lesung : Erpressung an der Schleuse Bobzin

Kommt viel rum bei ihren Lesereisen: Krimi-Autorin Diana Salow aus Wittenförden. Dieses Mal ist sie zu Gast im Wasserkraftwerk Bobziner Schleuse.
Kommt viel rum bei ihren Lesereisen: Krimi-Autorin Diana Salow aus Wittenförden. Dieses Mal ist sie zu Gast im Wasserkraftwerk Bobziner Schleuse.

Krimi-Autorin Diana Salow aus Wittenförden kam zu einer Lesung ins Wasserkraftwerk Bobziner Schleuse, mit dabei ihr drittes Buch

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30. August 2015, 09:30 Uhr

Die perfekte Kulisse: Ein schmaler Weg, nur zwei Fahrspuren aus Beton, führen durch den Wald nahe Bobzin. Licht und Schatten wechseln sich ab. Dann wird es plötzlich dunkel. Dicke Wolken ziehen auf, es regnet heftig. Nichts ist zu hören, nur der Regen, der auf die Windschutzscheibe des Autos prasselt. Der Wind zerrt am Fahrzeug. Dann herrscht wieder Stille, nur von weitem ist das Rauschen und die Kraft des Wassers zu hören. Langsam füllt sich die Schleuse von Bobzin. 6,80 Meter geht es hier in die Tiefe – Mecklenburgs Schleuse mit dem höchsten Hub. Die perfekte Kulisse eben für ein Verbrechen, einen Mordfall, den Hauptkommissar Thomas Berger lösen müsste – im Wasserkraftwerk Bobziner Schleuse. Doch Thomas Berger ermittelt in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, ist er doch die Hauptfigur in Diana Salows Schwerin-Krimis. Und die Autorin ist derzeit auf Lesereise – so auch in Bobzin, eingeladen vom Förderverein Wasserkraftwerk Bobziner Schleuse. Die perfekte Kulisse für eine Krimi-Lesung an einem Sommerabend.

Sie atmet noch einmal tief durch. Vor ihr auf dem kleinen Tisch liegen ihre Bücher – drei Stück an der Zahl. In den vergangenen Jahren war Diana Salow neben der Arbeit fleißig am Schreiben. Ein Schäferhund als Plüschtier, ein Polizeihund versteht sich, Handschellen, eine Polizeimütze liegen ebenfalls auf dem Tisch. Noch einmal einen kleinen Schluck Wasser, Arno Pommerencke, Vorsitzender des Fördervereins, dreht langsam die Lautstärke des CD-Spielers herunter. Dann geht es los: „,Thomas, du kannst hier nicht die ganze Nacht bleiben! Hörst du? Du hast nur für eine Stunde bezahlt und die ist längst um!‘“, liest Diana Salow zur Eröffnung ihrer Krimi-Lesung in Bobzin. Im Hintergrund ist das Rauschen des Wassers zu hören. Ansonsten ist es still. Die Zuhörer lauschen gespannt der Geschichte von Diana Salow. Der erste Satz und auch der letzte sind es, die der Autorin am wichtigsten sind, aber auch am schwersten fallen. „Der erste Satz muss den Leser gleich packen, ihn fesseln“, erklärt Diana Salow selbst. Und beim letzten Satz, beim Ende? Ist es ganz ähnlich. Doch meistens fließen dann ein paar Tränen, nachts, wenn ihr Mann und Testleser Steffen Salow tief und fest schläft. Denn oftmals schreibt Diana Salow, die im Vorzimmer von Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider seit 24 Jahren hauptberuflich arbeitet, zu nachtschlafender Zeit ihre Schwerin-Krimis. „Wenn der letzte Satz geschrieben ist, bin ich erleichtert, glücklich und ein wenig traurig, denn die Geschichte ist dann zu Ende, fertig. Am liebsten würde ich dann meinen Mann immer wecken, dass er gleich lesen soll.“ Denn bei Steffen Salow holt sich die Autorin Kritik, arbeitet er doch selbst bei der Polizei, als Polizeisprecher der Polizeiinspektion Schwerin.

Wieder trinkt Diana Salow ein Schluck von ihrem Wasser. Die Kriminalgeschichte „Engel quält man nicht“ nimmt ihren Lauf. Dieses Mal hat es Hauptkommissar Thomas Berger mit Erpressung zu tun. „,Ich frage dich jetzt zum letzten Mal: Was willst du von mir?‘ Lea sprach jetzt bewusst gelassener, um nicht verängstigt zu wirken. ... ,Die miese Ratte will Geld!‘, antwortete er (Mark Röder, Anm. der Red.) selbstgefällig.“

Diana Salows Zuhörer lauschen noch immer gespannt. Dann der Höhepunkt, der Showdown, im Schweriner Museum. Und eine unerwartete Wendung: „Es gab einen ohrenbetäubenden Knall, und der Wachmann sackte in sich zusammen.“ Nur noch wenige Zeilen liest Diana Salow vor, dann bricht sie ab. Denn das Ende will sie nicht vorwegnehmen. Lieber sollen ihre Zuhörer das Buch „Engel quält man nicht“ lesen.

Der Abend im Wasserkraftwerk neigt sich dem Ende entgegen. Diana Salow signiert noch einige ihrer Bücher. Dann geht’s zurück, vorbei an der Schleuse; 6,80 Meter geht’s hier tief runter, durch den Wald. Die perfekte Kulisse für Hauptkommissar Thomas Berger und einen Kriminalfall, sowie für Autorin Diana Salow und eine Krimi-Lesung.

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