Plau am See : Filmpalast startet neue Karriere

Das Plauer Kino:  Klinkerbau mit Zwerchgiebel und Satteldach aus den 1950er Jahren.  Fotos: Herbst
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Das Plauer Kino: Klinkerbau mit Zwerchgiebel und Satteldach aus den 1950er Jahren. Fotos: Herbst

Der Plauer Verein „Wir leben“ will im alten Kino ein generationsübergreifendes Kulturzentrum etablieren. Landrat Rolf Christiansen bietet Hilfe der Verwaltung bei der Suche nach Fördertöpfen an.

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26. November 2014, 22:00 Uhr

Ohne Frage ist das Plauer Kino – eins der wenigen Theaterkinos weit und breit – imposant. Kenner wird es daher nicht wirklich verwundern, dass sich der zweigeschossige Klinkerbau, der in den 1950er Jahren mit Zwerchgiebel und Satteldach errichtet worden ist, nahtlos in die Liste der insgesamt 243 erfassten Baudenkmale der Stadt Plau einreiht. Aber: Alle Imposanz nutzt wenig, wenn die Zeiten, in denen sich lange Warteschlangen drängelten, um ins Kino zu kommen, unwiederbringlich vorbei sind. Filmtheater findet auf dem platten Land längst keinen goldenen Boden mehr. Und deshalb steht der imposante Bau schon seit geraumer Zeit ungenutzt in der Dammstraße. Jetzt startet der Verein „Wir leben“ den Versuch, dem einstigen Kulturtempel wieder Leben einzuhauchen.

Es sind ehrgeizige Pläne, die der Verein verfolgt und die Vereinschef Marco Rexin jetzt anlässlich eines Besuches von Landrat Rolf Christiansen offiziell vorstellte. „Wir wollen aus dem Kino ein generationsübergreifendes Kulturzentrum machen. Nicht allein für die Stadt, sondern für die ganze Region.“ Fenster, Heizung, Elektro, Sanitär - der Sanierungsaufwand werde nicht unerheblich. Ebenso die Kosten für den notwendigen Umbau. „Ohne den wird es nicht funktionieren“, sagt Rexin. Denn vom Kino auf großer Leinwand habe sich der Verein gedanklich verabschiedet. Ganz einfach weil es sich nicht tragen würde. Nein, die ca. 300 pinkfarbenen und kaum abgewetzten Polstersitze werden ausgebaut, anstelle der hohen festen Bühne soll eine neue hydraulische eingebaut werden. Eine Konstruktion, die sowohl in sich als auch komplett höhenverstellbar ist. Entstehen soll ein großer moderner Raum, der vielfältig nutzbar ist, wie etwa für Theatervorstellungen, Sitz- und Stehkonzerte, Hochzeiten oder Schulfeiern. Aber auch den Hotels will der Verein die Option geben, mit großen Events hierher auszuweichen. Kino, dann aber als Kammerkino, soll es auch geben. Nur nicht mehr im Saal, sondern im alten Filmvorführer-Wohnzimmer, das sich in der oberen Etage direkt unter den Lettern „KINO“ befindet. Foyer, Vorführraum, Umkleiden, Probe- und Abstellräume sollen in das Gesamtkonzept eingebunden werden. Ein entsprechendes Projekt, kostenfrei erstellt von einem Vereinsmitglied, liegt bereits vor…

Landrat Rolf Christiansen zeigte sich von der Idee, den schon weit gereiften Plänen und nicht zuletzt von dem ansteckenden Enthusiasmus des Vereins , der sich für die Kultur, die Wirtschaft, die Natur und die Umwelt der Region engagiert, beeindruckt. „Wenn sich das alles so umsetzen lässt, wäre das in meinen Augen ein sehr großer Gewinn für die Region“, sagte er und bot die Hilfe des Landkreises an, die Plauer bei der Suche nach den unerlässlichen Fördertöpfen zu unterstützen. Ein glücklicher Umstand sei es, so Christiansen, dass sich das Kino im Eigentum der Stadt befindet und die vermutlich ein großes Interesse an einer neuerlichen Bewirtschaftung und Nutzung haben werde.

Tatsächlich waren Stadt und Verein bereits im Frühjahr hinsichtlich der Pflege der Außenanlage übereingekommen und hatten eine entsprechende Vereinbarung getroffen. „Inzwischen hat es erste Gespräche zur Nutzung des Kinos gegeben“, so Marco Rexin, der nun auf einen guten Ausgang hofft. Nicht zuletzt, „weil wir hier die Möglichkeit haben, nicht nur etwas für die Urlauber, sondern vor allem etwas für die Menschen zu tun, die hier leben, an 365 Tage im Jahr.“

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