zur Navigation springen

Landgericht Schwerin : Erneuter Prozess nach Busbrand-Serie

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil zurückverwiesen, weil der Mann auch für den Brand der Bus-Unterstellhalle verurteilt worden war.

Ein Fall aus der Serie von Busbränden 2011 und 2012 in der Region Parchim wird seit gestern erneut vor dem Landgericht Schwerin verhandelt. In dem Revisionsverfahren geht es um den Brandstifter, der im Mai 2013 wegen des letzten Brandes am 6. Januar 2012 beim Reisedienst Parchim zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden war. Acht Busse waren zerstört worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil zurückverwiesen, weil der Mann auch für den Brand der Bus-Unterstellhalle verurteilt worden war. Dies war aber gar nicht Gegenstand der Anklage gewesen. Nun muss das Gericht entscheiden, ob die Strafhöhe geändert wird. Der Rechtsanwalt des  Mannes, der seine Haftstrafe bislang nicht angetreten hat, verlas eine schriftliche Erklärung seines Mandanten. Darin gesteht der Angeklagte, das Feuer gelegt zu haben. Er sei vom Juniorchef eines anderen Busunternehmens stark unter Druck gesetzt worden. Der Juniorchef war im Mai 2014 zu viereinhalb Jahren Haft, unter anderem wegen Anstiftung zur Bandstiftung, verurteilt worden. Die anderen Brände der Serie konnten ihm nicht nachgewiesen werden.

Der Brandstifter berichtete weiter, er habe zuvor schon für den Busunternehmer Diesel stehlen sollen, was er aber abgelehnt habe. Auch die geforderte Brandstiftung habe er wiederholt zurückgewiesen, schließlich aus Angst vor dem Unternehmer und aufgrund seiner Schulden doch ausgeführt. „Jetzt, wo ich weiß, dass er seine Haftstrafe angetreten hat, fühle ich mich sicherer“, hieß es. Deshalb äußere er sich erst jetzt.

Die Brandserie hatte vom Februar 2011 bis zum Januar 2012 gedauert. Der Gesamtschaden ging in die Millionen. Für den Prozess ist ein weiterer Verhandlungstag am Freitag angesetzt.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen