Neues Konzept : Frischzellenkur fürs Naturmuseum

Mit einem Glasverbinder soll der Eingangs- und Kassenbereich später mit dem Haupthaus verbunden werden.  Zeichnung: architekten und ingenieure lemke-uphaus gmbh
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Mit einem Glasverbinder soll der Eingangs- und Kassenbereich später mit dem Haupthaus verbunden werden. Zeichnung: architekten und ingenieure lemke-uphaus gmbh

Sanierte Außenhülle, neuer Inhalt: Derzeitiger Konzeptentwurf des Goldberger Museums fußt auf drei Präsentationsmethoden

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26. Juni 2017, 21:00 Uhr

Zu einem „Bildungserlebnis der besonderen Art“ soll das Naturmuseum Goldberg heranwachsen. Es soll zu einem Laboratorium werden, in dem die Besucher die Geschichte nicht nur anfassen, sondern auch interaktiv erleben können. „Noch ist das Drehbuch nicht zu Ende geschrieben“, sagt Marco Pahl, Geschäftsführer der Grafikagenten in Rostock. Gemeinsam mit seiner Kollegin Anke van der Wall betreuen sie das Projekt innenarchitektonisch.

Derzeit wird das Naturmuseum Goldberg für knapp 2,4 Millionen Euro saniert – außen wie innen. „Die Goldberger Stadtverwaltung bekennt sich zu seinem Museum. Das ist wichtig“, erklärt Dr. Steffen Stuth, Vorsitzender des Museumsverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V., auf SVZ-Nachfrage. Er steht dem Projekt – vor allem der konzeptionellen Neuausrichtung – beratend zur Seite. „Das Naturmuseum hatte kein klares Profil. Das muss jetzt herausgearbeitet werden“, erklärt der Historiker weiter.

Der derzeitige Konzeptentwurf fußt auf drei Säulen: Geschichte soll mittels Texten und Objekten inhaltlich vermittelt werden – ganz klassisch. Objekte können in Schaudepots präsentiert werden – Museum und Bestände stehen dabei im Fokus. Die dritte und letzte Säule zieht sich wie ein roter Faden durchs gesamte Museum als sogenannte pädagogische Strecke. Mittels Entdecker- und Mitmachstationen kann geschichtlicher Inhalt auch spielerisch erfasst werden. „Es geht ums aktive Mitmachen“, erläutert Marco Pahl. Schließlich sollen Einwohner, Schüler und Touristen zukünftig ins neue Naturmuseum Goldberg gelockt werden.

Vorindustrielles Zeitalter, die Geschichte des Hauses, die Besiedlung des Goldberger Raumes bis ins 12. Jahrhundert, die Stadtgeschichte vom 13. bis ins 21. Jahrhundert anhand ausgewählter Exponate im Überblick, Goldberg als Kurort, die Mildenitztstadt und das Kloster Dobbertin in enger Beziehung, bekannte Goldberger, Tiere in Sagen- und Märchenkultur... Die Fülle der Goldberger Sammlung ist immens – gut 30  000  Objekte umfasst sie. Dennoch: Die Fülle allein macht noch kein Museum, vor allem kein modernes. „Um das Museum in Goldberg zukunftsfähig zu machen, muss es profiliert werden“, erklärt Dr. Steffen Stuth. Die Anfänge sind gemacht, derzeit wird am Konzept noch gefeilt. Doch vom grobem Konzept der dreiteiligen Präsentationsmethoden würde der Rostocker Historiker nicht abweichen wollen. „Ein Museum ist nur erfolgreich, wenn es arbeiten kann. Genau das ist in Zukunft auch in Goldberg gefragt“, erklärt der Verbandsvorsitzende.

Tägliche Öffnungszeiten, Fachpersonal, Sonderausstellungen... „Hier ist die Arbeit von Museumspädagogen gefragt. Und der Wille, sich zum Standort Goldberg als Museumsstandort zu bekennen. Wir vom Verband haben gesagt, ,es reicht nicht aus, das Museum nur zu sanieren‘. Danach muss mehr kommen. Ein Museum hat einen klaren Bildungsauftrag, den es zu erfüllen gilt“, so Dr. Steffen Stuth.

Die Anfänge sind gemacht. Bis Ende Oktober 2017 soll die Sanierung abgeschlossen sein. Fördermittel wurden eingetrieben. Doch auf weitere Hilfe ist die Stadt Goldberg angewiesen. „Wir haben zwar 800  000  Euro in den derzeitigen Haushalt eingestellt“, erläutert der leitende Verwaltungsbeamte Marko Kinski. „Dennoch würden wir uns über Spenden freuen.“ Damit die Frischzellenkur des Goldberger Naturmuseums einen erfolgreichen Abschluss findet.  

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