Theater : Familientreffen mit Abgründen

Kurz vor dem Wintereinbruch schafft es die Tochter in die vermeintliche Idylle und wird dort herzlich willkommen geheißen.
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Kurz vor dem Wintereinbruch schafft es die Tochter in die vermeintliche Idylle und wird dort herzlich willkommen geheißen.

Theaterstück von „Ade Bar“ macht aus der literarischen Vorlage ein kurzweiliges Stück mit verblüffendem Ende

Mord, Intrigen, Eitelkeiten, Ränkespiele, dunkle Geheimnisse, Eifersüchteleien – das Meyenburger Theater „Ade Bar“ nahm das berühmte Stück „8 Frauen“ des Franzosen Robert Thomas als Arbeitsgrundlage für einen höchst vergnüglichen Samstagabend im Lehmhaus des Wangeliner Gartens.

„Wir haben sowohl die literarische Vorlage als auch den daraus resultierenden Filmhit den Möglichkeiten unseres Theaters und seiner Darsteller angepasst“, erklärte Regisseurin Johann Schmittmann. Herausgekommen ist das „Familientreffen“, das auf satirisch-drastisch-komische Art die Höhen und Tiefen der komplizierten Verstrickungen ihrer Akteure bloßlegt. „Weil unser Ensemble aber keine acht Frauen zählt, haben Männer die Rolle von Pierrette als Schwester des Mordopfers und Luise als Zimmermädchen übernommen.“ Außerdem sei mit dem Gärtner George eine weitere Figur hinzugefügt worden.

In einem französischen Landhaus soll gefeiert werden. Doch kaum ist die Tochter des Hausherrn eingetroffen, wird er mit einem Messer im Rücken aufgefunden. Schnee und defekte Autos verhindern die Abreise der Akteure – folglich muss einer von ihnen der Mörder sein. Alle erscheinen verdächtig, hatte doch jeder sein spezielles Verhältnis zum Opfer. Die anwesenden Damen (und der Gärtner) beginnen nun, sich gegenseitig zu verhören. Wie sich herausstellt, haben alle acht Frauen (und der Gärtner) ein Mordmotiv und zudem die Gelegenheit zur Tat. Jeder versucht vergeblich, durch Lügen und Schweigen seine jeweiligen Geheimnisse zu bewahren, darunter Giftmord, lesbische Neigungen, Schwangerschaft, unerwiderte Liebe und außereheliche Affären. Abgründe tun sich auf. Da helfen keine Ablenkungsmanöver wie die Cancan-Einlage der ehemaligen Striptease-Tänzerin mit dem Zimmermädchen oder der verwirrende Gesang der Töchter (der Mörder ist immer der Gärtner?): am Ende verdächtigt jeder jeden. Mit gegenseitigen Anschuldigungen, Zickereien, Gehässigkeiten und Handgreiflichkeiten heizt sich die Stimmung im Haus bis zum überraschenden Schluss auf.

Für das Theater „Ade Bar“ ist diese Kriminalkomödie das dritte Stück seit seiner Gründung. Der Aufführung in Wangelin waren bereits vier weitere Termine vorausgegangen.

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