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Vor fünf Jahren Gesellschaft zu Ehren des Schriftstellers gegründet : Fontane im Kloster Dobbertin gedacht

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Die Dobbertiner Klosteranlage ist wohl einer der authentischsten Orte für ein Gedenken an Theodor Fontane (1819-1898). Der Schriftsteller pflegte dort eine 20-jährige Freundschaft mit der Stiftsdame Mathilde von Rohr.

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erstellt am 10.Feb.2013 | 05:35 Uhr

Dobbertin | Die Dobbertiner Klosteranlage ist wohl einer der authentischsten Orte für ein Gedenken an Theodor Fontane (1819-1898). Der Schriftsteller pflegte dort doch eine 20-jährige Freundschaft mit der Stiftsdame Mathilde von Rohr. Die Fontane-Gesellschaft hatte in den 90-er Jahren das Kreuz auf dem Grab der Stiftsdame restaurieren lassen. 2000 war Fontanes Briefwechsel von Gotthard Erler neu herausgegeben worden. Doch es dauerte bis 2007 bis die Idee für die Bildung einer Mecklenburger Sektion der Theodor-Fontane-Gesellschaft genug Freunde fand.

Am 9. Februar 2008 erfolgte die offizielle Gründungsversammlung, bei der mit dem Literaturwissenschaftler Professor Hubertus Fischer der damalige Präsident der Fontane-Gesellschaft den Eröffnungsvortrag "Blicke auf die märkische Landschaft" hielt. Danach rückte Brigitte Birnbaum mit ihrem Buch "Fontane in Mecklenburg" Dobbertin noch mehr in das Blickfeld. Davon angeregt, beschäftigte sich der damalige Klosterbauleiter Horst Alsleben mit Fontane und Mathilde von Rohr und knüpfte erste Kontakte zum Fontane-Archiv in Potsdam. Sein Nachfolger Lutz Camin ermöglichte es, dass Fördergelder für eine Dauerausstellung flossen.

Unter Vorsitz von Gabriele Liebenow hat der Freundeskreis in den fünf Jahren seines Bestehens rund 25 Veranstaltungen organisiert (Vorträge, Lesungen, Konzerte, Führungen, Fontane-Essen). Gemeinsam mit dem Förderverein des Klosters Dobbertin fungiert er außerdem als Herausgeber der "Dobbertiner Manuskripte", die im Klosterladen vertrieben werden. Ruth Kentzler hat es ermöglicht, dass für den Fontane-Platz im Kloster im März die Ausschreibung für eine Fontane-Skulptur erfolgen wird. Die Platzgestaltung soll 160 000 Euro kosten.

Bei der Jubiläumsfeier am vergangenen Sonnabend ließ die Vorsitzende Gabriele Liebenow die Geschichte des Freundeskreises Revue passieren.

"Mein Weg zu Fontane führt über Gräber", verdeutlichte dagegen Gabriele Liebenow ihren persönlichen Zugang zum Schriftsteller. Geradezu fasziniert sei sie von der Heinz-Knobloch-Publikation "Alte und neue Berliner Grabsteine" gewesen, die den mühevollen Zugang zum Grab Fontanes schilderte, das mit dem Bau der Berliner Mauer auf einem Friedhof im Grenzgebiet lag und nur mit Sondergenehmigung erreichbar war. Als Abiturientin, so erinnerte sich Liebenow, sei sie ziemlich wütend auf Fontane gewesen, "weil er seine großartig beschriebenen Frauenfiguren immer hat scheitern lassen".

Weitere Infos zum Freundeskreis und den Veranstaltungen finden sich im Internet unter www.kloster-dobbertin.de/fontane. Am 20. Juli wird die schottischen Gruppe "North Sea Gas" zum Konzert erwartet. Reservierungen sind unter liebenow@kloster-dobbertin.de möglich.

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