Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide : Exkursion entlang der Nebel

Per Bus ging es zum Naturpark.
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Per Bus ging es zum Naturpark.

Naturpark stellt im Jubiläumsjahr erfolgreiche Projekte vor: Fluss mäandert wieder in einem breiten Tal, Artenvielfalt hat zugenommen

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09. November 2015, 12:00 Uhr

25 Jahre Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide, 15 Jahre Informationszentrum Karower Meiler – das Doppeljubiläum nutzte die Parkleitung für eine Exkursion, bei der sie den Teilnehmern aktuelle Projekte vorstellte. So zum Beispiel die streckenweise Renaturierung der Nebel, dem größten Nebenfluss der Warnow.

Als besonders markantes Teilstück wurde der etwa zwei Kilometer lange Flussverlauf zwischen Linstow und Dobbin in Augenschein genommen. „Insgesamt 14 Kilometer der Nebel von ihrer Gesamtlänge mit fast 70 Kilometern liegen innerhalb des Naturparks“, wusste Ralf Koch. Der stellvertretende Leiter und Vorsitzende des Fördervereins berichtete von den Arbeiten, die im dortigen Niedermoor vorgenommen wurden. Die noch zu DDR-Zeiten angelegte künstliche Begradigung mit ihrem trapezförmigen Profil sei herausgebaggert und ein etwa 40 Meter breites Flusstal geschaffen worden. „Die Nebel wurde in einen Zustand versetzt, um naturgerecht mäandern zu können.“ Für Probleme sorgten dabei Schlammpartikel, die – durch die Baggerarbeiten aufgewirbelt – das Flusswasser verunreinigten und eine Gefahr für den Fischzuchtbetrieb von Maik Wuttke in Dobbin darstellten. Deshalb sei immer nur so lange gebaggert worden, dass sich der Baggerschlamm auf seinem Weg in Richtung Dobbin rechtzeitig habe absetzen können. „Etwa ein Drittel der Baukosten sind allein in die Überwachung der Baggerarbeiten geflossen.“ Dennoch kam im April 2013 in der Fischzuchtanlage zu Verunreinigungen gekommen, wodurch dort etwa 30 Störe und Forellen verendeten.

Laut Koch zeichnet sich das neue Flussbett der Nebel dadurch aus, dass es in den sanierten Abschnitten einen kieseligen Untergrund aufweise. Von einer Bepflanzung des Flussbettes sei ausdrücklich Abstand genommen worden. „Die Schwarzerle ist dennoch schon bereits an der Nebel angekommen“, freute sich Koch. Es sei lediglich eine Frage der Zeit, bis die Krautpflanzen im Flussbett verschwinden. „Wir sollten Ruhe bewahren.“ In Absprache mit den Landwirten sei eine Flussbrücke abgebaut worden, um Touristenströme von der Nebel fernzuhalten. Zur Regulierung des Wasserstands seien einfache Stauwehre eingebaut worden.

Die Quelle der Nebel war ursprünglich der Kraazer See, der dann von Siedlern mit dem Malkwitzer See bei Hohen Wangelin verbunden wurde. Ein etwa 1.2 Kilometer südöstlich des Sees entspringender und in den See führender Graben wird als Nebenquelle angesehen. Die Nebel fließ durch den Kraazer, Hof-, Orth- und Linstower See, unterquert die Autobahn A 19 und mündet bei Dobbin in den Krakower See.
Bei Serrahn bahnt sie sich ihren Weg nach Nordosten in einem Durchbruchstal, wo sich seit 1558 die Wassermühle Kuchelmiß befindet. Die Nebel hat in dem Bereich auf einer Länge von vier Kilometern ein Gefälle von 14 Metern und den Charakter eines Gebirgsflusses mit Geröllstrecken, Gesteinsbrocken, steilen Ufern und umgestürzten Bäumen. Zwischendrin liegen stark mäandernde Flussabschnitte. Von Güstrow fließ sie westwärts und mündet schließlich bei Pankow in die Warnow. Das Einzugsgebiet der Nebel von fast 1 000 Quadratkilometern gilt als sehr artenreich. Im Fluss wurden 29 Fischarten aufgespürt. 

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