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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

17. Dezember 2017 | 18:53 Uhr

Widerstand regt sich : Feuerwehren unter Zusatzdruck

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Eine neue Verordnung soll festlegen, dass binnen zehn Minuten ab Alarmauslösung erste Hilfsmaßnahmen laufen müssen . Es gibt Kritik von mehreren Seiten.

von
erstellt am 27.Jan.2017 | 19:00 Uhr

Auch der zweite vom Land vorgelegte Entwurf der neuen „Feuerwehrorganisationsverordnung“ sorgt im Amt Eldenburg Lübz für Unruhe. Zur Debatte steht, dass die Einsatzkräfte künftig in zehn Minuten ab Alarmauslösung erste Maßnahmen am Unglücksort eingeleitet haben sollen. Dies reiche im ländlichen, weitläufigen Raum bei weitem nicht aus, sagt Lübz’ Bürgeramtsleiter Thomas Rosenfeldt: „Eine Arbeitsgemeinschaft aus Ordnungsamtsleitern im Land hatte über den Städte- und Gemeindetag schon zum ersten Entwurf eine entsprechende Stellungnahme abgegeben. Dass sie erneut nicht beachtet wurde, ist erschreckend.“ Zum Beispiel reicht der Ausrückebereich der Lübzer Feuerwehr in östliche Richtung bis Wessentin. Allein durch die reine Fahrtzeit vom Gerätehaus dorthin wäre die neu angesetzte Hilfsfrist verbraucht – nicht eingerechnet sind dabei unter anderem die Fahrt zur Feuerwehr und das Anlegen der Einsatzkleidung.

Wegen dort völlig anderer Voraussetzungen sei es ein grundsätzlich falscher Ansatz, für die neue Verordnung Erfahrungswerte aus der Arbeit der Berufsfeuerwehren als Grundlage heranzuziehen. Sie lehnten das Papier in der aktuellen Form jedoch ebenfalls ab, wie Rosenfeldt aus Gesprächen mit Vertretern etwa aus Greifswald, Rostock und Schwerin wisse.

Als Fachmann aus erster Reihe spricht sich auch Rainer Auras, Amtswehrführer im Amt Eldenburg Lübz, gegen die geplante Regelung aus. „Ich bin der Ansicht, dass die darin festgelegten Hilfsfristen für Feuerwehren im ländlichen Bereich absolut nicht ausreichen. Die dortigen Anfahrtswege unterscheiden sich zum Beispiel wesentlich von Stadtgebieten. Und unabhängig von meist weiten Entfernungen auf dem flachen Land kommt noch hinzu, dass auch wir als Rettungskräfte Verkehrsregeln beachten müssen“, sagt er.

Auf der am vergangenen Wochenende stattgefundenden Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gehlsbach zum Beispiel sei es neben der allgemeinen Einsatzfähigkeit laut Bürgermeisterin Hanni Stolper auch um die neue Verordnung gegangen.

Dass der Entwurf für Unmut sorge, sei nach ihrer Meinung untertrieben: „Was Gesetz werden soll, kann nicht funktionieren – schon aus dem Grund nicht, dass viele Kameraden weder in den Ortsteilen unserer Gemeinde noch in ihr überhaupt wohnen! Und selbst wenn zum Beispiel der Pieper bei uns im Trecker eines Landwirts losgeht, ist der Acker, auf dem er gerade arbeitet, vielleicht sonstwo. Von Montag bis Freitag darf es bei uns am besten nicht brennen.“ Die Bürgermeisterin befürchtet jetzt, dass einige ihr Ehrenamt niederlegen werden, weil sie sich der Verantwortung unter den in Aussicht stehenden Bedingungen nicht mehr stellen wollten beziehungsweise könnten.

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