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Öffentliche Annahmestellen : Feuer im Garten verboten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Das Verbrennen von Gartenabfällen ist in Lübz und der Region grundsätzlich verboten. In seltenen Ausnahmefällen entscheidet der Landkreis über die Zulässigkeit.

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erstellt am 08.Okt.2015 | 18:00 Uhr

Nicht nur in Lübz, sondern auch im gesamten Land ist das Verbrennen von Gartenabfällen bereits seit gut 14 Jahren verboten, wenn es – so die Vorschrift –  möglich beziehungsweise „nicht zumutbar“ ist, sie auf einem anderen Weg zu entsorgen. „Zumindest in der Stadt sind damit wegen der hier vorhandenen Annahmestellen sofort so gut wie 100 Prozent der Begründungen, etwas verbrennen zu müssen, null und nichtig“, sagt Bürgeramtsleiter Thomas Rosenfeldt, dem auch der Ordnungsbereich untersteht. Trotz des Verbotes steigen aber jedes Jahr im März und Oktober wieder teilweise mächtige Rauchschwaden in den Himmel – die Monate, in denen früher verbrannt werden durfte.

Grundlage für die Regelung bildet die so genannte „Pflanzenabfalllandesverordnung“. Gartenanlagen und die Forstwirtschaft etwa werden dabei unterschiedlich betrachtet. „Für nicht gewerblich genutzte Grundstücke gilt, erst einmal zu kompostieren“, sagt Rosenfeldt. „Ist dies nicht möglich, müssen die Abfälle in Lübz entweder bei der Firma Martins am Hafen oder beim Bauhof abgegeben werden.“ Bei erstgenannter stehen die Türen dafür zwischen März und November montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr und sonnabends von 8 bis 14 Uhr offen, den Bauhof kann man ganzjährig freitags von 13 bis 17 Uhr ansteuern.

Heutzutage habe entweder fast jeder selbst ein Auto für den Transport oder man müsse ihn zum Beispiel gemeinschaftlich organisieren. Eine der wenigen Ausnahmen könnte zum Beispiel ein alter Mensch sein, dem  es wegen seiner Gesundheit nicht mehr zuzumuten wäre, das Abfallproblem ohne Flamme zu lösen. Doch Vorsicht: Darüber einfach selbst zu entscheiden, kann leicht gefährlich werden, denn das letzte Wort hat in dieser Frage der Fachdienst Umwelt des Landkreises. Er entscheidet darüber, wer verbrennen darf und wer nicht. „Eine Ausnahme kann man auch beantragen“, so Rosenfeldt. „Schon im eigenen Interesse sollte man diesen Weg einhalten, denn bei Verstößen drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 50 000 Euro.“

Gleich am 1. Oktober machte sich Bürgeramtsmitarbeiterin Monika Mibs auf den Weg durch die Lübzer Gartenanlagen und sah – wie sie selbst sagt – oft die eigene Hand vor Augen nicht mehr. Warum wird jedes Jahr so häufig gegen die Verordnung verstoßen? „Die Leute löschen das Feuer in der Regel ohne Diskussionen, wenn ich sie dazu auffordere, und sagen mir oft, dass sie gar nichts von der Verordnung wissen – obwohl sie ja schon seit 14 Jahren gilt – oder   nicht gelesen hätten, dass sie wieder gilt.“ Demzufolge könne man nicht oft genug betonen, dass die Verordnung unbegrenzt gültig ist. Auf das Problem hingewiesen wurde im Laufe der Jahre auch in der SVZ und im amtseigenen Mitteilungsblatt „Turmblick“, das jedem Haushalt zugestellt wird. 

Die Regelung in der Anlage „Frohe Zukunft“, Gartenabfälle durch direkt in ihr abgestellte Container abfahren zu lassen und dafür die Mitgliedsbeiträge minimal zu erhöhen, sieht die Verwaltung als vorbildlich an. Bei ihrem gestrigen Rundgang durch die gegenüber gelegene Anlage „Waldfrieden“ begegnet Monika Mibs dem hier seit über 45 Jahren aktiven Horst Wollschläger. „Die Vorschrift ist auch bei uns ein Thema und es wäre zum Beispiel kein Pro-blem, einen Container in der Anlage aufzustellen“, sagt er. „Mit der momentanen Regelung vergraulen wir alte Leute. Ich habe deshalb gerade wieder zwei Austritte entgegen genommen.“ In den vergangenen Jahren draußen aufgestellte Container seien oft als Müllabladeplatz missbraucht worden.

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