zur Navigation springen

Entsorung von Grünabfällen : Feuer im Garten oft illegal und teuer

vom

Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle im Oktober und März ist seit Jahren nur noch in Ausnahmefällen gestattet - und nicht umgekehrt, wie diverse Grundstückseigentümer nach wie vor glauben.

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2012 | 12:19 Uhr

lübz | Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle im März und Oktober ist bereits seit mehreren Jahren nur noch in Ausnahmefällen gestattet - und nicht umgekehrt, wie diverse Grundstückseigentümer nach wie vor glauben. "Verboten ist es, wenn andere Entsorgungsmöglichkeiten vorhanden sind. In Lübz, Marnitz und Siggelkow stehen an mehreren Stellen große Container zur Verfügung. Wir versuchen, sie an Schwerpunkten aufzustellen", sagt Thomas Rosenfeldt, Leiter des auch für Ordnungsfragen zuständigen Bürgeramtes im Amt Eldenburg Lübz. Von der zehnten bis 13. und 40. bis 44. Kalenderwoche sind die Behälter beim Gartenverein "Frohe Zukunft" an der B 191, am Iglu-System in der Kreiener Straße, am Ortsausgang in der Werderstraße, neben dem Planetarium am Neuen Teich, in der Schmiedestraße in Höhe des Gartenvereins, in Marnitz in der Ringstraße gegenüber dem Bürgerbüro und in Siggelkow am Gemeindezentrum in der Geschwister-Scholl-Straße zu finden. In der Schmiede- und der Werderstraße stehen sie durchgängig von der 14. bis zur 39. Kalenderwoche, auf dem Bauhof erfolgt die Annahme ganzjährig jeden Freitag von 13 bis 19 Uhr.

"Die Verbrennung hat gegenüber früher insgesamt zwar sehr stark nachgelassen, aber es gibt trotzdem immer wieder Leute, die sich nicht an die Vorschrift halten", sagt Rosenfeldt. "Mich haben unter anderem schon Stadtvertreter angesprochen und Anwohner, die sich durch die Rauchentwicklung belästigt fühlen, rufen hier direkt an." Der so genannten Pflanzenabfalllandesverordnung zufolge darf nur dann verbrannt werden, wenn die Nutzung der angebotenen Entsorgungsmöglichkeiten "nicht möglich oder nicht zumutbar ist". So rief unlängst zum Beispiel ein älterer Mann bei der Verwaltung an, der gebrechlich ist, dessen Garten nicht zentral liegt und dessen Kinder weit entfernt leben, so dass sie nicht als Hilfskräfte zur Verfügung stehen. Doch selbst, wenn es Gründe dafür gibt, das Verbrennen zu gestatten, sind auch dafür Regeln zu beachten. Zulässig ist es nur vom 1. bis 31. März und vom 1. bis 31. Oktober werktags (der Sonnabend gehört dazu) zwei Stunden täglich in der Zeit von 8 bis 18 Uhr.

"Früher haben viele auf den Oktober gewartet, um die Haufen in ihrem Garten anzuzünden", so der Amtsleiter. "Oft hat es fürchterlich gequalmt. Das Gebiet rund um die Aral-Tankstelle etwa war ungezählte Male in so dichten Rauch gehüllt, dass die Sicht am hellichten Tag schlecht wurde."

Jürgen Kahl, Vorsitzender der Anlage "Frohe Zukunft" etwa, bezeichnet die Möglichkeit in früheren Jahren, "zwischendurch mal schnell etwas zu verbrennen", auf den ersten Blick vielleicht als ganz angenehm, doch letztlich sei die Abfuhr besser, weil die Gartenfreunde und die Umgebung der dicken Luftverpestung entgingen.

Heutzutage bringen viele Gartenbesitzer die bei ihnen anfallenden Abfälle am Wochenende zu den Containern, so dass diese dann manchmal relativ schnell gefüllt sind. "Einige, die keinen Platz mehr vorfinden, gucken kurz in die Runde und werfen ihren Dreck - meistens in loser Form und mit einem Anhänger gebracht - neben den Container", berichtet Rosenfeldt. "Auch das ist natürlich nicht in Ordnung und es bleibt die Frage, wer den Abfall letztlich wegräumt."

Wer glaubt, Feuer machen zu dürfen, solle die Entscheidung mit dem letztlich dafür verantwortlichen Fachdienst Umwelt beim Landkreis klären. Er stimmt auch die Standorte der Container mit der Stadt ab. Aufgestellt werden sie nur in Gemeinden mit mehr als 1000 Einwohnern. Gewerbliche Obstplantagen etwa sind dazu verpflichtet, pflanzliche Abfälle zu verbrennen, um die Gefahr auszuschalten, dass Krankheiten übertragen werden. Für Privatleute war das Verbrennen nur so lange gestattet, wie es keine alternative Entsorgungsmöglichkeit gab. "Das ist schon seit mehreren Jahren so geregelt, wird aber immer wieder von einigen nicht befolgt", so der Amtsleiter. "Nebeneffekt ist außerdem, dass zum Beispiel auch Kunststoff verbrannt und dadurch die Umgebung mit Schadstoffen verpestet wird. Den Müll kann man jedoch nicht nur bei der normalen Sammlung, sondern auch beim Schadstoffmobil und auf dem Bauhof - den Elektronikschrott - loswerden." Bei einer Anzeige wird nachgeforscht, ob der Betreffende berechtigt war, ein Feuer zu entzünden. Schon wegen der großen Feuchtigkeit in diesem Monat sei es in der Regel mit einer erheblichen Belästigung verbunden. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, müsse mit Geldbußen in Höhe von bis zu 50 000 Euro rechnen. Die Regelungen stehen auch im Abfallratgeber, den jeder Haushalt bekommt, der aber leider bei weitem nicht überall gelesen werde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen