Verein hilft Kirche : Finanzspritze für den Mädchentreff

Arbeiten bei sozialen Projekten Hand in Hand (v.l.): Marco Rexin („Wir leben“-Vorsitzender) , Robert Stenzel (Gemeindepädagoge an St. Marien ), Jessica Warnke-Stockmann (Pastorin der Parchimer St. Marienkirche), Brigitte Wolf (Vereinsmitglied) und Volker Schubert (in der Parchimer Kirchgemeinde für die Kirchenmusik verantwortlich und Vereinsmitglied).
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Arbeiten bei sozialen Projekten Hand in Hand (v.l.): Marco Rexin („Wir leben“-Vorsitzender) , Robert Stenzel (Gemeindepädagoge an St. Marien ), Jessica Warnke-Stockmann (Pastorin der Parchimer St. Marienkirche), Brigitte Wolf (Vereinsmitglied) und Volker Schubert (in der Parchimer Kirchgemeinde für die Kirchenmusik verantwortlich und Vereinsmitglied).

Parchimer Kirchengemeinde St. Marien erhält Spende von „Wir leben e.V “ . Das Geld soll interkulturelles Projekt ausweiten helfen

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20. September 2017, 12:00 Uhr

Ein ehemaliges Gemeindehaus, das Jahre nicht genutzt wurde, den ersten Sack voller Ideen, was man daraus machen könnte, aber nicht die ausreichenden Mittel. Das ist in knappen Worten die Situation der Parchimer St. Marienkirche. Das Geld war und ist dringend notwendig für die ebenso dringend notwendige Sanierung des Hauses, sagt Pastorin Jessica Warnke-Stockmann. „Und“, räumt sie ein, „wir suchen nach Mitteln und Wegen“.

2015, als die ersten Flüchtlinge nach Parchim kamen und in der Tennishalle untergebracht wurden, fand diese Suche fürs erste ein Ende. „Wir hatten das Haus, an dem zwar unbedingt was gemacht werden muss, das wir aber fürs erste auch so nutzen konnten. Also fingen wir an“, erinnert sich die Pastorin. Deutschunterricht, Raum für Begegnungen, bald die ersten Kochkurse… Unter den Flüchtlingen waren viele, die das Engagement der Kirche sehr gern und dankbar annahmen. Kein Jahr später – der Schweriner Bischof hatte von der Initiative der Parchimer Gemeinde gehört und spontan privat 1200 Euro für eine neue Küche gespendet – nahm das Ganze Fahrt auf. Es gründete sich das „Netzwerk für Flüchtlinge“ und das ehemalige Gemeindehaus wurde rasch zum Haus der Begegnungen, niedrigschwellig und für die kommenden Jahren entsprechend der Bedarfe wandelbar. Verschiedenste Hilfsangebote und Beratungen wurden initiiert. Zum Beispiel Sprachkurse für Kinder, bei denen nie der Anschluss an die eigentlichen Muttersprache vergessen wird, Sprachkurse speziell für Frauen, die als Analphabeten aus ihren Heimatländern nach Deutschland kamen. Ohne Sprachkenntnisse wären sie ohne jede Chance auf Integration, sie hätte keine Chance zu arbeiten und damit auch keine Chance, jemals finanziell unabhängig zu sein.

„Das Haus der Begegnungen niedrigschwellig zu gestalten, hat nicht zuletzt das Ziel, hier Flüchtlinge und Deutsche zusammenzubringen“, sagt Gemeindepädagoge Robert Stenzel. Auch wenn die Parchimer der Gemeinde nicht unbedingt die Bude einrennen, so gelingt das vor allem bei den monatlich stattfindenden Kochaktionen, für die die Teilnehmer reihum einkaufen, sehr gut. „Wir haben inzwischen sogar Stammkunden“, sagt Jessica Warnke-Stockmann und sie freut sich: „Darunter sind auch Parchimer, die sonst nicht zur Kirche kommen.“

Dankbar ist die Gemeinde über jede Spende, jede finanzielle Zuwendung, die das Engagement im Haus der Begegnungen aber auch andere soziale Projekte möglich macht. Dankbar nahmen die Vertreter der Kirchengemeinde jetzt eine großzügige Spende vom Verein „Wir leben“ entgegen, der seit einigen Jahren schon Projekte für Bildung, Kultur, Wirtschaft und Natur in der Region unterstützt. „Wir haben unter unserem Dach auch eine interkulturelle Gruppe für Mädchen. Sie brauchen eine Aufgabe“, so Robert Stenzel. Mit ihnen wolle man sich zusammensetzen und gemeinsam überlegen, was mit dem Geld gemacht werden könnte.

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