Gnevsdorfer Lehmmuseum : Farbiger Lehm mit Feinstruktur

An den Werken von Irmela Fromme (l.) bestand großes Interesse. Fotos: Horst Kamke
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An den Werken von Irmela Fromme (l.) bestand großes Interesse. Fotos: Horst Kamke

Ausstellung im Gnevsdorfer Lehmmuseum zur Ästhetik von Lehmoberflächen. Beispielhafte Fotos verdeutlichen die Vielfalt

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07. Mai 2017, 21:00 Uhr

Irmela Fromme war in den 80er Jahren eine der ersten Frauen in dem aufkommenden Lehmbau-Handwerk. 1952 in Bremen geboren, ging sie abseits der konventionellen Ausbildungsgänge stets ungewöhnliche Wege in der Aneignung von Lehmbaukunst. Sie lernte auf Baustellen in kollektiven Strukturen und durch eigene Experimente. Auch heute noch gibt sie ihr Wissen und Können auf Mitmachbaustellen und Baustellenkursen gerne weiter.

Sie ist Dozentin an der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau und unter anderem Autorin des Standardwerks „Lehm- und Kalkputze“. Seit 1986 ist Fromme selbstständige Handwerkerin im Lehmbau, ab 1992 spezialisierte sie sich immer mehr auf farbige Lehm- und Feinputze. Irmela Frommes Arbeiten sind wegweisend für die neu entdeckte Freude am Material, an den Texturen der Lehmoberflächen. Bezeichnend für ihr Werk sind meist pastellfarbene Töne und subtile feine Bewegungen an der Oberfläche. Sie experimentierte mit farbigen Lehmen und regionalen Sanden und mischte aus Ausgangsstoffen, die sich in der Natur darboten, farbige Lehmputzmörtel. Ihre Arbeiten wurden bald wegweisend für die neue Freude am Material, an den Texturen der Oberflächen.

Die Ausstellung zeigt Fotos ihrer Arbeiten, Arbeitsproben und Exponate: Lehmoberflächen zum Anfassen. Passend dazu erschien außerdem die vierte Broschüre der Schriftenreihe des Lehmmuseums Gnevsdorf. Mit der Schriftenreihe ehrt das Lehmmuseum Persönlichkeiten, die sich um den Baustoff Lehm verdient gemacht haben. Die 48-seitige, zahlreich bebilderte Broschüre gibt einen Überblick über das Werk von Irmela Fromme. Ausgehend vom Material Lehm und seiner Farbigkeit, stellt sie farbige Wandgestaltungen in Privat– und Geschäftsräumen vor.

Die Ausstellung wurde von Britta Wolff eröffnet. Die Vorsitzende des Förderkreises Lehmmuseum würdigte Irmela Fromme als Handwerkerin, die Lehm nicht allein als Baustoff, sondern auch als künstlerisches Gestaltungsmittel wiederentdeckt habe. „Sie ist ungemein experimentierfreudig.“ Mit ihrer Lust an Farben, Kontrasten und ihren eigens entwickelten Sand-Rezepturen habe Irmela Fromme dem Lehm seine erdige Schwere genommen und Räume mit ungemein leichten Lichtstimmungen geschaffen.

Für die Ohren zauberten Klaus Kugel (Perkussion, Gongs, Klangschalen, Glockenspiel) und Alexander Maksymiw (E-Gitarre) klanggewaltige Tongemälde. Die Ausstellung ist noch bis einschließlich 15. Juli 2017, jeweils von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr sehen. 

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