Lokalpolitik : „Freue mich auf Herausforderung“

Alexander Leetz tritt zur Bürgermeisterwahl am 7. Mai in Kreien an.
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Alexander Leetz tritt zur Bürgermeisterwahl am 7. Mai in Kreien an.

Alexander Leetz tritt als Einzelkandidat zur Bürgermeisterwahl am 7. Mai in Kreien an. Er hat auch positive Dinge im Blick.

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18. April 2017, 06:00 Uhr

Am 7. Mai sind die Einwohner der Gemeinde Kreien dazu aufgerufen, einen neuen Bürgermeister zu wählen. Eine lokalpolitisch gesehen unruhige Zeit soll damit zuende gehen: Nach der langjährigen Amtsinhaberin Birgit Lange hatten zwei Männer den Posten binnen kurzer Zeit bekleidet: Zunächst Wilhelm Schröder ab Sommer 2014 und dann Thomas Weißkirchen ab Mitte März bis Dezember vorigen Jahres. Beide traten aus gesundheitlichen Gründen zurück. Zwischendurch war Daisy Herbst „amtierende Bürgermeisterin“ – so die offizielle Bezeichnung – und sie ist es weiter bis zur Wahl.


Alexander Leetz tritt als Einzelbewerber an


Auf den Aufruf des Amtes Eldenburg Lübz, bis zum 22. Fe-bruar Kandidatenvorschläge bei ihm einzureichen, kam einer: Von Alexander Leetz aus Kreien, der als parteiloser Einzelbewerber antritt.

Der 33-Jährige gebürtige Kreiener kann auf einen erfolgreichen beruflichen Lebensweg verweisen. Nach der seinen Worten zufolge „sehr guten“ dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Energieelektroniker bei der WEMAG wechselt er 2003 zu den Ludwigsluster Stadtwerken – genau zu dem Zeitpunkt, als diese die Stromversorgung von der WEMAG übernehmen. „Da hatte ich wirklich Glück“, sagt Leetz im SVZ-Gespräch. „Ausbildung und weiteres Berufsleben gingen nahtlos ineinander über.“

Zunächst arbeitet der junge Mann bis Ende 2009 „draußen am Netz“, wie er es nennt, tauscht zum Beispiel Stromzähler aus und behebt Störungen. Erst nach diesen praktischen Erfahrungen kommt die Tätigkeit im Büro. In dieser Zeit absolviert der Kreiener dann als Quereinsteiger neben seiner Tätigkeit eine weitere Ausbildung – zum Bürokaufmann, und das wegen der sehr guten Leistung in nur eineinhalb Jahren.

2013 kommt Leetz nach Kreien zurück, wo er heute als selbstständiger Vermögensberater arbeitet. Wie kommt es dazu, wenn man unter anderem sogar schon ein gut bezahltes Beschäftigungsangebot aus Bayern erhalten hat? „Vor allem wegen der Natur erinnere ich mich an eine sehr gute Kindheit in Kreien. Ich habe selber drei Kinder und möchte, dass auch sie mit diesen Vorteilen aufwachsen, die es sonst nicht so einfach gibt. Außerdem leben zwei Großmütter im Ort und meine Eltern wohnen drei Häuser weiter. Besser kann es nicht sein.“ Auf die Frage, weshalb er sich dazu entschlossen habe, als Bürgermeister zu kandidieren, antwortet Leetz: „Schon als 18-Jähriger war ich Berufener Bürger im Finanzausschuss und schon immer ein Mensch mit festen Zielen und Wünschen. Ein ganz oben stehendes Ziel war stets, einmal Bürgermeister von Kreien zu sein.“ Er werde im Falle einer erfolgreich verlaufenen Wahl darauf angewiesen sein, sich in sehr viele neue Dinge einzufinden, was für ihn jedoch kein Problem sei, weil jedes Lernen einen Menschen voranbringe. Sehr wichtig finde der Kandidat, sich rege mit Amtskollegen und der Verwaltung auszutauschen. „Ich freue mich auf die Herausforderung“, sagt er. „Kreien stand immer für Kontinuität, wie etwa Birgit Lange zeigte, und ich möchte sie fortsetzen.“

Auch Leetz weiß um die großen Sorgen kleiner Gemeinden gerade in finanzieller Hinsicht und die umfasende damit zusammenhängende Arbeit, lasse sich dadurch jedoch nicht abschrecken und wolle zudem auch positive Dinge nicht unerwähnt lassen. So gebe es in Kreien beispielsweise eine erst vor wenigen Jahren komplett sanierte, schöne Kita, in der sehr gut gearbeitet werde. Die Jugendfeuerwehr, in der der Kandidat einst selbst Mitglied war, sei wie die Feuerwehr insgesamt ein wichtiger Anlaufpunkt, in dem sehr viel Engagement stecke, und auch das Straßennetz befinde sich in einem guten Zustand.


Breitbandversorgung muss verbessert werden


Als verkommenes Schmuckstück der Gemeinde sieht der 33-Jährige hingegen den See an: „Er ist verschlammt und der gegenwärtige Zustand lädt im Gegensatz zu früher niemanden mehr dazu ein, ihn als Ausflugsziel zu wählen. Noch vor ein paar Jahren hat man an seinem Ufer kaum einen freien Platz gefunden, wie die stets große Zahl an der Straße geparkter Autos zeigte.“ Außerdem müsse die Breitbandversorgung unbedingt verbessert werden.


Partei selbst soll nicht an erster Stelle stehen


Politik ist für ihn schon früh so interessant, dass Leetz oft zum Beispiel im Fernsehen über mehrere Stunden Bundestagsdebatten verfolgt, auch in seinem Umfeld jedoch kein Verständnis dafür erntet: „Politische Größen fast aller Parteien haben früher ohne Umwege klar gesagt, was Sache ist. Dies hat sich stark geändert. Heute wird ungleich mehr taktiert und drum herum geredet, was vielen Menschen nicht gefällt. Sie sind verunsichert, was zur Folge hat, dass einst große ,Volksparteien‘ noch gut 20 Prozent der Stimmen – die Hälfte von früher – erreichen.“ Auf lokaler Ebene sollte Parteipolitik keine Rolle spielen, sondern das Finden gemeinsamer Lösungen über Parteigrenzen hinweg im Vordergrund stehen, was durchaus funktionieren könne. Deshalb sei es auch in Kreien wichtig, zur Wahl zu gehen.

Leetz ist großer Fußballfan und auch deshalb noch Jugendtrainer beim TSV Vietlübbe. Bei erfolgreicher Wahl zum Bürgermeister werde diese Ära jedoch enden, weil die täglich zur Verfügung stehende Zeit für alles zusammen dann nicht mehr ausreicht.

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