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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

25. November 2017 | 04:55 Uhr

Tipps von Experten : Erste Hilfe auch für den Hund

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Wenn Waldi plötzlich krank wird, ist es wichtig Erste Hilfe leisten zu können. Dargelützer Tierheilpraktiker Kerstin und Rainer Pirzkall geben Tipps, was im Ernstfall zu tun ist.

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Was tun, wenn der Hund sich von der Leine reißt, vor ein Auto läuft und einen schweren Unfall erleidet? Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn es dem Vierbeiner plötzlich schlecht geht, er gar verletzt ist. Manchem Hundebesitzer bleiben schreckliche und lebensbedrohliche Szenarien nicht erspart. Zum Leben mit Bello und Co. gehört es dazu, auf Notfälle vorbereitet zu sein. Wie beim Menschen, kann Erste-Hilfe-Leistung das Leben der Kleinen retten.

Wenn das Herz stehen bleibt, der Hund unter Schock steht, viel Blut verliert und ähnliche Notfälle eintreffen, ist „nur nichts tun falsch.“ Das sagt Rainer Pirzkall, Tierheilpraktiker aus Dargelütz. Der Hundefreund betreibt mit seiner Frau Kerstin eine Tierheilpraxis inklusive Tierphysiotherapie. Das Paar führt zudem regelmäßig Kurse durch, um Hundebesitzer für den Ernstfall zu sensibilisieren.

Erste Hilfe ersetzt nicht den Tierarztbesuch

Rainer Pirzkall verdeutlicht: „Jeder ersten Hilfe folgt eine zweite. Das heißt, es geht in erster Linie um die Erstversorgung, die zwischen Unfall und Tierarztbesuch zu leisten ist. Die Maßnahmen sollen nicht den Tierarzt ersetzen.“ Höchste Vorsicht sei bei der Versorgung eines verunfallten Tieres geboten: der Hund solle sofort angeleint werden. Sonst bestehe die Möglichkeit, dass er vor Angst flüchtet und sich verläuft.

Neben Bellos Schutz, sei auch der von Herrchen und Frauchen zu beachten, fügt der Dargelützer im SVZ-Gespräch hinzu: „Auch der liebste Hund kann im Ausnahmezustand beißen.“ Die Reihenfolge laute also: Tier beruhigen, es anleinen und warm halten. Blutungen sollten abgedeckt und mögliche Brüche verbunden werden. Der Tierheilpraktiker gibt zudem zu Bedenken, dass auch Besitzer, die theoretisch wissen was zu tun ist, Panik bekommen könnten, wenn der Ernstfall eintrifft. „Bestimmte Handgriffe oder wie man einen Hund richtig hinlegt, sind Übungssache“, meint der studierte Agraringenieur.

Es könne nicht verkehrt sein, wenn Herrchen oder Frauchen zu Hause das Zusammenspiel für den Notfall trainieren. Doch: Mund-zu-Schnauze-Beatmung, die im Falle des Falls das Leben retten könnte, dürfe niemals am gesunden Tier geübt werden.

Seit knapp vier Jahren führen die Pirzkalls ihre Dargelützer Praxis. Begleitend zur schulmedizinischen Behandlung suchen Halter die ausgebildeten Tierheilpraktiker auf, um ihr Tier ganzheitlich therapieren zu lassen. Ob Akupunktur, Homöopathie, Methoden der Physiotherapie wie Reizstrombehandlungen, Massagen und Tape-Technik: naturheilkundliche Verfahren werden hier am erkrankten Hund angewendet. „Wir haben Therapiemöglichkeiten die für den Schulmediziner unerheblich sind, da sie Zeit kosten“, sagt Rainer Pirzkall. Tilus, der Welpe von Gabriela Adamiez, ist ein Patient diese Zeit zur Gesundung braucht. Und Geduld, denn nach einem Ellenbogen-Bruch, wurde er tierärztlich behandelt und nun dauert die Heilung noch an. Doch die Besitzerin ist zuversichtlich, dass der Kleine dank Physiotherapie bald in ein unbeschwertes Hundeleben starten kann.

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