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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. August 2017 | 08:56 Uhr

Wahl am Freitag : Feuerwehren im Landkreis vereint

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Es gibt endlich einen Kreisfeuerwehrverband im Landkreises Ludwigslust-Parchim. Zu ihm gehören rund 4000 Mitglieder.

Nach einer schweren Geburtsphase und einem Wahlmarathon stand am Freitagabend fest: Es gibt endlich einen Kreisfeuerwehrverband im Landkreises Ludwigslust-Parchim. Zu ihm gehören rund 4000 Mitglieder.

217 Delegierte (90,04 Prozent der möglichen) haben in einer fünfstündigen Mammutsitzung in der Ludwigsluster Stadthalle ihren neuen Verband gebildet, den Verbandsvorsitzenden sowie seine drei Stellvertreter, sechs Beisitzer und die Rechnungsprüfer sowie die Delegierten für die Vollversammlung des Landesfeuerwehrverbandes im Oktober gewählt. Als erster Kreiswehrführer des Großkreises erhielt Manfred Jedzik von der FFw Leezen als einziger Bewerber für dieses Amt 138 Stimmen. 70 Kameraden haben ihm die Gefolgschaft verweigert. Manfred Jedzik ist 56 Jahre alt und seit 1966 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Als erster Stellvertreter wurde im zweiten Wahlgang der Zarrentiner Uwe Puls mit 133 Stimmen gewählt. Rainer Auras aus Siggelkow war einziger Kandidat für die Funktion des 2. Stellvertreters und erhielt mit 182 Stimmen das Vertrauen. Als 3. Stellvertreter kandidierte ebenfalls als einziger Christian Porst von der FFw Ludwigslust, der 186 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Er hatte zuvor seine Kandidatur für den 2. Stellvertreter zurückgezogen. Mit dem Verzicht trägt Christian Porst der Tatsache Rechnung, dass der Vorsitzende vom ehemaligen Parchimer Verband und sein 1. Stellvertreter aus dem ehemaligen Verband Ludwigslust stammen sollten.

Die Gründung eines neuen Kreisfeuerwehrverbandes wurde nötig, weil nach der Fusion der früheren Landkreise Parchim und Ludwigslust auch die beiden Feuerwehrverbände verschmelzen sollten. Das Zusammengehen gestaltete sich schwieriger als erwartet. Die Parchimer fürchteten die „Übermacht“ des Ludwigsluster Feuerwehrverbandes. Sie haben die Parität bei der Gründung eines neuen Verbandes eingefordert. Letztlich, so der ehemaligen Parchimer Verbandsvorsitzende Dietmar Arendt, „haben wir kapituliert".

Landrat Rolf Christiansen, der in den vergangenen Monaten immer wieder diese Neugründung eingefordert hat, sah sich „in der Pflicht, diese Versammlung einzuberufen“. Er dankte den beteiligten Verbänden für ihr Engagement bei den „schwierigen Verhandlungen“ bei denen der ehemalige Landesbrandmeister Rolf Schomann als Mediator die Vermittlerrolle übernommen hat. Die unterschiedlichen Auffassungen waren auch auf der Gründungsversammlung nicht zu überhören. So wollten die Boizenburger die Tagesordnung ändern, und die Beschlussfassung zur neuen Satzung vor die Wahl des Verbandsvorsitzenden setzen. Auch Plauer Kameraden schlossen sich dem an, fanden aber nicht die ausreichende Mehrheit. Zum Procedere des Sitzung gab es weitere Diskussionen.

Landrat Christiansen verwies mehrfach darauf, dass es sich um eine konstituierende Sitzung handele und daher bestimmte Regularien einzuhalten seien. „Mir ist es wichtig, einen starken Feuerwehrverband zu haben, der im Landkreis und im Land ein wichtiges Mitspracherecht besitzt und sich für seine Mitglieder stark macht. Deshalb sehen wir uns als Aufsichtsbehörde in der Pflicht". Er warb nachdrücklich für den gemeinsamen Feuerwehrverband.

Erst vier Minuten vor Mitternacht war das Werk vollbracht, alle Wahlvorgänge abgeschlossen und die Kameraden konnten ihre teilweise lange Heimreise antreten.

Der neue Kreisfeuerwehrverband muss nun im Alltag unter Beweis stellen, dass die Feuerwehren im Landkreis mehr eint als trennt. „Ich will das Vertrauen der Kameraden in ihre Führung wieder aufbauen“, so Manfred Jedzik gegenüber der Parchimer Zeitung.



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