Nachwuchsakademie Parchim : Ewiges Leben bleibt ein Traum

Quelle in den Ruhner Bergen. Einige Bürger aus umliegenden Orten schöpfen hier alljährlich Osterwasser, um sich jung und gesund zu halten. Der Traum von ewiger Jugend und ewigem Leben ist so alt wie die Menschheit.
Quelle in den Ruhner Bergen. Einige Bürger aus umliegenden Orten schöpfen hier alljährlich Osterwasser, um sich jung und gesund zu halten. Der Traum von ewiger Jugend und ewigem Leben ist so alt wie die Menschheit.

In der Parchimer Nachwuchsakademie stellt sich Dr. Christian Müller-Grotrian die Frage: Warum müssen alle Menschen sterben?

svz.de von
05. Mai 2017, 09:43 Uhr

Warum müssen alle Menschen sterben? Mit dieser Frage befasst sich Dr. med. Christian Müller-Grotrian, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie der Asklepios Klinik Parchim, bei der nächsten Vorlesung der Parchimer Nachwuchsakademie (Panak). Sie beginnt am Dienstag, den 16. Mai um 14.05 Uhr im Solitär des Landratsamtes in Parchim.

Der Traum von ewiger Jugend und ewigem Leben ist so alt wie die Menschheit. Dieser Traum hat sich in der Kunst immer wieder auch in Vorstellungen von Jungbrunnen bzw. Verjüngungsmühlen niedergeschlagen, erklärt der Referent.

Der Mythos von der Unsterblichkeit der Seele, vom Karma und von der Auferstehung bzw. der Reinkarnation finde sich in alten Legenden und in allen Religionen. Unsterblich und dann? Wäre es überhaupt erstrebenswert, keinen natürlichen Tod mehr fürchten zu müssen? Könnten wir unser Leben dann noch genießen? Und wären die Alten und Uralten noch erwünscht bei ihren vielen Nachfahren?

Dr. med. Christian Müller-Grotrian sagt: „Wir sollten uns von diesem Traum verabschieden, denn die Natur hat im Bauplan des Lebens, den wir Evolution nennen und der von Charles Darwin vor 150 Jahren entdeckt wurde, ein ewiges Leben nicht vorgesehen, die Jugend lebt in den Nachkommen fort.“

Der Mediziner erklärt: „Die Alterung ist in den Genen jeder Körperzelle festgelegt. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich an den Chromosomen die endständigen Telomere und nach einer gewissen Zahl an Teilungen und der Telomerenverkürzung wird der programmierte Zelltod eingeleitet. Diesen Vorgang nennen wir Apoptose.“

Die natürliche Lebensdauer ist für jede Art von Lebewesen - Einzeller, Pflanzen, Tiere und Mensch - in ihrem Bauplan festgelegt. Es gibt Pflanzen- (Bäume) und Tierarten, die sehr viel älter als Menschen und weit über tausend Jahre alt werden können, wenn sie nicht zuvor erkranken.

„Durch die Fortschritte der Medizin ist das durchschnittliche Lebensalter der Menschen in Deutschland, das am Anfang des vergangenen Jahrhunderts durch die hohe Kindersterblichkeit noch bei 35 Jahren lag, inzwischen bei etwa 80 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch jemals älter als 125 Jahre wird, ist aber extrem gering“, erklärt der Chefarzt. In begrenztem Maße könne jeder Mensch durch seine Lebensweise seine Lebensdauer beeinflussen. „Jeder kann selbst entscheiden, ob er durch eine gesunde und geruhsame Lebensweise ein höheres Alter erreichen will oder seine Lebensdauer durch eine ungesunde, gefährliche (Extremsportler) und hektische Lebensweise vorzeitig verkürzt“, meint der Mediziner. „Alle möchten älter werden, aber keiner alt und obwohl sich jeder vor dem Tod fürchtet, dürfte der Abschied nach einem arbeitsreichen und erfüllten Leben leichter fallen.“

Dr. med. Christian Müller-Grotrian sagt: „Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt. Das Leben ist etwas Einmaliges, ein Geschenk, deshalb sollten wir jeden Tag so leben, als wäre er unser letzter.“

Nachwuchsakademie 2018: Ihr seid gefragt!

Das Programm für die Nachwuchsakademie 2017 steht. Nun seid Ihr gefragt! Welche Themen für 2018 interessieren Euch? Wir möchten wissen, welche Vorträge ihr einmal besuchen wollt. Schreibt uns Eure Ideen unter parchim@svz.de.

Die Nachwuchsakademie startete 2012, ist ein Projekt von Förderverein der Asklepios Klinik Parchim, Parchimer Bürgerstiftung, Schweriner Volkszeitung, Stadtwerke Parchim, Sparkasse Parchim-Lübz und Kreisjugendrings.

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