Naturkontaktstation : Ferienspaß nun endgültig vorbei?

Ferien in der Natur: Die 16 Kinder genießen ihren Sommer in der Naturkontaktstation.
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Ferien in der Natur: Die 16 Kinder genießen ihren Sommer in der Naturkontaktstation.

Förderverein sucht neuen Sponsor, um Arbeit an Naturkontaktstation Langenhagen weiterführen zu können

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29. Juli 2014, 22:00 Uhr

Bereits zum vierten Mal verbringt der 14-jährige Julian seine Sommerferien in der Naturkontaktstation Langenhagen. „Ich erlebe hier immer jede Menge“, erzählt der Junge aus Welzin, der mit 15 weiteren Kindern aus dem Landkreis eine Woche lang am Ferienlager in Langenhagen teilnimmt. Jeden Tag gibt es etwas neues zu entdecken. Die Langenhägener Seewiesen, zwischen Mestlin und Goldberg, bieten einzigartige Begegnungen mit der Flora und Fauna. Die Region ist bekannt für die Heimstatt vieler Vögel wie Kraniche, Fischreiher, Enten und Gänse. „Wir verplanen jeden Tag, erkunden die Umgebung, machen Nachtwanderungen oder fahren, wie in diesem Jahr, ins Müritzeum“, erzählt Betreuerin und Ferienlager-Chefin Kerstin Barby vom Förderverein Langenhägener Seewiesen. Seit vier Jahren ist auch sie dabei, in den Ferien 24 Stunden in der Kontaktstation anzutreffen. „Das Ferienlager ist hier schon zur Tradition geworden“, erzählt die 48-Jährige. „Ich denke, seitdem es die Naturstation gibt, kommen Kinder in den Sommerferien hierher.“ Unterstützung bekommt der Förderverein dabei vom Jugendamt.

Doch der Aufenthalt während der Sommerferien in der alten Dorfschule könnte in diesem Jahr zum letzten Mal stattfinden. Der Förderverein kann die Kosten für die Naturkontaktstation allein nicht mehr tragen. „Das alte Schullandheim muss saniert werden, da gibt es mehrere Baustellen“, so Barby. Die rund 24 Vereinsmitglieder vom Förderverein Langenhägener Seewiesen arbeiten alle ehrenamtlich für den Erhalt der Kontaktstation. „Ich bin die einzige, die angestellt ist“, so Barby. Außerhalb der Ferienzeit ist sie täglich vier Stunden vor Ort. „Aber durch die gesamten Kürzungen schaffen wir es finanziell und zeitlich alles gar nicht mehr“, so die Ferienlager-Chefin. Gesucht wird dringend ein Sponsor, der bei den Sanierungsarbeiten des alten Gebäudes dem Förderverein unter die Arme greifen kann. „Allein schaffen wir es nicht ins nächste Jahr und auch das Ferienlager könnten wir nicht mehr durchführen“, so Barby.

Die Naturkontaktstation Langenhagen gibt es seit dem Jahr 1992 in dem alten Dorfschulgebäude. Hier können sich Besucher „auf Du und Du“ in der Natur erholen und Gruppen oder Schulklassen können an Exkursionen, Seminaren oder Führungen teilnehmen. „Besonders im Herbst rasten jedes Jahr die Kraniche hier bei uns“, erzählt Kerstin Barby. Vergangenes Jahr wurden an die 1000 Vögel gezählt. Um dieses Schauspiel mitzuerleben, kommen zahlreiche Besucher zu dieser Zeit in die Region.

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