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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 04:24 Uhr

erntedank : Festumzug wurde zum Höhepunkt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Erntefest in Dobbertin gefeiert / Landwirte zufrieden trotz sinkender Preise

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2014 | 22:00 Uhr

„Es war einmal…“, so fangen viele Märchen an. Im Klosterdorf Dobbertin erinnern sich manche bei diesem Satz an das letzte Erntefest vor zwölf Jahren. Es war einmal das Landeserntedankfest, das 2002 gefeiert wurde. Jetzt, zwölf Jahre später, gibt es endlich wieder eines und die Dobbertiner verstehen zu feiern. „Als wir zu Jahresbeginn über die Veranstaltungstermine debattierten, fragten wir uns, warum eigentlich kein Erntefest?“, erzählt Bürgermeister Dirk Mittelstädt. Die Frage wurde schnell beiseite geschoben und die Antwort für den 3. Oktober geplant. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

In der Klosterkirche begann der Reigen mit einem Gottesdienst mit Pastor Christian Hasenpusch und Bewohnern des Klosters. Mit klaren und sehr verständlichen Worten sprach der Pastor in seiner Predigt von der Ernte, auch von der im übertragenen Sinn. „Auch der Tag der Einheit ist eine Ernte, denn die Saat des friedlichen Umbruchs war vorher gesät worden“, meinte Hasenpusch. Er warnte aber auch davor, das Kapital über zu bewerten, denn der Mensch bleibt sonst auf der Strecke. „Die Früchte, die zu ernten sind, sind nicht nur essbar, es gibt auch Früchte des Lebens für die Seele“, meinte er weiter. Die Klosterbewohner spielten sehr anschaulich das Gleichnis vom reichen Kornbauer, der nicht mit den Ärmeren teilen will, letztlich aber doch seine Einstellung zugunsten anderer wandelt.

Diesem Beginn folgte ein sehr umfangreicher Festumzug, an dem nach Angaben der Veranstalter mehr als 160 Personen teilnahmen. Vorneweg Bürgermeister Dirk Mittelstädt mit der Erntekrone, die Angelika Wernicke und Ortrud Parschen gebunden hatten. Weitere Erntekronen des Heimatvereins, des Reitvereins und der Kirchgemeinde wurden im Umzug präsentiert. Dazu viele bunt geschmückte Wagen, Pferde, Oldtimer-Traktoren und vor allem fröhliche Menschen aller Altersklassen, die die Umzugsstrecke säumten. Sie zollten den Aktiven, wie dem Kindergarten, dem Reitverein, der Feuerwehr, den Landwirten, dem Kloster – um nur einige zu nennen – ihren Beifall. Ein dickes Lob gebührt den Umzugsverantwortlichen Maria Michaelis, Marcus Schwarzer und Jürgen Schmidt, die gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde, des Klosters, der Kirchgemeinde und weiterer Vereine das Festkomitee bildeten und Dank vieler Helfer die Ideen umsetzten. Nach den „gefühlten zehn Kilometern Fußmarsch“, wie es einige nannten, feierten alle im Klosterpark am Gemeindezentrum. Ein Bauernmarkt und andere kreative Stände etlicher Gruppen und Vereine luden zum Klönen und köpen, die Kinder konnten sich gleich auf drei Hüpfburgen sowie auf einer Strohburg tüchtig austoben oder sie nutzten das Angebot des Knüppelkuchenbackens.

Jürgen Schmidt zeigte, wie man noch vor einigen Jahrzehnten Getreide drosch. Mit Hilfe eines Lanz-Treckers aus dem Jahre 1941 und der Dreschmaschine aus den 20er Jahren wurde Roggen gedroschen und das Stroh gepresst. „Das ist pure Freude und eine alte Liebe an der Technik“, meinte er.

Auf der Bühne spielte erst die Wariner Blasmusik, bevor der Dobbertiner Heimatchor mit Volksliedern die vielen Besucher unterhielt. Die Trommelgruppe und auch die Band „Feierabend“ des Klosters sorgten für weitere Stimmungshochs, ebenso der Auftritt des Tanzmariechens des Karnevalclubs Kloster Dobbertin (KCKD). Nach einer Modenschau gab es mit dem bekannten Mecklenburger Jodelexperten Enzi Enzmann einen norddeutschen Stimmungssänger, der das Publikum im Klosterpark zum Schunkeln brachte. Abgerundet wurde das Bühnenprogramm mit dem Auftritt der Dobbertiner Linedancegruppe Flying Boots, bevor am Abend das Tanzbein bis in die Nacht geschwungen werden konnte.

Sehr zufrieden zeigte sich neben den anderen Organisatoren Marcus Schwarzer von der Dobbertiner Agrargenossenschaft. „Die Ernte war in diesem Jahr zufrieden stellend. Vor allem bei den Zuckerrüben hat sich der späte Niederschlag gut ausgezahlt und die Rüben sind gut entwickelt. Bei den Getreidesorten halten wir in etwa den Durchschnitt, beim Raps hoffen wir auf gute Ergebnisse“, meinte der Landwirt. Sorgen bereiten ihm und seinen Kollegen die niedrigen Preise, die deutlich absanken und somit die Einnahmesituation minimieren. Das aber, so Schwarzer, trübt an diesem Tage nicht die Feierlaune und nach den vielen Jahren Pause von einem Erntefest, steht die Fröhlichkeit obenan.







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