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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. August 2017 | 12:13 Uhr

Lübz : Förderschule jetzt Seminarschule

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Lübzer Lehrerteam übernimmt Ausbildung der Referendare für Sonderschulpädagogik sowie Lehramt an Grund- und Regionaler Schule

Die Förderschule Am Neuen Teich in Lübz ist nicht nur irgendeine Schule. Seit diesem Schulhalbjahr trägt sie offiziell auch die Bezeichnung „Seminar- und Ausbildungsschule für Referendare des Landes Mecklenburg-Vorpommern“. Ein Schild am Gemäuer der Einrichtung zeigt es ganz deutlich. Schulleiter Steffen Petzak ist stolz: „Hier wurde eine Förderschule – und das betone ich ganz deutlich – zu einer Seminarschule bestimmt, nicht nur für Referendare des Lehramtes für Sonderschulpädagogik, sondern auch für die Lehrämter an Grundschulen sowie Regionalen Schulen.“ Das Besondere dabei: Die Lübzer Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen ist damit im gesamten Bundesland die einzige Förderschule, an der dies derzeit praktiziert wird.

Durch das Engagement von Birgit Lemcke, Schulrätin beim Staatlichen Schulamt Schwerin, wurde dies möglich. „Sie hat mir den Vorschlag unterbreitet, Seminarschule zu werden“, erinnert Steffen Petzak. Erst für Sonderschulpädagogik, dann auch für Grundschulen und Regionale Schulen im Bereich des Altkreises Parchim. Voraussetzung: Einen passenden Studienleiter finden, der den Anforderungen entspricht. „Das ist natürlich eine Herausforderung für uns als Schule, die wir aber gern annehmen.“

Allein muss Steffen Petzak die Aufgabe nicht stemmen. Er hat sich Claudia Schilke ins Boot geholt. Sonderschulpädagogin und seit 2014 Mitglied des Lehrerteams in Lübz. Sie übernimmt den Part der Studienleiterin. Bei ihr haben die Anforderungen gepasst, sie entspricht dem Profil. „Derzeit betreue ich schon zwei Referendarinnen“, erzählt Claudia Schilke. Die eine absolviert ihr Referendariat an der Kantor-Karl-Ehrich-Grundschule in Plau am See, die andere an der Schule am Ruhner Berg in Marnitz. Die Studienleiterin aber betreut nicht nur, sie bildet auch aus – inhaltlich wie praktisch. Ihr Aufgabenspektrum ist noch breiter gestreut. Deshalb drückte Claudia Schilke in den vergangenen Wochen immer wieder selbst die Schulbank. „Für mich als Sonderschulpädagogin ist dieser Part sehr spannend. Es macht Spaß. Und es zwingt mich selbst, mich mit Grund- und Hauptschule zu befassen.“ Schließlich soll sie ihre Schützlinge zum erfolgreichen zweiten Staatsexamen führen.

In den vergangenen Wochen hat sich Claudia Schilke ein Netzwerk von Partnern aufgebaut. Denn auch sie allein schafft die Ausbildung der Referendare nicht. „Es gibt noch Fachleiter und die Mentoren. Wir alle bilden ein Team, tauschen uns regelmäßig aus.“ Das sollen auch die Referendare untereinander können.

Eine erste Einführungsrunde für die Lehrer in Ausbildung hat es bereits an der Lübzer Förderschule gegeben. „Ich bin den Kollegen sehr dankbar, dass sie an diesem Tag ihren Unterricht geöffnet haben“, erzählt Schulleiter Steffen Petzak. So konnten die Referendare erste Förderschulluft schnuppern. Und diese ist definitiv eine ganz andere als an Grund- und Regionalen Schulen. „Wir arbeiten viel kleinschrittiger, viel individueller. Und unsere Klassengrößen sind ganz anders, viel kleiner“, erklärt die Sonderschulpädagogin.

Wie das Arbeiten an einer Förderschule funktioniert, das werden die zukünftigen Referendare fortan in Lübz kennen lernen. „Es geht hier um Inklusion. Schließlich gibt es an Grundschulen immer mehr Kinder mit Besonderheiten. Wir sind jetzt Kompetenzträger für die Ausbildung an den Grund- und Regionalen Schulen“, erläutert Steffen Petzak. Dass er gemeinsam mit Claudia Schilke auch Neuland betritt, spornt den Schulleiter eher noch mehr an. „Ich habe mich als Sonderschulpädagoge immer gern weitergebildet. Das kann ich jetzt auch wieder.“ Und er ist Schulrätin Birgit Lemcke dankbar. Dankbar dafür, dass seine Förderschule jetzt zu einem Leuchtturm in ganz MV wird.

 

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erstellt am 22.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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