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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. August 2017 | 10:21 Uhr

Szenario Waldbrand : Feuer im „Dreiländereck“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bei einer landkreisübergreifenden Waldbrandübung bei Karow übten 74 Kameraden den Ernstfall.

Eine groß angelegte Waldbrandübung im Forstamt Sandhof bei Karow erforderte den Einsatz von 74 Kameraden aus drei Landkreisen. Während die Feuerwehren aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim und Landkreis Rostock (vormals Güstrow) mit derartigen Übungen bereits eine mehrjährige Tradition haben, ist die Feuerwehr aus Alt Schwerin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) erstmals mit von der Partie. „Der angenommene Brand liegt im Dreiländereck nahe dem Waldsee mit Namen Kleiner Rederang und daran grenzen alle drei Landkreise. Im Ernstfall werden die Wehren unabhängig der territorialen Zugehörigkeit alarmiert und diese mögliche Zusammenarbeit wollten wir testen“, so Übungsleiter Marko Popall von der FFw-Krakow am See.

Um 17.05 Uhr wurde von der zuständigen Leitstelle in Bad Doberan der Alarm ausgelöst und entsprechend des vorgegebenen Szenarios die anderen Leitstellen informiert und diese haben die entsprechenden Wehren alarmiert. Für den Landkreis Ludwigslust-Parchim waren dies die Feuerwehren aus Goldberg und Plau, für den Landkreis Rostock die Wehren aus Krakow am See, Kuchelmiss und Dobbin-Linstow sowie Alt Schwerin aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Auch wenn seit einigen Jahren zum Glück kein großer Waldbrand zu bekämpfen war, muss man ständig damit rechnen. „Wir haben momentan auch die Waldbrandwarnstufe IV, das heißt, dass nur Fußgänger und Radfahrer die Wälder betreten bzw. befahren dürfen. Rauchen und offenes Feuer ist generell verboten“, so der Revierförster Wilhelm Jacobs. Er beobachtet das Szenario genau und wird sein Fazit am Ende gemeinsam mit der Übungs- und Einsatzleitung ziehen.

Mittlerweile, es ist 17.24 Uhr treffen die ersten Fahrzeuge ein und fast im Minutentakt alle anderen alarmierten Wehren. Mitten im Wald ist der Bereitstellungsraum eingerichtet. Einsatzleiter Remo Schmecht aus Krakow schafft sich einen Überblick über die angenommene Lage und die Örtlichkeiten und bildet dann drei Abschnitte. Die Wasserentnahmestelle erweist sich als etwas schwierig, denn an dem Waldsee ist nur abschüssiges Gelände, wo also die Tragkraftspritze (TS) aufbauen? Die Kameraden binden die TS an einen Baum und hindern sie somit, ins Wasser zu fallen. Die weiteren rund 300 Meter Wasserstrecke steigen um einige Meter an. Die Kameraden aus Alt Schwerin stellen auf halber Wegstrecke eine Verstärkerpumpe auf, am Bereitstellungsraum wird ein großes Wasserbassin, ein 5000 Liter selbstaufrichtender Puffer aufgebaut. So können dann an mehreren Stellen die Pendelfahrzeuge wieder mit Wasser befüllt werden.

Derweil sind die Wasserführenden Fahrzeuge direkt zur angenommenen Brandstelle, eine Kiefernjungbestand, gefahren und haben mit dem Löschen begonnen. Andere Kameraden sind mit Schaufel und Patsche dabei, kleinere Glutnester zu bekämpfen. Als die ersten Fahrzeuge leer sind, fahren diese zum Wassertanken in den Bereitstellungsraum.

Nach rund zwei Stunden ist diese Übung beendet und eine erste Auswertung vor Ort bringt Mängel zutage. „Aber dafür sind ja diese Übungen da, sonst erkennt man die Fehler ja nicht“, so der Revierförster. Dabei macht er zugleich auf ein großes Problem aufmerksam. Die angenommene Brandstelle war hinter dem Wald, wo auch der See liegt, andere Wasserstellen oder gar Brunnen gibt es nicht. Was, aber, wenn der Wald vorne brennt und man von der Bundesstraße 103 aus hätte löschen müssen? Die Einsatzleitung sieht das ebenso und gemeinsam will man mit den Waldbesitzern nach besseren Möglichkeiten suchen. Auch die Feuerwehr selber hatte einige Mängel festgestellt und wertet diese noch aus. Dabei kommt der Kommunikation über drei Landkreise hinweg eine große Bedeutung zu. In einem waren sich aber alle einig: Die Einsatzkräfte zeigten alle großes Engagement, zumal die Krakower in der Nacht zuvor noch beim Wohnungsbrand in Groß Tessin im Einsatz waren.

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erstellt am 01.Jun.2014 | 22:00 Uhr

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