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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

14. Dezember 2017 | 01:49 Uhr

Landleben : „Essbares Elfenbein“ aus Quetzin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Dies gibt es jedes Jahr bei Familie Reichelt auf dem Bauernhof am Heidensee, denn es handelt sich um Spargel

Mit viel Elan kommen die Hunde auf einen zugelaufen. Sie alle wedeln mit dem Schwanz, begrüßen liebevoll den neuen Besuch. Ein Ruf aus der Ferne. Manuela Reichelt pfeift ihre Hunde zurück, denn so sollte es eigentlich nicht sein. „Nicht jeder Besucher mag das mit den Hunden“, gibt sie lächelnd zu. Noch im Sprechen sperrt sie die Vierbeiner ein. Dann gibt es die erste Pause am Vormittag. Denn auf dem Bauernhof von Familie Reichelt in Quetzin ist immer eine Menge los, vor allem zur Spargelsaison. Noch genau eine Woche wird das Königsgemüse gestochen, für Manuela und Michael Reichelt ist dann bereits Schluss. „Eigenlich geht die Spargelsaison bis zum Johannitag, doch wir hören wegen unseres Bulldog-Treffens bereits einige Tage eher auf“, verrät Manuela Reichelt.

Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren drei Kindern leben sie seit 1992 auf dem Bauernhof. Gegen kein Geld der Welt würde das Ehepaar diese ländliche Idylle eintauschen. Doch viel Arbeit ist jeden Tag damit verbunden – vor allem wenn das edle Stangengemüse gestochen werden muss. Gut eine Woche eher hat die Spargelsaison dieses Jahr angefangen – und gut war sie. „Wir haben noch nie so viel Spargel gehabt wie dieses Jahr. Unsere Spargelstecherinnen haben jeden Tag zwischen 600 und 900 Kilogramm Spargel gestochen“, erzählt Michael Reichelt.

Vor 14 Jahren haben Manuela und Michael Reichelt angefangen, dass „essbare Elfenbein“, wie Spargel ebenfalls genannt wird, anzubauen. Heute gehört es zum festen Bestandteil in der Saison und im Hofladen. Doch so einfach, wie es klingt, war es am Anfang nicht. „Es ist schon schwierig gewesen zu Anfang. Spargel war ein schweres Brot, vor allem die Leute rauszubewegen. Problematisch ist es auch Mitarbeiter zu finden, schließlich ist es nur Saisonarbeit“, erklärt Michael Reichelt. Auf neun Hektar baut die Familie Reichelt Spargel an – die Reihen sind ungefähr 230 Meter lang. Jeden Morgen – je nach Wetterlage – fangen die Spargelstecherinnen zwischen fünf und sechs Uhr an zu stechen. Zu ihnen gehört auch Cornelia. Sie ist sehr fleißig, eine der wichtigsten Kräfte in der Saison. „Sie ist schnell und sticht sehr sauber und ordentlich“, sagt Michael Reichelt über sie.

Alle packen mit an. Auch die Kinder. Junior alt, wie Michael Reichelt seinen Sohn Tino liebevoll nennt, packt auch mit an. Zusammen mit zwei jungen Männern wird die Spargelfolie jetzt schon aufgerollt – zum Glück maschinell und mit Trecker.

Das Königsgemüse aus der Quetziner Erde wird bei den Reichelts auch immer noch klassisch mit Schnitzel oder Schinken gegessen. Doch Manuela Reichelt sucht immer wieder nach neuen Rezepten. Und sie wird jedes Mal fündig: Spargelmarmelade. „Das müssen wir noch unbedingt ausprobieren“, sagt sie zu einer Mitarbeiterin. Dann aber schnell mit dem Kochen von Spargelmarmelade, denn bald ist Schluss, aber im nächsten Jahr gibt’s bestimmt wieder das „essbare Elfenbein“ frisch gestochen vom Bauernhof am Heidensee bei Familie Reichelt.

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