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22. November 2017 | 03:12 Uhr

Gastronomie in MV : Fleisch von nebenan auf dem Teller

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Drefahler Gastronomin setzt auf regionale Produkte – Erstmals Schlachtetage im wiederbelebten Landgasthaus.

von
erstellt am 24.Okt.2014 | 11:45 Uhr

Der Neustart scheint gelungen. Als sich vor fünf Monaten die Nachricht in der Region herumsprach, dass ein vor mehr als zehn Jahren in den Dornröschenschlaf gefallene Gasthaus am Rande der Ruhner Berge wieder geöffnet hat, war die Freude groß. „Ich bin zufrieden. Am Anfang sind viele Gäste aus reiner Neugier zu uns gekommen. Inzwischen gibt es neben den Tages- auch zunehmend Stammgäste“, freut Inhaberin Desiree Mannfeld. Die 53-Jährige hat sich mit dem Landgasthof einen Traum erfüllt. Ihr halben Leben hat sie als Gastronomin u.a. in Mailand, Kalifornien und Amsterdam verbracht, bevor es sie zu ihrer Familie ins mecklenburgische Drefahl zog. „Es war ein Glückstreffer und ich bereue den Schritt nicht, obwohl er mit sehr viel Arbeit und Risiken verbunden ist, räumt die Neu-Drefahlerin ein. Ihre Gäste will sie am persönlichen Glück teilnehmen lassen. „Ich habe inzwischen viele nette Leute kennen gelernt und freue mich, wenn ich sie von unserer Küche überzeugen kann“, sagt Desiree Mannfeld. Zu ihrem Konzept gehört eine überschaubare Karte und vor allem das persönliche Gespräch mit den Gästen. Neben der bodenständigen Küche setzt die international erfahrene Köchin auf spezielle Gerichte.

Da gehören Speisen aus dem indonesischen Wok, spanische Spezialitäten und brasilianische Köstlichkeiten. Auf der Abendkarte bietet die Wirtin derzeit Windgerichte an. Als passionierte Jägerin hat sie die Tiere im eigenen Revier selbst erlegt. „Immer mehr Gäste interessieren sich für die Herkunft der Lebensmittel. Die sind bei uns nicht nur frisch, sondern vielfach auch echte Bio-Produkte“, betont die Drefahlerin.

Ab dem 4. November lädt sie dienstags bis sonntags von 11 bis 21. 30 Uhr erstmals zu Drefahler Schlachtetagen ein. Dann kommen köstliche Gerichte von Rindern auf die Teller, die nur wenige hundert Meter entfernt auf einer saftigen Wiese herangewachsen sind. Die Tiere gehören zur Herde des Gutes Drefahl, dass Desiree Mannfelds Schwester Petra gehört. Seit 1994 wird dieser rund 250 Hektar große Hof nach strengen ökologischen Grundsätzen – kontrolliert von der Gesellschaft für Resourcenschutz – bewirtschaftet. Da bietet sich die Kooperation mit dem Landgasthof förmlich an. Bei den Schlachtetagen wird traditionell gekocht. „Da gehören das klassische Rindergulasch ebenso dazu wie der saftige Braten oder die Rouladen nach Hausmacher Art“, macht die Gastronomin schon mal Appetit. Die ersten Gäste haben sich für ein Schlachteessen längst einen Platz am Kamin gesichert.

Desiree Mannfeld ist klar, dass die bevorstehenden Herbst- und Winterwochen schwierig werden könnten. Besucher verirren sich dann selten in die Region. Touristische Highlights wie der naheliegende Elefantenhof gehen in die Winterpause. „Ich hoffe sehr, dass mir die einheimischen Gäste die Treue halten“, sagt die Chefin. Für den zweiten Weihnachtsfeiertag sei sie bereits ausgebucht und hofft, dass weitere Bestellungen für Gruppen bis 35 Personen für die Vorweihnachtszeit und den ersten Festtag bald eingehen.

„Nach der Premiere in diesem Jahr starten wir 2015 richtig durch“, gibt sich Desiree Mannfeld zuversichtlich. Dann soll es in ihrem Landgasthof auch sieben Gästezimmer mit elf Betten geben. „Wir brauchen in der Saison vor allem Terrassen-Wetter. Das gab es in diesem Sommer leider nicht immer. Aber Mut macht mir, dass die Ruhner Berge immer bekannter werden und die Region enger zusammen arbeitet“, meint die Gastronomin.

 

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