Feuerwehreinsatz : Feuerteufel in Plau legt drei Brände

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Foto: Michael-Günther Bölsche

Innerhalb weniger Minuten müssen 27 Feuerwehrmänner drei Tatorte im Luftkurort löschen

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27. Juni 2017, 07:37 Uhr

Am Vogelsang, in der Dammstraße, an der Metow – drei Tatorte in einer Nacht. Nahezu zeitgleich brannte es in Plau am See in der Nacht zu heute. Nach ersten Ermittlungen entstand dabei ein Schaden von mehr als 100000 Euro. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Mitten in der Nacht – um kurz vor drei Uhr – werden Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Plau aus dem Schlaf gerissen. Am Vogelsang – in der Neubausiedlung – sollen ein Papier- und Altkleidercontainer brennen. Noch im Gerätehaus bekommen die Kameraden eine zweite Alarmierung durch die Schweriner Leitstelle – in Plaus Altstadt, in der Dammstraße brennt ein Auto.  Auch hier wurde Abfall – gelbe Säcke – angezündet. Der Abstand zu einem Pkw allerdings ist so gering, dass das Feuer auf das Fahrzeug übergreift.  Die Wehren aus Plauerhagen, Barkow und Ganzlin werden nachalarmiert.  „Das hat sehr gut geklappt“, sagt Plaus Wehrleiter Ronny Ax.  Noch während sie den Pkw in der Altstadt löschen, gibt es einen neuen, dritten Tatort:  An der Metow steht der Pavillon in Flammen. Auch hier scheint in Brand gesetzter Abfall – ebenfalls gelbe Säcke – die Brandursache zu sein.

Bereits bei Eintreffen der Kameraden schlagen die Flammen aus dem Dach des Pavillons.  Aus mehreren Rohren werden die Flammen bekämpft; aufgrund der starken Rauchentwicklung ist nur ein Arbeiten unter Atemschutz möglich. Die Feuerwehrmänner können sich nur von außen vorarbeiten. Ein sogenannter Innenangriff ist nicht möglich.

Mittlerweile haben sich die Flammen auf das gesamte Gebäude ausgebreitet. Der Pavillon – 1992 erbaut – besteht größtenteils aus Holz. Auf das ursprüngliche Schindeldach wurde im Laufe der Jahre ein weiteres Dach aus Holz und Pappe gebaut. Darunter befand sich eine Zwischendecke. „Da wir nicht von innen an den Brandherd kamen, mussten wir das Dach von der Drehleiter aus aufsägen und konnten dann dort löschen“, berichtet der Wehrleiter.

Auch die Eigentümer sind vor Ort, geben den Einsatzkräften Hinweise zu den Örtlichkeiten. „Es ist gut zu wissen, dass wir eine gute Feuerwehr und gut ausgebildete Kameraden haben. Ihnen allen gilt bei allem Ärger unser Dank“, so Remo Block. Dennoch ist der Gastronom fassungslos und kann nicht verstehen, dass es Leute gibt, die sich am Leid anderer erfreuen. „So etwas kann einem  die Existenz rauben“, sagt  Block. Der Wiederaufbau dauert seine Zeit;  versicherungsrechtliche und bürokratische Dinge müssen jetzt  geklärt werden. 

Bürgermeister Norbert Reier, der heute direkt vor Ort an der Metow war und  Familie Block Unterstützung seitens der Stadt zusagte, zeigt sich erschüttert und hofft, dass es  Zeugen gibt, die etwas beobachtet haben und der Polizei  entscheidende Hinweise geben können. „Es ist erschreckend zu sehen, dass Täter keinerlei Hemmungen  haben,  Schäden in Größenordnungen in Kauf zu nehmen und auch Leben von Menschen zu gefährden“, sagt er. Diese Nacht zeige einmal mehr, wie wichtig die gute Ausstattung der Wehren ist. Nur so sind sie in der Lage, solche Situationen  in den Griff  zu bekommen und noch Schlimmeres zu verhindern. „Das ist  kein Spaß mehr, das ist Scheiße“,  bringt es Michael Wufka , Geschäftsführer der Plauer Tourist-Info, auf den Punkt, was heute wohl viele in Plau dachten. Für die Betroffenen sei es  geschäftlich der Supergau. Und  für die Stadt, die vom Tourismus lebt, zum Start in die Ferienzeit ein Fiasko. Der zertsörte Pavillon liegt am Eingang zur Metow, direkt an den Liegeplätzen der Fahrgastschiffe und damit  immer im Auge der Touristen.  „Ich hoffe so, dass  die Polizei  die Täter  dingfest machen kann.“

Bis 8 Uhr am heutigen Morgen sind die Feuerwehrkameraden mit der Brandbekämpfung beschäftigt – danach erfolgt die Wiederaufbereitung der Einsatzbereitschaft.  Bäckerei Behrens und auch der Sky-Markt haben von dem nächtlichen Brand gehört und sorgen für eine Stärkung der Einsatzkräfte.  „Das ist nicht selbstverständlich und dafür danke ich im Namen aller Kameraden“, so Ronny Ax.

Derzeit hat die Kriminalpolizei  die Ermittlungen aufgenommen; ein Brandsachverständiger wird die Ermittlungsarbeit unterstützen und die näheren Umstände der Brände am Pkw und am Pavillon untersuchen.  Die Polizei bittet nun Zeugen um Hinweise, die sie zur Tatzeit und an den Tatorten beobachtet haben könnten. Das Polizeirevier Plau ist unter 038735 / 8370 zu erreichen. Auch jede andere Polizeidienststelle nimmt Hinweise entgegen.

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