gefallen ist, die Ko-Fi-Mittel aufzubringen. Plau sei da keine Ausnahme gewesen. Noch schwerer falle es jedoch privaten Initiativen, so Kristin Hormann. MV, genauer gesagt das Landwirtschaftsministerium, will sich in der laufenden Förderperiode erstmals an der Kofinanzierung beteiligen. Mit drei Mio. Euro. Das sei entschieden zu wenig, kritisiert nicht nur Kristin Hormann. „Wir haben schon jetzt verstärkt Anfragen von gemeinnützigen Vereinen und privaten Trägern und befürchten, dass das Landesbudget nach nicht einmal der Hälfte der Förderperiode aufgebraucht sein wird.“ Kommunale wie private Antragsteller setzen ihre Hoffnung darauf, dass das Land bei der Mittelbereitstellung nochmal nachdrehen wird. Andernfalls könnten möglicherweise zahlreiche Projekte im Förderzeitraum nicht realisiert werden.

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